Versicherter darf bei Tarifwechsel nicht schlechter wegkommen
Dies unterstrich der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in einem Urteil (AZ: IV ZR 28/12). Im vorliegenden Fall hatte ein Versicherter einer privaten Krankenversicherung zunächst einen Tarif, der unter anderem für ambulante Leistungen einen jährlichen Selbstbehalt von 2300 Euro vorsah. Beim Wechsel in den günstigeren Tarif mit behandlungsbezogenen Selbstbehalten von je 10 Euro pro Behandlungstag und Behandler sowie von Arznei- und Verbandmitteln sollte im Kern die absolute Selbstbeteiligung von 2300 Euro weitergelten. Dagegen wandte sich der Kläger.
Zu Recht: Laut BGH ist die Kombination eines absoluten jährlichen Selbstbehalts mit dem behandlungsbezogenen Selbstbehalt nicht zulässig. Der Versicherer dürfe zwar beim Tarifwechsel - soweit die Leistung im neuen Tarif umfassender ist - für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und auch eine Wartezeit verlangen. Der Versicherte dürfe aber durch einen «kumulativen Ansatz» nicht schlechter gestellt werden.
Der Selbstbehalt in einer privaten Krankenversicherung ist vergleichbar mit einer Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung beim Auto. Der absolute Selbstbehalt ist in der Regel ein fester jährlicher Betrag, der vom Kunden getragen werden muss, bevor die private Krankenversicherung zahlt.
-
Wohnrecht auf Lebenszeit trotz Umzugs ins Pflegeheim?
6002
-
Vollstreckung rückständiger Rundfunkgebühren häufig angreifbar
297
-
Eigenbedarfskündigung bei Senioren – Ausschluss wegen unzumutbarer Härte?
294
-
Wann ist ein digitaler Türspion erlaubt?
2881
-
Minderung schlägt auf Betriebskostenabrechnung durch
223
-
Die Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB
202
-
Probleme des Zugangsnachweises von rechtlichen Erklärungen
198
-
Klagerücknahme oder Erledigungserklärung?
183
-
Wann ist ein Anspruch verwirkt? Worauf beruht die Verwirkung?
176
-
Überbau und Konsequenzen – wenn die Grenze zum Nachbargrundstück ignoriert wurde
170
-
Augenblicksversagen
20.08.2026
-
Schuldunfähigkeit
20.08.2026
-
Verschulden des Versicherungsnehmers
20.08.2026
-
Grobe Fahrlässigkeit
20.08.2026
-
Leichte Fahrlässigkeit
20.08.2026
-
Kein Provisionsanspruch des Wohnungsverwalters gegen den Vermieter bei erfolgreicher Neuvermietung
19.08.2026
-
Erleichterungen für die Gesellschaft bei Einladung zur GmbH-Gesellschafterversammlung
17.08.2026
-
D&O im Dieselskandal: SdK klagt erneut – was der VW-Fall für die Praxis bedeutet
12.08.2026
-
Muss der Hersteller nach Vertragsende das Warenlager vom Distributor zurücknehmen?
07.08.2026
-
Bundesnetzagentur wird nationale Marktüberwachungsbehörde bei der KI-Aufsicht
16.07.2026