Psychische Erkrankungen auf Top-Platz in der Krankheitsstatistik
Beschwerden wie Rückenleiden, Infektionen oder psychischen Erkrankungen verursachten bei deutschen Arbeitnehmern 2011 zusammengerechnet 460,6 Mio. Krankheitstage. Mit 12,6 Tagen fehlten sie 1,3 Tage mehr als noch 2010. Ein Jahr zuvor waren es aber bereits 12,8 Tage. Die Zahlen stammen aus dem Jahresbericht «Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit» der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, der am 27.2.2013 vorgestellt wurde.
Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Platz 1
Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit waren dem Bericht zufolge wie auch in den vergangenen Jahren Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rücken-, Gelenk- und Muskelbeschwerden. Ursachen sind hohe körperliche Belastungen oder bewegungsarme und einseitige belastende Tätigkeiten. Rund jeder 5. Krankheitstag war auf diese Diagnose zurückzuführen.
Psychische Erkrankungen mit höchstem Zuwachs
Am zweithäufigsten waren Atemwegserkrankungen Ursache für den Arbeitsausfall, gefolgt von psychischen Erkrankungen. Vor allem wegen diesen stiegen in den vergangenen Jahren die Fehltage rasant. Die Zahl ging innerhalb von nur 3 Jahren um 44 % von 41 Mio. auf 59,2 Mio. (2011) nach oben.
Aus dem jüngst vorgelegte «DAK-Gesundheitsreport» geht hervor, dass 2012 mehr Beschäftigte als je zuvor wegen psychischer Leiden arbeitsunfähig geschrieben wurden; die Fehltage haben sich zwischen 1997 und 2012 mehr als verdoppelt.
Krankheit verursacht hohe Kosten für die Unternehmen
Die krankheitsbedingten Ausfälle von Arbeitnehmern verursachten 2011 Produktionsausfälle von 46 Mrd. EUR, das sind 7 Mrd. EUR mehr als im Vorjahr. Grundlage für die Berechnung der Bundesanstalt waren die insgesamt 460,6 Mio. Krankheitstage, die mit dem Durchschnittsverdienst multipliziert wurden. Mit 80 Mrd. EUR liegt die entgangene Wertschöpfung, die die Arbeitnehmer dem Bericht zufolge hätten erzielen können, sogar noch deutlich höher.
Rückläufige Zahl der Arbeitsunfälle
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl 2011 um 3,6 % gesunken. Sie liegt bei rund einer Million. 664 der Unfälle während der Arbeit endeten tödlich: 520 am Arbeitsplatz, 144 im Straßenverkehr. Mehr Menschen als 2010 kamen auf dem Weg von und zur Arbeit ums Leben: 400 Menschen starben bei 190.000 Unfällen.
An den Folgen anerkannter Berufskrankheiten starben 2.560 Menschen. Besonders deutlich war im Jahr 2011 ein Anstieg der Todesfälle bei Asbestfolgeerkrankungen.
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