| Geschlechterspezifischer Arbeitsschutz

Warum sich Männer nicht gern helfen lassen

Selbstüberschätzung kann krank machen, auch Männer.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bereits 1984 sang Herbert Grönemeyer: "Männer haben's schwer, nehmen's leicht". Und daran scheint sich in Sachen Arbeitsschutz nicht viel geändert zu haben. Männer verbergen ihre Angst und nehmen keine Rücksicht auf ihr Wohlbefinden. Doch gesund ist das nicht.

Da Männer risikofreudig sind, lauern in der Arbeitswelt zusätzliche Gefahren auf sie, wenn sie auf Schutzmaßnahmen verzichten. „Mir wird schon nichts passieren“, ist schnell gesagt. Und wenn dann doch etwas passiert, folgt das „Hätte ich mal besser doch ...“.

Männer lassen sich weniger helfen

Männer sind körperlich im Durchschnitt größer und kräftiger als Frauen. Sie können und dürfen laut Verordnung z. B. schwerer heben und tragen. Und so packen sie auch mit an, wenn die Kollegin Hilfe braucht. Männliche Kollegen untereinander helfen sich dagegen deutlich seltener. Und so gehen laut Andreas Tautz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM), Männer bei der Arbeit häufig zu hohe Gesundheitsrisiken ein.

Männern fällt es oft schwer, technische Hilfsmittel zu nutzen

Da wird gewuchtet und gezerrt, anstatt sich einen Karren oder Hubwagen zu organisieren. Bis es so weit kommt, müsste sich der zusätzliche Aufwand erst einmal lohnen. Und das scheint selten der Fall zu sein, wenn man Männern bei körperlicher Arbeit beobachtet.

Bewusstseinsänderung für mehr Gesundheit durch Arbeitsschutz

Um sich das Arbeitsleben leicht zu machen, sollten sich auch Männer bewusst sein, dass

  • ... Sich-helfen-lassen keine Schwäche bedeutet,
  • ... gemeinsam Anpacken gesünder ist,
  • ... der Einsatz eines Hilfsmittels eine clevere Lösung sein kann.

Schlagworte zum Thema:  Gender, Heben und Tragen

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