Arbeitsmodelle haben sich verändert und erfordern auch in Zukunft Flexibilität. Damit stellen sie Arbeitnehmer immer wieder vor neue Herausforderungen.

Ein Trend hin zu hybriden Arbeitsmodellen ist beobachtbar, mit denen wiederum neue Herausforderungen, aber auch Chancen ins Haus stehen. Der Wechsel zwischen Homeoffice und Büro fordert Anpassungsbereitschaft und Flexibilität von den Arbeitnehmern. Auch bezüglich der Büroräume werden neue Anforderungen gestellt, über die der Arbeitgeber nachdenken muss: Für hybrides Arbeiten müssen Büroflächen einerseits über Stillarbeits- und Rückzugsorte verfügen. Außerdem braucht es Meetingräume, die technisch für hybride Meetings ausgestattet sind. Und auch die Meeting-Etikette muss sich durch hybride Zusammenarbeit verändern. Wenn einige der Zusammenarbeitenden am gleichen Ort sind und andere Beteiligte sich gleichzeitig an einem anderen Ort befinden, braucht es neue Kommunikationsrichtlinien, die Informationsdefizite oder Benachteiligung durch Abwesenheit vermeiden.

Ein weiterer Trend, den die Pandemie auslöste, betrifft den Unterschied bei den Arbeitsstunden bei Berufstätigen mit Kindern: Eine Studie von Collins[1] in den USA fand heraus, dass Mütter ihre Arbeitszeit seit dem Lockdown gegenüber Vätern um ein 4- bis 5-Faches reduzierten. Die Gender-Gap bezüglich der Arbeitsstunden war durch den Lockdown von ca. 20 % auf ca. 50 % angestiegen.

 
Wichtig

Das neue Normal bezüglich Arbeitsmodellen und Arbeitsweisen ist und bleibt herausfordernd

Es wird oft davon ausgegangen, dass wir uns alle an neue Arbeitsmodelle gewöhnt haben und mit Homeoffice, virtueller Zusammenarbeit und hybridem Arbeiten vertraut sind.

Nichtsdestotrotz hat sich die Arbeitswelt gerade in den vergangenen Jahren im Zuge der Digitalisierung und Globalisierung und auch durch den Katalysator Corona-Pandemie in so rasanter Geschwindigkeit gewandelt, dass es nicht verwunderlich ist, wenn es an einigen Stellen Anpassungsschwierigkeiten sowohl auf der Arbeitgeber- als auch auf der Arbeitnehmerseite gibt.

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufmerksam und verständnisvoll bleiben und niemanden verurteilen. Es sollte für den Arbeitnehmer immer möglich und selbstverständlich sein, ein offenes Ohr für etwaige Hindernisse und Schwierigkeiten zu finden.

Mit etwas Abstand betrachtet sind die Entwicklungen der letzten Jahre drastisch und stellen in vielerlei Hinsicht immer wieder das auf den Kopf, was man gewohnt war und mit dem man sich wohl und sicher gefühlt hatte. Und aus der Komfortzone gestoßen zu werden, ist selbstverständlich (für den einen mehr, für den anderen weniger) mühsam und anstrengend. Eines ist jedoch sicher: Die Welt wird sich weiter drehen, und zwar sogar mit zunehmender Geschwindigkeit! Man kann sich den Entwicklungen verschließen, aber man tut sich damit langfristig keinen Gefallen: Frust, psychische Folgen oder Vereinsamung sind Beispiele für die zahlreichen negativen Folgen, die es durch ein aufmerksames Miteinander (auch mit sich selbst!) zu verhindern gilt. Es lohnt sich also, sich mit dem Thema ausführlicher zu beschäftigen, denn es begegnen uns im Rahmen der anstehenden Veränderungen auch zahlreiche Chancen und ungeahnte Möglichkeiten. Diese sollten wir immer wieder suchen und in den Fokus rücken.

Wir befinden uns in einer Situation voller neuer Möglichkeiten und Herausforderungen, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Unbeständigkeit und sich ständig verändernde Rahmenbedingungen bezüglich neuer Arbeitsmodelle und Arbeitsweisen entwickeln sich zu einer Art "New Normal". Eine Anpassung an dieses neue Normal in der Arbeitswelt kostet viel Energie und fordert immer wieder die gemeinsame Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

[1] Collins/Landivar/Ruppanner/Scarborough (2020): COVID-19 and the Gender Gap in Work Hours. Gender, Work & Organization. doi:10.1111/gwao.12506.

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