07.04.2015 | Rückenschmerzen

Unnötiges Röntgen bei Rückenschmerzen

Jeder dritte wird wegen Rückenschmerzen geröntgt
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Jeder dritte Patient mit Rückenschmerzen wird innerhalb weniger Wochen nach Auftreten der Beschwerden geröntgt. Dabei ist die Ursache der Rückenschmerzen nicht immer per Röntgenbild erkennbar. Einige werden dann sogar an der Bandscheibe operiert. Doch der Rückenschmerz bleibt.

Ärzte in Deutschland greifen nach einer Studie bei unkomplizierten Rückenschmerzen vorschnell zum Röntgengerät. Fast 50 000 Patienten jährlich werden unnötig geröntgt, wie eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt.

Von allen Patienten mit akutem Kreuzschmerz, die radiologisch untersucht werden, wird demnach jeder dritte innerhalb von sechs Wochen unter den Röntgenapparat gelegt. Wissenschaftler seien sich jedoch einig, dass Patienten in diesem Zeitraum nicht geröntgt werden sollten, denn Beschwerden bildeten sich in der Sechs-Wochen-Frist oft spontan zurück.

Muskelprobleme verursachen Rückenschmerzen

Das Wissenschaftliche Institut der TK hatte für die Studie ärztliche Abrechnungsdaten aus den Jahren 2010 bis 2012 ausgewertet.

Schmerztherapeut Thomas Nolte von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie erläuterte: «Rückenschmerzen werden oft durch Probleme in den Muskeln ausgelöst. Das ist aber auf Röntgenbildern überhaupt nicht erkennbar.» Stattdessen würden viele Versicherte an den Bandscheiben operiert, wenn die Bilder hier Probleme zeigten. Die Patienten hätten danach aber oft noch dieselben Schmerzen, weil die Bandscheiben gar nicht die eigentliche Schmerzursache gewesen seien.

Schlagworte zum Thema:  Rückenschmerzen, Vorsorge, Prävention, Operation

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