Arbeiten in Küchenbetrieben / 2.1.3 Wände, Decken, Fenster, Türen

Bei der Gestaltung von Decken und Wänden muss nach Abschn. 3.2.1 DGUV-R 110-002 darauf geachtet werden, dass

  • Wandflächen aus wasserundurchlässigen, Wasser abstoßenden, abwaschbaren und nicht toxischen Materialien bestehen und eine glatte Oberfläche aufweisen,
  • eventuelle Hohlräume für Schädlinge unzugänglich sind,
  • Schimmelbefall, Schmutz- und Kondensatablagerungen vermieden werden.

Auch Fenster und Türen müssen glatt, wasserabweisend und leicht zu reinigen bzw. zu desinfizieren sein.

Insektengitter, die an zu öffnenden Fenstern anzubringen sind, sollten gut sauber zu halten und aus nicht rostendem Material sein.

Für Abfallräume gibt es gesonderte Vorgaben.

Türen und Tore müssen den Vorgaben der ASR A1.7 "Türen und Tore" entsprechen. Z. B müssen lichtdurchlässige Flächen in Türen aus bruchsicherem Werkstoff bestehen bzw. gegen Eindrücken gesichert sein. Türen mit größeren lichtdurchlässigen Flächen müssen mit horizontalen Griffleisten bzw. Kennzeichnungen in Augenhöhe versehen sein, dass sie gut erkennbar sind.

 

Achtung

Sicherheitsschwerpunkt Türen

Besonders in viel frequentierten Gastronomie-Küchen sind Türbereiche manchmal ein Unfallschwerpunkt. Das trifft besonders die Türen zwischen Küchen- und Service- bzw. Gasträumen, aber auch Türen zwischen einzelnen Küchenbereichen:

  • Der Übergang zwischen Küche und Servicebereich ist oft ein Nadelöhr. In diesem Bereich kreuzen sich die Wege der Servicekräfte, die auf- und abtragen, und oft liegen die Arbeitsplätze an Theke und Kasse ebenfalls in unmittelbarer Nähe, so dass Bewegungs- und Verkehrsflächen sich deutlich überlagern. Besonders in gut gehenden, bestehenden Lokalen trifft man auf das Problem, dass der Platz für Küche und Servicebereich kaum zulasten des Gastraumes erweitert werden kann. Je höher die Zahl der servierten Essen ist, desto enger geht es an der Schnittstelle zwischen Service und Küche zu, und das Risiko von Unfällen durch Zusammenstoß ist hoch.
  • Verschärft wird die Situation dann, wenn die Tür zwischen Küche und Servicebereich vom Gastraum aus einsehbar ist. Meist ist der uneingeschränkte Blick des Gastes in die Küche unerwünscht, sodass die Türen dann nur mit kleinen Durchblicköffnungen oder aus kaum durchscheinendem Material gefertigt sind. Dann ist es auch für die hin- und herlaufenden Servicekräfte schwer erkennbar, ob der Weg frei ist oder nicht.
  • "Serviertüren" müssen für mit Tellern oder Tabletts beladene Servicekräfte ohne Gebrauch der Hände zu öffnen sein. Traditionell wurden gerne Pendeltüren verwendet, an denen aber die Gefahr des Zusammenpralls besonders hoch ist. Deutlich besser und durch Abschn. 3.2.5.4 DGUV-R 110-002 empfohlen sind deshalb automatische Schiebetüren, die sich aber im Bestand oft nicht leicht nachrüsten lassen.

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