EU-Taxonomie-Änderungen in Kraft getreten
Die vereinfachten Regelungen der EU-Taxonomie sind in Kraft getreten und gelten rückwirkend für das Geschäftsjahr 2025. Unternehmen haben jedoch ein Wahlrecht und können die Änderungen auch erst ein Jahr später anwenden.
Wesentlichkeitsschwelle eingeführt
Die Taxonomie regelt nicht nur, welche Wirtschaftsaktivitäten von Finanzinstituten als ökologisch nachhaltig einzustufen sind, sie schreibt Unternehmen auch Berichtspflichten vor. Der im vergangenen Juli veröffentlichte delegierte Rechtsakt führt dazu eine Wesentlichkeitsschwelle ein:
Wirtschaftliche Aktivitäten, die weniger als 10 Prozent der Gesamteinnahmen, Investitionsausgaben (CapEx) oder Betriebsausgaben (OpEx) eines Unternehmens ausmachen, müssen künftig nicht mehr auf ihre Konformität mit der Taxonomie überprüft werden. Für Finanzinstitute bedeutet das, dass sie bis zu 10 Prozent ihrer Investitionen oder Kreditvergaben als nicht-wesentlich einstufen können.
Berichtsumfang soll deutlich reduziert werden
Darüber hinaus wurden auch die Angaben, die Unternehmen und Finanzinstitute in ihrer Taxonomie-Berichterstattung machen müssen, reduziert. Laut EU-Kommission soll dies den Berichtsumfang um 89 Prozent für Finanzunternehmen und um 64 Prozent für Nicht-Finanzunternehmen reduzieren.
Experten aus dem Finanzwesen bezweifeln diese Zahlen jedoch. So zitiert etwa Tagesspiegel Background den Nachhaltigkeitschef der DKB, Andreas Gruber. „Die EU-Kommission hat zwar Datenfelder gestrichen. Um die übriggebliebenen auszufüllen, muss ich aber trotzdem exakt die gleichen Berechnungen durchführen wie vorher.“
Den Text der delegierten Verordnung (EU) 2026/73 können Sie hier abrufen.
-
EmpCo-Richtlinie: Ein scharfes Schwert gegen Greenwashing
571
-
ESG – Definition und Bedeutung für Unternehmen und Investoren
98
-
Energiepolitik: Über 3.500 Unternehmen richten Appell an Bundesregierung
46
-
Reform des EU-Emissionshandels: Reaktionen auf den Merz-Vorstoß
44
-
ESRS: Übersicht aller Datenpunkte zu Set 1 veröffentlicht
24
-
Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD: ein dynamisches Projekt
24
-
ISO 53001: Neue Norm für das Management der UN-Nachhaltigkeitsziele
20
-
VSME: Der Standard für freiwillige Nachhaltigkeitsberichte von KMU
18
-
Nachhaltigkeitslabels - Fluch oder Segen?
16
-
Die wichtigsten ISO-Normen für Nachhaltigkeit in Unternehmen
15
-
Die „Sustainable Business Gardener“-Methode
25.03.2026
-
Wenn der KI der Saft ausgeht: Warum Strom die neue Währung der Digitalisierung ist
17.03.2026
-
Rollenverständnis Sustainability Manager:in: Papier versus Realität
17.03.2026
-
Von „grün“ zu gerichtsfest: Die EmpCo verändert die Nachhaltigkeitskommunikation
16.03.2026
-
Circular Storytelling: Warum die Zukunft der Kreislaufwirtschaft auch eine Frage der Erzählung ist
12.03.2026
-
Ark Climate: Software hilft Städten, Klimaschutz effizient umzusetzen
11.03.2026
-
Fakten oder Gefühle? Der richtige Ton in der Nachhaltigkeitskommunikation
11.03.2026
-
Energiepolitik: Über 3.500 Unternehmen richten Appell an Bundesregierung
10.03.2026
-
Zwei Jahre CBAM: Was Unternehmen gelernt haben – und was jetzt strategisch zählt
10.03.2026
-
Zwischen Flexibilität und Ambition: der VSME-Nachhaltigkeitsbericht von Kirchhoff Consult
06.03.2026