Kann ein Vereinsmitglied gegen eine Eintragungsanmeldung des Vereins vorgehen?
Der „Einspruch" des Mitglieds wurde mit Beschluss zurückgewiesen, dagegen legte das Mitglied Beschwerde ein und hatte - aus formellen Gründen - Erfolg. Das Amtsgericht prüft weiter. Wie sieht die Rechtslage in einem solchen Fall aus?
Einwendungen sind erlaubt, Einsprüche dagegen nicht vorgesehen
Nach den Regelungen des FamFG kann ein Mitglied (oder ein sonst Beteiligter) gegen eine Eintragungsanmeldung des Vereins keinen „Einspruch“ einlegen, dies ist nicht vorgesehen.
Es steht allerdings jedem von einer angemeldeten Eintragung Betroffenen frei, sich gegen die Eintragung zu wenden und seine hierfür maßgeblichen Argumente und Gesichtspunkte vorzutragen. Bei dem „Einspruch“ des Mitglieds handelte es sich um solche Einwendungen.
AG muss Voraussetzungen für die Wirksamkeit der Eintragung zu prüfen
Über diese Einwendungen muss das Amtsgericht inzident entscheiden, wenn es die Voraussetzungen für die Wirksamkeit der Eintragung zu prüfen hat. Wenn es die Einwendungen für nicht durchgreifend erachtet ist die Eintragung (§ 382 Abs.1 S.1 FamFG) vorzunehmen.
- Wenn das Gericht die Einwendungen für maßgeblich erachtet, kann es bei behebbaren Mängeln dem Verein aufgeben (§ 382 Abs. 4 FamFG), diese zu heilen,
- wenn die Mängel gravierend sind, führt dies zur Ablehnung der Eintragung (§ 382 Abs. 3 FamFG).
Keine gesonderte Entscheidungen über Einwendungen
Für eine gesonderte Entscheidung über die im Rahmen des Eintragungsverfahrens vorgebrachten Einwendungen eines Beteiligten gibt es gesetzlich keinen Raum.
Wenn das Amtsgericht Kenntnis von möglichen Mängeln z.B. während der Mitgliederversammlung erlangt, muss diesen Fragen aufgrund des Amtsermittlungsgrundsatzes des FamFG (§ 26 FamFG) nachgegangen werden.
Wenn diese Einwendungen beachtlich sind, können diese also dazu führen, dass das Amtsgericht die Eintragung der Anmeldung ablehnt. Aus diesem Grund sollte ein Verein solche Bedenken und Pläne aus dem Kreis der Mitglieder ernst nehmen.
-
Wohnrecht auf Lebenszeit trotz Umzugs ins Pflegeheim?
1.1082
-
Wann ist ein digitaler Türspion erlaubt?
4931
-
Vollstreckung rückständiger Rundfunkgebühren häufig angreifbar
486
-
Überbau und Konsequenzen – wenn die Grenze zum Nachbargrundstück ignoriert wurde
464
-
Klagerücknahme oder Erledigungserklärung?
351
-
Eigenbedarfskündigung bei Senioren – Ausschluss wegen unzumutbarer Härte?
343
-
Minderung schlägt auf Betriebskostenabrechnung durch
328
-
Wann ist ein Anspruch verwirkt? Worauf beruht die Verwirkung?
292
-
Die Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB
268
-
Brief- und Fernmelde-/ Kommunikationsgeheimnis: Was ist erlaubt, was strafbar?
226
-
BGH senkt Darlegungspflicht bei Auskunftsklage gegen Impfstoffhersteller
31.03.2026
-
EuG zum Anspruch auf Ausgleichszahlung bei Flugverspätung
30.03.2026
-
Sturz auf unübersichtlichem Mountainbike-Trail
26.03.2026
-
Haftpflichtschäden besser nicht selbst regulieren
25.03.2026
-
Private Krankenversicherung: Kosten für Pistenbergung mit Schlitten müssen nicht erstattet werden
24.03.2026
-
Stolperfalle Kopfsteinpflaster: Wie weit geht die Verkehrssicherungspflicht der Stadt?
13.03.2026
-
Sturz einer Schwangeren infolge Flucht vor Chihuahua
05.03.2026
-
Bestellbutton ohne Hinweis auf Zahlungspflicht: Kaufvertrag wirksam?
26.02.2026
-
Zahl der Datenschutzbeschwerden steigt deutlich an
02.02.2026
-
Abgelaufener Parkschein – darf der Parkplatzbetreiber abschleppen?
29.01.2026