Elektronische Gesundheitskarte

Zusammenfassung

 

Begriff

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) dient als Versicherungsnachweis in der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit dem 1.1.2015 wird für die Inanspruchnahme von Leistungen bei einem Arzt oder Zahnarzt als Berechtigungsnachweis ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte genutzt. Frühere "analoge" Krankenversichertenkarten sind seitdem nicht mehr gültig. Die eGK ist eine moderne und sichere Mikroprozessorkarte, eine sog. "Smart Card". Die eGK enthält nicht nur administrative Funktionen, sondern wird sukzessive auch medizinische Angaben und Mehrwertdienste anbieten, soweit der Versicherte dies wünscht. Die eGK kann auf der Rückseite zudem die "europäische Krankenversicherungskarte" enthalten.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die Regelungen zur elektronischen Gesundheitskarte und der hierfür erforderlichen Telematikinfrastruktur sind in § 291a SGB V aufgeführt. Das seit Jahresende 2015 in Kraft getretene "Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)" enthält konkretisierende Vorgaben für die Einführung der digitalen Infrastruktur und über die Einführung nutzenbringender Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte.

1 Verwendung

Die Krankenkassen wurden gesetzlich verpflichtet, die früheren "analogen" Krankenversichertenkarten zu einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu erweitern. Der Gesetzgeber hatte dabei als wichtigen Bestandteil Vorgaben zum Datenschutz aufgenommen.[1]

Der Aufbau der Telematikinfrastruktur erfolgt durch die Selbstverwaltung in Unterstützung mit einer Gesellschaft für Telematik[2], die Gematik. Kann ein Versicherter beim Arztbesuch keine eGK vorlegen, muss er dies innerhalb von 10 Tagen nachholen. Anderenfalls kann der Arzt eine Privatrechnung ausstellen. Die Krankenkassen haben in den vergangenen Jahren alle Versicherten mit eGK ausgestattet. Parallel dazu wurden Kartenlesegeräte (sog. Kartenterminals) an Arztpraxen und Krankenhäuser ausgegeben. Für die Onlineanwendungen werden zudem sog. Konnektoren eingesetzt, die innerhalb der Telematikinfrastruktur einen verschlüsselten Datenabgleich mit der eGK ermöglichen. Ende 2016 wurde damit begonnen, in den Testregionen die Konnektoren auszugeben. Nach Abschluss des Probelaufs in den Testregionen werden seit Ende 2017 sukzessive in allen Arztpraxen die Konnektoren installiert.

2 Leistungsumfang

Die elektronische Gesundheitskarte ist in ihrer Konstruktion so aufgebaut, dass sie alle technischen Voraussetzungen hat, um die im Aufbau befindliche umfangreiche und moderne Telematikinfrastruktur zu bedienen. Die Karte ist mit einer neuen Prozessortechnik ausgestattet und fälschungssicher. Sie trägt ein Lichtbild des Versicherten und kann medizinische Informationen speichern. Der Datenschutz wird durch modernste Verschlüsselungstechnologien sichergestellt. Die technisch möglichen Funktionen werden im Rahmen des Ausbaus der Telematikinfrastruktur schrittweise zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass bei der Ausgabe der eGK an die Versicherten zunächst nicht alle Funktionen zur Verfügung stehen, die die Karte theoretisch unterstützt. Ein Austausch der Karten bei der späteren Freischaltung zusätzlicher Funktionen ist nicht erforderlich.

Eine Online-Aktualisierung der Versichertendaten wird in den Arztpraxen seit 2017 schrittweise ermöglicht. Die hierfür erforderlichen Tests sind in den Testregionen Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz) und Südost (Bayern, Sachsen) erfolgreich abgeschlossen worden. Pro Testregion waren bis zu 500 Heilberufler (Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten) sowie 5 Krankenhäuser, darunter eine Universitätsklinik, beteiligt. Aufbauend auf die Tests hat die bundesweite, flächendeckende Vernetzung der Ärzte begonnen.

Die Karte enthält bereits die erforderlichen administrativen Daten wie:

  • Versichertenname und -anschrift,
  • Krankenversicherungsnummer,
  • Versicherungsstatus,
  • Geschlecht,
  • Krankenkasse und
  • Geburtsdatum.

Die Ausrichtung der Telematikinfrastruktur konzentriert sich zunächst auf die Bereitstellung von Notfalldaten, eine sichere Kommunikation unter den verschiedenen Leistungserbringern und auf ein neuartiges Versichertenstammdaten-Management. Es wird künftig zudem eine elektronische Patientenakte und damit zusammenhängend ein elektronisch verfügbarer Medikationsplan ermöglicht. Für den bundesweiten Betrieb der Anwendung "Versichertenstammdaten-Management" hatte die Gematik zum 30.6.2017 ihre erforderlichen Vorarbeiten, wie z. B. die Bekanntgabe der technischen Spezifikationen, abgeschlossen.

2.1 Versichertenbild

Die eGK enthält zusätzlich zu ihren Funktionen ein Lichtbild des Versicherten. Das Lichtbild verhindert eine missbräuchliche Kartenverwendung und somit die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Für Kinder unter 15 Jahren und für Personen, die bei der Ausgabe der Karte mit Lichtbild nicht mitwirken können (z. B. Pflegebedürftige), wird die eGK ohne Lichtbild ausgegeben. Diesen Personen soll nicht zugemutet ...

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