Flüssiggas

Zusammenfassung

 

Begriff

Durch Kühlung und Kompression verflüssigte Gase nennt man Flüssiggas. Kohlenwasserstoffe wie Propan, Butan und deren Gemische bleiben bei Raumtemperatur und vergleichsweise geringem Druck flüssig, weshalb sie im allgemeinen Sprachgebrauch als Flüssiggas bezeichnet werden.

Es wird durch Rohölraffination sowie bei der Gasförderung gewonnen und als Treibstoff für Fahrzeuge und zu Heiz- und Kochzwecken verwendet.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Folgende Vorschriften sind grundlegend:

Für Gase unter Druck sowie entzündbare Gase gelten v. a. folgende TRBS:

  • TRBS 1201 Teil 1 "Prüfung von Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen und Überprüfung von Arbeitsplätzen in explosionsgefährdeten Bereichen"
  • TRBS 1201 Teil 2 "Prüfungen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck"
  • TRBS 2141 "Gefährdungen durch Dampf und Druck" (Teile 1, 2 und 3)
  • TRBS 2152 "Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre" (Teile 1, 2, 3 und 4)
  • TRGS 727 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen"
  • DVFG-TRF 2012 "Technische Regeln Flüssiggas"
  • DGUV-I 210-002 "Sichere Verwendung von Flüssiggas in Metallbetrieben"
  • DGUV-I 210-001 "Sichere Beförderung von Flüssiggasflaschen und Druckgaspackungen mit Fahrzeugen auf der Straße"

1 Umweltfreundlicher Energieträger

Flüssiggas (Propan, Butan und deren Gemische) ist ein farbloser, brand- und explosionsfähiger Stoff, der gasförmig oder flüssig vorkommt.

Flüssiggas als Energieträger nutzen heute viele Menschen im Haushalt, Gewerbe und der Industrie. Grund für den Einsatz von Flüssiggas ist die Umweltfreundlichkeit und die Eigenschaft der relativ einfachen und unkomplizierten Handhabung von mit Flüssiggas betriebenen Geräten. Flüssiggas ist eine leitungsunabhängige Energie und wird z. B. in Flaschen oder in großen Tanks abgefüllt und zum Kochen, Heizen und beim Camping eingesetzt.

Im Vergleich zu anderen Energieträgern ist Flüssiggas besonders umweltfreundlich, weil

  • es hervorragende Verbrennungseigenschaften hat,
  • keine Schwefelemissionen erzeugt und
  • nicht wassergefährdend ist.

Der Energieträger Flüssiggas, mit seinen Brenn- und Explosionseigenschaften erfordert jedoch auch sicherheitstechnische Vorsorge. Der unsachgemäße Umgang kann zu schwerwiegenden Unfällen führen und eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.

In gasförmigem Zustand weist Flüssiggas ein erhöhtes Risikopotenzial auf. Da das Gas schwerer als Luft ist, sammelt sich dieses in Bodennähe oder in Schächten an und kann je nach Situation durch einen elektrischen Funken oder durch offenes Feuer zu einer Explosion führen. Dieses Risikopotenzial wird durch einschlägige Vorschriften, Gesetze und Normen beschrieben und es werden Vorschläge bezüglich der Risikominimierung gemacht.

Ebenso muss die Lagerung und der Transport von Flüssiggas begutachtet werden. Hierbei gelten ebenso die einschlägigen Vorschriften, Gesetze und Normen.

2 Was ist bei Flüssiggasanlagen zu beachten?

Flüssiggasanlagen, die nach dem 1.1.1996 in Verkehr gebracht worden sind, sind mit einer CE-Kennzeichnung zu versehen.

Flüssiggasanlagen müssen so aufgestellt und befestigt werden, dass sie sicher betrieben werden können und dass keine Gefahr für Leib und Leben von den Anlagen ausgeht. Flüssiggasanlagen sind gegen mechanische Beschädigungen zu schützen.

Flüssiggasanlagen dürfen nur durch geeignetes Personal betrieben und gewartet werden. Eine regelmäßige Unterweisung des Wartungs- und Prüfpersonals ist erforderlich. Eine Betriebsanleitung für die vorhandene Anlage ist in verständlicher Form und in der Muttersprache zu erstellen.

Personen, die mit Flüssiggas arbeiten oder dies umfüllen sind diesbezüglich mithilfe der Betriebsanleitung/-anweisung regelmäßig zu unterweisen. Diese Unterweisung ist vor Beginn der Arbeiten und danach in regelmäßigen Abständen mind. jedoch jährlich durchzuführen. Die Teilnahme muss schriftlich bestätigt werden.

3 Was ist bei Flüssiggasflaschen zu beachten?

Flüssiggasflaschen dürfen nur stehend verwendet werden und je nach Größe/Inhalt sind diese zusätzlich gegen Umfallen zu sichern. Sie müssen eine dauerhafte Kennzeichnung durch ein Typenschild, Prägung oder Stempel aufweisen.

Aufgrund einer zu hohen Gasentnahme kann eine "Unterkühlung" des Flüssiggases eintreten. Dieser Vorgang ist möglichst zu vermeiden, da mit Störungen im Betriebsablauf/Arbeitsschritt zu rechnen ist.

Unter Druck stehende Gasflaschen sollten vor einer gefährlichen Erwärmung geschützt werden. Durch Temperaturen über 40 °C besteht die Gefahr des unkontrollierten Gasaustritts bis hin zum Bersten der Gasflasche.

3.1 Lagerung von Druckgasflaschen

Druckgasbehälter müssen so gelagert und aufbewahrt werden, dass die Öffentlichkeit oder nicht berechtigte Personen keinen Zugang haben. Eine ständige Beaufsichtigung, Einfriedung, Abschrankung oder ein Flaschenschrank können Maßnahmen sein, den Zugang zu den Gasflaschen zu verhindern.

Weil sich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann, ist es nicht erlaubt, Druckgasbehälter in Räumen unter Erdgleiche, in Trep...

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