Krankentransport-Richtlinie: Befristete Sonderregelung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in verschiedenen Richtlinien befristete Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Virus SARS-CoV-2 getroffen. So auch in der Krankentransport-Richtlinie (KT-RL). Damit sollen Arztpraxen und Krankenhäuser entlastet und die Ansteckungsgefahr für Patienten soll verringert werden. 

G-BA beschließt Sonderregelungen

Die KT-RL regelt die Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransporten und Rettungsfahrten. Um in der derzeit bestehenden Ausnahmesituation durch die immer weiter voranschreitende Verbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) Ärzte, Krankenhäuser, Versicherte und auch Krankenkassen zu entlasten, wurden u.a. in der KT-RL Sonderregelungen getroffen. Der G-BA hat damit rechtssichere und bundesweit gültige Ausnahmen für Ärzte und gesetzlich Versicherte geschaffen. Die Sonderregelungen gelten zunächst bis zum 31.5.2020.

Die Änderungen der KT-RL wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nicht beanstandet und sind im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Sie sind rückwirkend zum 9.3.2020 in Kraft getreten.

Krankentransporte zu ambulanten Behandlungen

Fahrten im Krankentransportwagen (KTW) zu ambulanten Behandlungen sind vor Fahrtantritt von der Krankenkasse zu genehmigen. Der G-BA legte nun fest, dass KTW-Fahrten zu unaufschiebbaren zwingend notwenigen Behandlungen für Personen, die nachweislich an COVID-19 erkrankt sind, sowie für Versicherte, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen, vorübergehend genehmigungsfrei sind. Das ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ist durch den Arzt auf der Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4) anzugeben.

Längere Fristen für Fahrten zu vor- und nachstationären Behandlungen

Daneben wurden die Fristen für die Verordnung von Krankenfahrten zu einer vor- oder nachstationären Behandlung erweitert. Bislang können Fahrten zu vorstationären Behandlungen für 3 Behandlungstage innerhalb von 5 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung und Fahrten zu nachstationären Behandlungen für 7 Behandlungstage innerhalb von 14 Tagen verordnet werden. Die Sonderregelung sieht vor, dass Fahrten zu vor- und nachstationären Behandlungen innerhalb von 28 Tagen vor Beginn oder nach Beendigung der stationären Behandlung durchgeführt werden dürfen. Die Anzahl der Behandlungstage wird hierdurch nicht erhöht.

Ausstellung der Verordnung nach telefonischer Anamnese

Um unnötige Arzt-Patientenkontakte zu vermeiden und eine schnelle Versorgung mit erforderlichen Krankenbeförderungsleistungen zu gewährleisten, kann die Verordnungen von Krankentransporten und Krankenfahrten mittels Muster 4 auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt und von der Arztpraxis postalisch an Versicherte übermittelt werden. Die Versicherten müssen dem Arzt jedoch bekannt sein.
 

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