Aktive Pausen helfen bei der Erhaltung und Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Aktive Pausen sind eine sinnvolle betriebliche Präventionsmaßnahme gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) und damit zur Erhaltung und Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. Muskel-Skelett-Erkrankungen können durch die physischen Belastungen in der Arbeitswelt verursacht werden.

Aktive Pausen zur Reduktion physischer Belastungen

Um eine belastungsreduzierende Wirkung zu erhalten, muss eine Kombination aus verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen erfolgen: Einerseits sollten Maßnahmen zur gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen umgesetzt werden, wie beispielsweise eine Anschaffung ergonomischer Arbeitsmittel. Andererseits sollte auch an dem individuellen Verhalten der Mitarbeiter angesetzt werden. Dies setzt eine Schulung sowie eine Sensibilisierung der Mitarbeiter zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens voraus, um die Belegschaft zu einem gesundheitsförderlichen Arbeits- und Lebensstil zu bewegen. Hierbei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Unterweisungen, Gesundheitsworkshops, Fitnesskurse und aktive Pausen.

Voraussetzungen der aktiven Pause

Aktive Pausen bieten den Mitarbeitern eine Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeitspannen in Bewegung zu kommen und das Herz-Kreislauf-System zu fördern. Zudem können Mitarbeiter mithilfe zielgerichteter Übungen Verspannungen lösen und dem Auftreten erneuter Verspannungen vorbeugen.

Die Realität zeigt jedoch, dass Maßnahmen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung oftmals einmalig mit nur wenigen Einheiten durchgeführt und lediglich von den bereits sportbegeisterten Mitarbeitern angenommen werden. Dass dadurch keine nachhaltige gesundheitsfördernde Wirkung für die gesamte Belegschaft erzeugt werden kann, liegt auf der Hand. Um möglichst viele Mitarbeiter langfristig zur Teilnahme an der aktiven Pause zu motivieren, müssen ein niederschwelliger Einstieg, eine Regelmäßigkeit der Durchführung sowie abwechslungsreiche und motivierende Übungen gegeben sein.

Exemplarische Maßnahmen im Rahmen der aktiven Pause

Um den Mitarbeitern eine vielfältige Palette an Bewegungsmaßnahmen bieten zu können, eignen sich vor allem Dehn- und Kräftigungsübungen, die im Sitzen (beispielsweise auf dem Bürostuhl) und im Stehen durchgeführt werden können. Beliebte Übungen sind u. a.

  • Kniebeugen,
  • Ausfallschritte sowie
  • Übungen zur Schulter- und Nackendehnung.

Optional können Atem-, Entspannungs- und Augenübungen (z. B. Augenyoga) integriert werden. Der Einsatz von Hilfsmitteln, wie Übungsbänder oder Kurzhanteln, sowie eine Auswahl an Maßnahmen, die in (Klein-) Gruppen durchgeführt werden können, bieten eine zusätzliche Möglichkeit, die aktive Pause abwechslungsreich zu gestalten. Sofern ein Unternehmen über ein ausreichend großes Firmengelände oder sogar einen Zugang zu einem Wald bzw. Park verfügt, können auch Maßnahmen zum Ausdauertraining (z. B. Walking) angeboten werden.

Aktive Pausen für mehr Schwung und Spaß im Alltag

Eine aktive Pause fördert nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern bringt auch Schwung und Spaß in den Berufsalltag. Damit sie auch von möglichst vielen Mitarbeitern dauerhaft beansprucht wird, ist es hilfreich, eine Vielfalt an Übungen und Hilfsmitteln sowie motivierende Musik zu integrieren. Zudem muss diese Maßnahme so kommuniziert werden, dass alle Mitarbeiter über das Angebot sowie Ort, Uhrzeit, Ansprechpartner und Möglichkeit zur Anmeldung informiert sind.

Grundlagenwissen zur Gestaltung aktiver Pausen

Der nebenberufliche Lehrgang Gesundheitsexperte/in im Betrieb – Ergonomie und Rückengesundheit der BSA-Akademie qualifiziert Teilnehmer, ein Konzept zur Förderung der Rückengesundheit in einem Unternehmen aufzubauen, in die Unternehmensstruktur zu integrieren und systematisch weiterzuentwickeln. Die Teilnehmer werden in die Lage versetzt, physische Belastungen in einem Unternehmen zu analysieren und darauf aufbauend Strategien zur Förderung der Rückengesundheit der Mitarbeiter zu entwickeln und in der Praxis anzuwenden.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Gesundheitsförderung, Pausen

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