Die Gefährdungen in der Arbeitswelt liegen in Zukunft im psychischen Bereich. Der Abschlussbericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nennt die Faktoren, die dabei ausschlaggebend sind.

22 Faktoren in 4 Themenfeldern hat die BAuA mit ihrem Forschungsprojekt "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" analysiert. Diese Vielfalt deutet bereits an, dass es kein Patentrezept geben kann, wenn es um den Arbeitsschutz 4.0 geht. Doch die Wissenschaftler geben in ihrem Abschlussbericht 10 Empfehlungen, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz weiterentwickelt werden könnte, um den Beschäftigten eine sichere und gesunde Zukunft zu ermöglichen.

Fast jede zweite Frühverrentung ist die Folge seelischer Leiden

Beim Kongress "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt", bei dem auch der Abschlussbericht des Forschungsprojektes vorgelegt wurde, sagte Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles: "Flexibilität bei der Arbeitszeit, Druck und Mehrarbeit können krank machen. Fast jede zweite Frühverrentung ist die Folge seelischer Leiden.“ Auch wenn Ursachen für psychische Erkrankungen bekannt sind, gibt es noch keine ausreichenden Präventions- und Schutzmaßnahmen, die der Entwicklung der Arbeit 4.0 standhalten.

Arbeitszeit, Organisation und Führungsverhalten nehmen eine zentrale Rolle ein

Wenn es um gesunde Arbeit 4.0 geht, sind folgende 4 Handlungsfelder zu betrachten:

  • Arbeitsaufgabe,
  • Arbeitszeit,
  • Technische Faktoren sowie
  • Führung und Organisation.

22 Faktoren können die psychische Gesundheit belasten

Laut wissenschaftlichem Ergebnis sind 22 Faktoren für die psychische Gesundheit verantwortlich. Dazu zählen u. a. technische Faktoren wie Lärm und Beleuchtung. Während diese verhältnismäßig leicht nachzuweisen sind, sind Faktoren wie Arbeitsintensität, Störungen und Unterbrechungen, Pausen oder atypische Arbeitszeiten, ständige Erreichbarkeit und Tätigkeitsspielraum schwerer greifbar.

DGB will weiterhin eine Anti-Stress-Verordnung

Mit Hilfe einer Gefährdungsbeurteilung lassen sich psychische Belastungen ermitteln. Doch noch immer wird diese zu selten durchgeführt. Annelie Buntenbach, Mitglied des DGB-Vorstands, ist der Ansicht, dass weiterhin eine Anti-Stress-Verordnung notwendig ist, um für mehr Verbindlichkeit zu sorgen.

Wissenschaftler geben Empfehlungen für den Arbeitsschutz 4.0

Die Wissenschaftler des Projekts "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" geben 10 Empfehlungen. Sie beziehen sich auf die unterschiedlichen Handlungsfelder und sprechen auch verschieden Akteure in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz an. Dies zeigt sich z. B. an folgenden 3 Empfehlungen aus dem Forschungsbericht:

  • Die Arbeitszeit ist zu begrenzen. Die Gestaltung der Arbeitszeit sollte partizipativ erfolgen.
  • Führungskräfte und Beschäftigte sind als primäre Gestaltungsakteure zu stärken.
  • Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention müssen enger miteinander verknüpft werden.

Den vollständigen Forschungsbericht "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" lesen Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung, Stressmanagement