Linnemann will Schwelle für Spitzensteuersatz verschieben
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann spricht sich für Entlastungen bei der Einkommensteuer aus – von seinem Vorschlag würden besonders höhere Einkommen profitieren. "Ich plädiere dafür, dass der Spitzensteuersatz nicht schon bei 68.000 EUR Jahresbrutto greift, sondern erst bei 80.000 EUR. So flachen wir den Mittelstandsbauch ab und sorgen für Entlastung", sagte er der "Bild am Sonntag". Er gebe dabei zu, dass für kleinere Einkommen eine Entlastung bei den Lohnnebenkosten größer wäre. Man müsse mit dem Koalitionspartner SPD über ein Reformpaket sprechen.
Mit Blick auf die Sozialbeiträge sagte Linnemann, dass bereits eine Stabilisierung ein Erfolg wäre. "Wenn ich jetzt hier sitze und sage, ich verspreche, dass die Beiträge sinken oder stabil bleiben, ist das schwierig." Perspektivisch müsste man "wieder Richtung 40 Prozent, denn im Moment gehen wir auf 45 Prozent zu". SPD-Forderungen nach neuen Sozialabgaben auf Miet- und Kapitaleinkünfte erteilte Linnemann kurz vor dem CDU-Parteitag, der am Freitag in Stuttgart beginnt, eine klare Absage.
SPD will höhere Abgaben für Spitzenverdiener
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Roloff, hält eine Verschiebung der Schwelle für den Spitzensteuersatz zwar für möglich, knüpft das aber an weitere Maßnahmen. "Eine Verschiebung der Schwelle für den Spitzensteuersatz als Teil eines Maßnahmenpakets kann mit Blick auf mittlere Einkommen sinnvoll sein", sagte er dem "Handelsblatt". Zugleich fordert er höhere Abgaben für Spitzenverdiener. "Spitzeneinkommen müssen allerdings mehr beitragen als aktuell – über einen höheren Spitzensteuersatz für die höchsten Einkommen"
Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sagte dem "Handelsblatt", ein Verschieben der Grenze für den Spitzensteuersatz "brächte schon eine gewisse Entlastung". Kombiniere man dies mit einer Abflachung des Mittelstandsbauchs, würde die Entlastung größer. Der sog. Mittelstandsbauch beschreibt ein Phänomen im Einkommensteuertarif, durch das der Steuersatz bei wachsenden kleinen und mittleren Einkommen besonders stark ansteigt.
Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Michaela Engelmeier, begrüßte zwar, "dass nun auch die Union in die Steuerdebatte einsteigt". Sie machte aber ganz andere Vorschläge als Linnemann und forderte unter anderem eine Reform der Erbschaftssteuer, die angemessene Besteuerung großer Konzerne, ein Anheben der Spitzensteuersätze für Reiche und die Wiedereinführung der Vermögensteuer.
-
Neuntes Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes
638
-
Steuerliche Entlastung für kleinere Photovoltaikanlagen ab 2022 und 2023
440459
-
Voraussetzungen und Besonderheiten der steuerfreien Aktivrente
4384
-
Viertages-Zugangsvermutung bei der Bekanntgabe von Steuerbescheiden
3763
-
E-Rechnung
3639
-
Referentenentwurf für ein Jahressteuergesetz 2026
353
-
Schonfrist für Offenlegung der Jahresabschlüsse 2024
290
-
Neue Pflichtangaben bei Reverse-Charge-Leistungen
271
-
Merz strikt gegen Mehrbelastung bei Einkommensteuer
270
-
Unbare Altenteilsleistungen in der Land- und Forstwirtschaft
132
-
Experten fordern Obergrenze beim Ehegattensplitting
03.06.2026
-
Regierungsentwurf zum Gesetz zur Änderung der Verwaltungsgerichtsordnung und anderer Gesetze
28.05.2026
-
Referentenentwurf für ein Jahressteuergesetz 2026
27.05.2026
-
Neuntes Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes
20.05.2026
-
Steuer- und Sozialreformen ohne 1.000-Euro-Prämie
15.05.2026
-
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei strafrechtlicher Vermögensabschöpfung
13.05.2026
-
Koalition will rasch Entlastungsmöglichkeiten finden
12.05.2026
-
Söder und Schwesig raten von Entlastungsprämie ab
11.05.2026
-
Änderung des Gesetzes zum BEPS-MLI
11.05.2026
-
Bundesrat stimmt Altersvorsorgereformgesetz zu
08.05.2026