Elektronische Gesundheitskarte

Zusammenfassung

 

Begriff

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) dient als Versicherungsnachweis in der gesetzlichen Krankenversicherung. Für die Inanspruchnahme von Leistungen bei einem Arzt oder Zahnarzt als Berechtigungsnachweis wird ausschließlich die eGK genutzt. Die eGK ist eine moderne und sichere Mikroprozessorkarte, eine sog. "Smart Card". Sie enthält nicht nur administrative Funktionen, sondern wird sukzessive auch medizinische Angaben und Mehrwertdienste anbieten, soweit der Versicherte dies wünscht. Auf der Rückseite kann die eGK zudem die "europäische Krankenversicherungskarte" enthalten.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: Die Regelungen zur elektronischen Gesundheitskarte und der hierfür erforderlichen Telematikinfrastruktur sind in § 291a SGB V aufgeführt. Das "Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)" enthält konkretisierende Vorgaben für die Einführung der digitalen Infrastruktur und über die Einführung nutzenbringender Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte.

1 Leistungsumfang

Die elektronische Gesundheitskarte ist in ihrer Konstruktion so aufgebaut, dass sie alle technischen Voraussetzungen hat, um die im Aufbau befindliche umfangreiche und moderne Telematikinfrastruktur zu bedienen. Mit der Karte, die mit einer neuen Prozessortechnik ausgestattet und fälschungssicher ist, sollen administrative und medizinische Daten verfügbar gemacht werden. Sie trägt außerdem ein Lichtbild des Versicherten. Der Datenschutz wird durch modernste Verschlüsselungstechnologien sichergestellt. Die technisch möglichen Funktionen werden im Rahmen des Ausbaus der Telematikinfrastruktur schrittweise zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass den Versicherten heute noch nicht alle Funktionen zur Verfügung stehen, die die eGK theoretisch bereits unterstützt. Ein Austausch der Karten bei der späteren Freischaltung zusätzlicher Funktionen ist jedoch nicht erforderlich.

Eine Online-Aktualisierung der Versichertendatenwird in den Arztpraxen seit 2017 schrittweise ermöglicht.

Die Karte enthält bereits die erforderlichen administrativen Daten wie:

  • Versichertenname und -anschrift,
  • Krankenversicherungsnummer,
  • Versicherungsstatus,
  • Geschlecht,
  • Krankenkasse und
  • Geburtsdatum.

Die Ausrichtung der Telematikinfrastruktur konzentriert sich zunächst auf die Bereitstellung von Notfalldaten, eine sichere Kommunikation unter den verschiedenen Leistungserbringern und auf ein neuartiges Versichertenstammdaten-Management. Es wird künftig zudem eine elektronische Patientenakte und damit zusammenhängend ein elektronisch verfügbarer Medikationsplan ermöglicht.

1.1 Versichertenbild

Die eGK enthält zusätzlich zu ihren Funktionen ein Lichtbild des Versicherten. Das Lichtbild verhindert eine missbräuchliche Kartenverwendung und somit die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Für Kinder unter 15 Jahren und für Personen, die bei der Ausgabe der Karte mit Lichtbild nicht mitwirken können (z. B. Pflegebedürftige), wird die eGK ohne Lichtbild ausgegeben. Diesen Personen soll nicht zugemutet werden, ein Foto zur Verfügung stellen zu müssen.

Vor der Ausgabe der eGK treten die Krankenkassen an ihre Versicherten heran und fordern sie auf, ein entsprechendes Lichtbild zur Verfügung zu stellen. Eventuelle Kosten für die Erstellung des Fotos sind ggf. von den Versicherten zu tragen.

1.2 Notfalldaten

Die freiwillige Speicherung und die Bereitstellung der Notfalldaten auf der eGK sorgt für mehr Sicherheit. Im Notfall können so Komplikationen vermieden werden, die beispielsweise durch Arzneimittelunverträglichkeiten, bestehender Vorerkrankungen oder Besonderheiten aufgrund erfolgter Operationen hervorgerufen werden könnten. Neben Notfalldaten sind künftig z. B. auch Patientenverfügungen, Organspendeerklärungen, Arzneimittel- oder Impfdokumentationen möglich.

Künftig soll für alle Versicherten ein Notfalldatenmanagement verfügbar sein. Die Gematik wurde verpflichtet, bis zum Jahresende 2017 die erforderlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Ärzte künftig auf diese Daten zugreifen können. Mit der flächendeckenden Einführung der Telematikinfrastruktur können die Notfalldaten dann sukzessive zur Verfügung gestellt werden.

1.3 Patientenakte

Die technischen Voraussetzungen für die elektronische Patientenakte erfüllt die eGK bereits. Ärztliche Behandlungsdaten und Diagnosen können künftig auf Wunsch des Patienten mit der eGK genutzt und abgerufen werden. Ein behandelnder Arzt kann mittels der eGK dann einen Überblick erhalten, welche Behandlungen bei dem Versicherten bereits durchgeführt wurden. Röntgenbilder könnten z. B. ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. So werden unnötige und zum Teil auch gefährliche Doppeluntersuchungen vermieden. Mithilfe schneller und sicherer elektronischer Transportwege und -verfahren können bislang unsichere Verfahren (z. B. der Patientendatenversand per Fax) abgeschafft werden. Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gibt der Gesetzgeber vor, dass nach dem ab 2019 beginnenden Aufbau der technischen Notwendigke...

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