Sicherheitsbeleuchtung, Not... / 3.5 Einschaltverzögerung

Die Zeit, die zwischen dem Ausfall der allgemeinen Beleuchtung bei Störung der Stromversorgung und dem Erreichen der erforderlichen Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung vergeht, spielt eine wesentliche Rolle. Batterieanlagen haben kurze Einschaltverzögerungen, aber eben nur beschränkte Leistung. Werden höhere Leistungen und damit Ersatzstromerzeuger benötigt, sind normalerweise Einschaltzeiten von bis zu 15 s zu realisieren. Bei kürzeren erforderlichen Einschaltzeiten können sog. Schnell- oder Sofortbereitschaftsaggregate eingesetzt werden, die in Bezug auf Anschaffung, Betrieb und Prüfung aber einen erheblich höheren Aufwand bedeuten.

Wenn die erforderlichen kurzen Einschaltverzögerungen nach ASR A1.3 bei Anlagen im Bestand nur mit für den Arbeitgeber offensichtlich unverhältnismäßigen Aufwendungen zu erzielen sind, muss er im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob und wie ggf. durch ergänzende Maßnahmen (z. B. effizientere Leuchtmittel, Unterweisung) Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten sicherzustellen sind.

 
Achtung

Abweichende Vorgaben

Im Arbeitsschutzrecht weichen die Vorgaben in diesem Punkt etwas voneinander ab. Nach Abschn. 4.3 Abs. 2 ASR A3.4/73 und vielen Sonderbauvorschriften (Garagen, Beherbergungsbetriebe, Schulen ...) muss die Sicherheitsbeleuchtung für Fluchtwege die erforderliche Beleuchtungsstärke innerhalb von 15 s erreichen. Geringere Einschaltverzögerungen sind bei sensiblen Sonderbauten (z. B. Versammlungsstätten, Gaststätten, bestimmte Bereiche im Krankenhaus) und an gefährlichen Arbeitsplätzen erforderlich (1 bzw. 0,5 s nach ASR A3.4/7).

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