25.10.2012 | Rentenversicherung

Warum ein niedrigerer Rentenbeitrag die Rente erhöht

Irgendwie paradox: mehr Rente trotz sinkendem Beitragssatz.
Bild: Gerd Altmann ⁄

Die Höhe des Rentenbeitragssatzes wirkt sich auch immer auf die Renten selbst aus. Und zwar indirekt: Sinkt der Beitragssatz, dann erhöht das die Renten. Steigt der Beitragssatz, bremst das die Rentenanpassung.

Dafür sorgt die Rentenformel, mit der auf komplizierte Weise alljährlich die Rentenerhöhungen berechnet werden - und in die auch der Beitragssatz mit eingeht. Wenn die Beschäftigten bei einer Beitragssatz-Senkung mehr Netto vom Brutto haben, wirkt sich das rentenanpassungssteigernd aus - und umgekehrt.

Sinkt der Beitragssatz, steigen die Netto-Einkommen - und die Renten

Wird der Beitragssatz also Anfang 2013 - wie von Union und FDP vorgesehen - von 19,6 auf 18,9 % zurückgenommen, führt das 2014 zu einer um 0,9 % höheren Rentenanpassung. Die Beitragssatzsenkung zu Jahresbeginn 2012 von 19,9 auf 19,6 % wirkt sich 2013 mit plus 0,4 % positiv aus.

Noch keine Prognose zur Rentenanpassung 2013 möglich

Noch keine Aussage lässt dies aber über die tatsächliche Rentenerhöhung zum 1.7.2013 zu: Denn die positive Wirkung der Beitragssatzsenkung wird durch andere Faktoren der Rentenformel wieder kompensiert - möglicherweise ganz oder zumindest teilweise.

So steht fest, dass der Riester-Faktor die nächste Rentenanpassung in jedem Fall um 0,64 Prozentpunkte dämpfen wird. Und in Westdeutschland gibt es noch einen zusätzlichen Abschlag von rund 0,7 Prozentpunkten. Damit wird die im Jahr 2010 unterbliebene Rentenkürzung nachgeholt.

Gerechnet werden kann erst, wenn die Entwicklung von Löhnen und Beschäftigung 2012 fest steht: Was unterm Strich dabei genau herauskommt, wird man frühestens im März 2013 wissen.

Schlagworte zum Thema:  Rentenanpassung

Aktuell

Meistgelesen