EU-Kommission fordert Mehrheitsentscheidungen in Steuerfragen
Entsprechende Vorschläge legte die Brüsseler Behörde am Dienstag vor ( Pressemitteilung der EU -Kommission v. 15.1.2019). Ende 2025 sollen Mehrheitsentscheidungen das bisherige Einstimmigkeitsprinzip aller EU-Staaten ersetzen.
Die Steuerpolitik ist neben der Außenpolitik einer der wenigen Bereiche, in denen in der EU einstimmige Beschlüsse notwendig sind. Das Europäische Parlament hat lediglich beratende Funktion. In den meisten Politikfeldern entscheiden die Staaten schon jetzt mit qualifizierter Mehrheit - das sind 55 Prozent der EU-Staaten, die 65 Prozent der Bevölkerung repräsentieren müssen. Einzelne Länder können also überstimmt werden. Das Europaparlament ist dabei gleichberechtigt und muss ebenfalls mehrheitlich zustimmen.
"Wenn Einstimmigkeit in dem Bereich in den 1950er Jahren Sinn machte, mit sechs Mitgliedstaaten, heute macht dies keinen Sinn mehr", sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici.
Steuervorschläge der EU-Kommission versanden häufig
In den vergangenen Jahren versandeten einige Steuervorschläge der EU-Kommission wegen des Zwangs zum Konsens. So wurde etwa ab 2011 über eine einheitliche Bemessungsgrundlage für Unternehmenssteuern diskutiert, die Brüsseler Behörde startete 2016 einen weiteren Versuch. Beschlossen wurde sie bis heute nicht. Teilweise nutzten Staaten auch ihr Veto-Recht in Steuerfragen, um Zugeständnisse in anderen Fragen zu erzwingen. Der EU-Kommission zufolge entgehen der EU dadurch Investitionen und Gewinne in Milliardenhöhe. Wenn Einigungen zustande kommen, sind sie demnach oft nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
Schrittweiser Übergang bis 2025
Das Mehrheitsprinzip soll nach dem Willen der EU-Kommission schrittweise eingeführt werden: zunächst beim Kampf gegen Steuervermeidung und -betrug, bei dem es oft Einigkeit gibt. Für Großprojekte - wie etwa die Besteuerung von Digitalkonzernen - soll das Einstimmigkeitsprinzip noch bis 2025 gelten. Unter den EU-Staaten dürfte der Vorschlag keine Begeisterung auslösen. Sie müssten nun einstimmig zustimmen, um die Änderungen in die Tat umzusetzen.
-
Schonfrist für Offenlegung der Jahresabschlüsse 2024
2.398
-
Voraussetzungen und Besonderheiten der steuerfreien Aktivrente
1.3224
-
Steuerliche Entlastung für kleinere Photovoltaikanlagen ab 2022 und 2023
871459
-
E-Rechnung
6729
-
Behindertenpauschbetrag: Höhe, Anspruch & Steuer-Tipps
5131
-
Viertages-Zugangsvermutung bei der Bekanntgabe von Steuerbescheiden
4653
-
Neue Pflichtangaben bei Reverse-Charge-Leistungen
404
-
Bundesrat fordert Stärkung des Fremdbesitzverbots in der Steuerberatung
392
-
Steueränderungen 2026
324
-
Änderung des Steuerberatungsgesetzes doch ohne verschärftes Fremdbesitzverbot
313
-
Änderungen im Berufsrecht der rechtsberatenden Berufe
13.03.2026
-
DStV fordert pauschale Erstattungen beim Laden von E-Dienstwagen
13.03.2026
-
Referentenentwurf mit umfassenden Anpassungen der Finanzgerichtsordnung
12.03.2026
-
Übertragbarkeit erworbener Berufsqualifikationen
11.03.2026
-
Bundesrat fordert Stärkung des Fremdbesitzverbots in der Steuerberatung
09.03.2026
-
Debatte über Ehegattensplitting belastet Koalition
09.03.2026
-
Rahmenkonzept zur Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV)
05.03.2026
-
Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz zur Modernisierung der Organisation der Zollverwaltung
05.03.2026
-
Gesetz zur Einführung eines antragslosen Kindergeldes
25.02.2026
-
Aktualisierte EU-Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete
20.02.2026