Erwerbsminderungsrente: Zahl der abgelehnten Anträge gestiegen
Seit 2001 sank der Anteil der abgelehnten Anträge nie unter 42, mitunter kletterte er seither auf bis zu 45 %. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
Die Zahl der abgelehnten Anträge stieg von rund 143.000 im Jahr 2019 auf 154.000 im vergangenen Jahr.
Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente
Eine Ablehnung kann mehrere Gründe haben. Eine sogenannte EM-Rente bekommt nur, wer mindestens fünf Jahre in der Rentenversicherung versichert ist, davon die letzten drei mit Pflichtbeiträgen. Kein Einvernehmen zwischen Antragsteller und Rentenversicherung herrscht oft bei der Beurteilung der gesundheitlichen Verfassung. Am Ende zählt die Meinung eines Amtsarztes, in der Regel nach einem Besuch dort.
Höhe der Erwerbsminderungsrenten gestiegen
In die Höhe gegangen sind in den vergangenen Jahren die bei der EM-Rente gezahlten Summen. Die durchschnittlichen Zahlbeträge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Rentenzugang lagen im Jahr 2020 bei 882 Euro, bei 524 Euro wegen teilweiser Erwerbsminderung und bei 936 Euro wegen voller Erwerbsminderung. 2019 waren es noch 806 Euro im Schnitt insgesamt, im Jahr davor 735 Euro und ein Jahr früher 716 Euro.
Psychische Probleme bei mehr als einem Drittel der Anträge
Die Erwerbsminderungsrente war in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert worden. So werden Erwerbsminderungsrentner erst seit 2019 bei der Rentenberechnung so behandelt, als wenn sie bis zum aktuellen Rentenalter gearbeitet hätten. Der Rentenanspruch wurde dabei aber nur für Neurentner höher. Alle, die vorher eine EM-Rente beantragt haben, müssen dauerhaft mit etwa niedrigerer Rente auskommen. Mehr als ein Drittel aller Betroffenen beantragt die EM-Rente wegen psychischer Probleme.
Leichterer Zugang zur EM-Rente gefordert
Die Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, forderte, Konsequenzen aus der Lage zu ziehen. Der Zugang zu EM-Renten müsse leichter werden. «Menschen, die sich kaputt gearbeitet haben, müssen abgesichert aus dem Erwerbsleben ausscheiden können», sagte Zimmermann. Auskömmlich sollten die Versicherungsleistungen sein. Die Erwerbsminderungsrenten lägen heute unter der Armutsgefährdungsschwelle.
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.048
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
867
-
Neue Arbeitsverhältnisse
457
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
405
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
327
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
294
-
Bundeskabinett beschließt GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz mit Änderungen
283
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
201
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
199
-
Arbeitsunfähigkeit am Ende der Beschäftigung
171
-
Krankenhaus-Report 2026: Mehr als die Hälfte aller stationären Fälle ambulantisierbar
08.05.2026
-
Rentenerhöhung 2026 vom Bundeskabinett beschlossen
05.05.2026
-
Apothekenzahl sinkt weiter – Branche warnt vor Versorgungsengpässen
05.05.2026
-
Mehrheit der Deutschen lehnt Kürzungen bei der Pflegeversicherung ab
04.05.2026
-
Bundeskabinett beschließt GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz mit Änderungen
30.04.2026
-
Zwei Drittel der jungen Erwachsenen sprechen mit Chatbots über psychische Probleme
28.04.2026
-
Urteile zur gesetzlichen Unfallversicherung im Überblick
27.04.2026
-
Neue Notfallreform soll Patienten gezielter in passende Versorgung lenken
23.04.2026
-
Mollii Suit: Keine Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung
21.04.2026
-
Transformationsfonds: Erste Fördermittel bewilligt
20.04.2026