15.11.2013 | Pflege-Bahr

Zuschuss zur privaten Pflegevorsorge erfolgreich - Aber bleibt der Pflege-Bahr?

Was wird aus dem Pflege-Bahr?
Bild: Michael Bamberger

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und herber Kritik an Daniel Bahr schein der Pflege-Bahr nun doch zu boomen. Ob er aber weiter besteht, ist abzuwarten. Beratungen bei Union und SPD sind am laufen.

11 Monate nach dem Start des sog. «Pflege-Bahr» schließen immer mehr Menschen die staatlich geförderte Zusatzversicherung ab. Zurzeit würden pro Arbeitstag rund 1.600 Verträge zur Absicherung gegen das Pflegekosten-Risiko abgeschlossen. Das geht aus aktuellen Daten hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegen. Sie stammen vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Bahr: Es braucht Zeit bis zum Erfolg

Kurz nach dem Start der Versicherung waren es im Januar 2013 noch rund 240 und im Juni rund 1.000 neue Verträge pro Arbeitstag. Der scheidende Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte, die neue Möglichkeit, erstmals eine private geförderte Pflegevorsorge abzuschließen, werde genutzt. «Es war richtig, dass erstmals auch viele Menschen mit Vorerkrankungen nun eine private Versicherung abschließen können.» Klar sei, dass es wie bei der Riester-Rente seinerzeit einige Zeit bis zum Erfolg dauert.

Lauterbach will Förderung abschaffen

Union und SPD beraten am 17.11.2013 in ihren Koalitionsverhandlungen über die Pflege. SPD-Verhandlungsführer Karl Lauterbach hatte im Wahlkampf versprochen: «Das unsinnige Geschenk von Schwarz-Gelb an die Privatassekuranz von 5 Euro im Monat wird abgeschafft.» Beim «Pflege-Bahr» wird die 5-Euro-Zulage pro Monat bezahlt, wenn der Versicherte einen Mindestbeitrag von 10 Euro zahlt. Risikozuschläge und Gesundheitsprüfungen sind nicht zulässig.

2014 Millionengrenze überschreiten

PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach sagte: «Angesichts der stark steigenden Nachfrage rechnen wir damit, dass die geförderte Pflegezusatzversicherung im nächsten Jahr die stolze Marke von einer Million Verträgen erreichen wird.» 270.000 abgeschlossene Verträge, für die bereits Geld fließe, gebe es bisher, dazu kämen 62.600 zwar unterschriebene Verträge, die aber erst noch beginnen. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte zuerst über die Zahlen berichtet.

Verbraucherzentrale: Pflege-Bahr auslaufen lassen

Verbraucherschützer hielten an ihrer bereits vor Einführung des Konstrukts geäußerten Kritik am «Pflege-Bahr» fest. Der Vertrag halte oft nicht, was er verspreche, sagte der Pflegeexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Dieter Lang. «Wir sollten den 'Pflege-Bahr' auslaufen lassen.»

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