Evakuierungsübungen: Planun... / 2.8 Unterweisung

Bevor eine Evakuierungsübung durchgeführt werden kann, müssen die Beschäftigten unterwiesen werden (vgl. § 6 ArbStättV), damit kein Chaos entsteht, weil man die Beschäftigten unvorbereitet "laufen lässt". Das theoretische Wissen soll eben mit der Räumungsübung einmal praktisch geübt werden.

Da im Falle eines Brandes auch mit Verletzten zu rechnen ist, sollte bei diesen Unterweisungen auch das Thema Erste Hilfe angesprochen werden.

 
Praxis-Tipp

Mögliche Unterweisungsthemen

  • Wie verhalte ich mich bei einem Unfall?
  • Wer ist der Ersthelfer in meinem Arbeitsbereich?
  • Wo ist das Notruftelefon?
  • Welche Notrufnummer muss ich wählen?
  • Wie sieht die richtige Meldung aus?
  • Welche Arten von Alarmierungen gibt es im Unternehmen?
  • Wie verhalte ich mich im Brand- oder Evakuierungsfall?
  • Wo ist der nächste Feuerlöscher?
  • Wo ist der nächste Brandmelder?
  • Wo sind meine Flucht- und Rettungswege?
  • Wo ist meine Sammelstelle?

Die Mitarbeiter sollten auch unterwiesen werden, wo der Alarmplan aushängt und was in ihm steht. Im Alarmplan finden die Beschäftigten nämlich die nötigen Informationen für die richtige Meldung.

Aber nicht nur das Verhalten im Brandfall sollte bei einer Unterweisung besprochen werden, sondern auch der vorbeugende Brandschutz generell.

 
Praxis-Tipp

Was können die Mitarbeiter tun, damit kein Feuer ausbricht?

  • Was sind unnötige Brandlasten in meinem Arbeitsbereich?
  • Was sind mögliche Brandgefahren?
  • Was sind mögliche Zündquellen?
  • Was kann ich persönlich tun?

Bei der Unterweisung kann auch auf den Zweck der Brandschutzordnung eingegangen werden.

Die Brandschutzordnung soll den jeweiligen Personen das Verhalten im Brandfall und etwaige Sonderaufgaben verdeutlichen.

Die Brandschutzordnung nach DIN 14096 besteht aus 3 Teilen:

  • Teil A richtet sich an alle Personen im Gebäude (Aushang);
  • Teil B ist eine Broschüre, die an alle Beschäftigten ausgegeben wird und die Informationen des Teils A noch ausführlicher darstellt;
  • Teil C ist für Personen mit besonderen Aufgaben im Brandfall.
 
Praxis-Tipp

Brandschutzordnung Teil B verteilen

Einige Unternehmen geben die Brandschutzordnung Teil B an jeden Mitarbeiter aus und verpflichten ihn durch Unterschrift zur Einhaltung.

Zum Abschluss der Unterweisung ist es sinnvoll, mit den Beschäftigten die Flucht- und Rettungswege bis zur Sammelstelle kurz abzugehen. Dabei sollten die Mitarbeiter vorausgehen und der Unterweisende folgen. Dadurch kann die Effektivität der Unterweisung überprüft werden, und es wird eine praktische Übung durchgeführt. Dies kann z. B. in Eigenverantwortung der jeweiligen Vorgesetzten einmal jährlich erfolgen – wenn es die betrieblichen Belange ermöglichen.

Eine Unterweisung sollte immer kurz und präzise sein. Am besten ist es, die Unterweisung immer "vor Ort" durchzuführen. Die Unterwiesenen sollten aktiv miteingebunden werden, um noch ausdrücklicher sensibilisiert zu werden.

 
Wichtig

Unterweisung – das bleibt hängen

Die Unterwiesenen behalten bei der Unterweisung[1]

  • 20 % von dem, was sie nur gehört haben,
  • 30 % von dem, was sie nur gelesen haben,
  • 50 % von dem, was sie gehört und gesehen haben,
  • 70 % von dem, was sie selbst gemacht haben,
  • 90 % von dem, was sie mitdenkend erarbeitet und selbst ausgeführt haben.

Die Unterweisung wird immer schriftlich festgehalten (z. B. in einem standardisierten Vordruck) und durch Unterschrift des Unterwiesenen bestätigt.

Sie ist vor Aufnahme der Tätigkeit neuer Mitarbeiter erstmalig durchzuführen und muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mind. aber einmal jährlich erfolgen. Weiterhin muss die Durchführung einer Unterweisung dokumentiert werden (§ 4 DGUV-V 1).

[1] Quelle: American Autovisuell Society.

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