Finanzminister Fahrenschon: „Keine Mediation im Steuerprozess!“ (FinMin)
In Übereinstimmung mit den beiden bayerischen Steuerberaterkammern - halte ich eine Mediation im Finanzgerichtsverfahren weder für zweckmäßig noch für notwendig. Ermessensentscheidungen, die Entscheidungsspielräume als Ansatzpunkt für eine Mediation auftun, sind im Steuerrecht eng begrenzt. Im übrigen bietet der Erörterungstermin oder die mündliche Verhandlung vor dem Finanzgericht einen geeigneten - und ausreichenden - Rahmen, tatsächliche Verständigungen zum Sachverhalt anzuregen und zu protokollieren. Für ein verpflichtendes Mediationsverfahren im Prozess vor den Finanzgerichten besteht keine Notwendigkeit. Dabei soll es bleiben!“ forderte Finanzminister Georg Fahrenschon am Montag (30.5.) beim Festakt „50 Jahre Steuerberatungsgesetz“ anlässlich des 6. Kammerfachtages der Steuerberaterkammer Nürnberg
Auslöser für die Debatte sei - wie so häufig - der EU-Gesetzgeber, so der Finanzminister. In den bisherigen Entwürfen eines Mediationsgesetzes ist die Finanzgerichtsbarkeit ausgeklammert. Bayern hat im Bundesrat Mitte März 2011 eine Öffnungsklausel der Länder, Mediation bei den Finanzgerichten einzuführen, mit seinen Stimmen verhindert.
Es fehlt im Steuerverfahren in der Regel an der ‚emotionale Ebene’!
"Anders als zum Beispiel häufig im Zivilprozess fehlt es Steuerverfahren in der Regel an der ‚emotionale Ebene’! Aber gerade hier setzt eine Mediation an.“ erläuterte Fahrenschon seine ablehnende Haltung. „Außerdem wurden im Jahr 2009 bundesweit nur rund 20 Prozent der erledigten finanzgerichtlichen Klageverfahren überhaupt ‚streitig’, also durch Urteil, entschieden. Der weitaus überwiegende Teil wurde durch Beschluss oder durch Einstellung wegen Zurücknahme der Klage erledigt - als Folge der Erörterung des Sach- und Streitstands durch das Gericht mit den Beteiligten im Rahmen einer mündlichen Verhandlung.
Diese Praxis hat sich bewährt, dabei soll es bleiben.“ so Fahrenschon.
„Geschuldet ist dieses Ergebnis nicht selten der kompetenten Beratung und Begleitung durch die steuerberatenden Berufe.“ erläuterte der Finanzminister weiter.„50 Jahre nach Inkrafttreten des Steuerberatungsgesetzes am 1. November 1961, mit dem die Steuerberater und Steuerbevollmächtigten erstmals ein bundeseinheitliches Berufsrecht erhielten, erweisen sich die Steuerberaterkammern in Bayern nicht nur als kompetenter Sprecher ihrer Mitglieder, sondern auch Katalysator der notwendigen Fortbildung im Berufs- wie auch Steuerrecht.
Sie sind auch kooperativer und kritischer Begleiter der Politik und der Verwaltung. Die Zusammenarbeit mit den Kammern in Bayern ist und war - bundesweit bekannt - intensiv und vor allem ergebnisorientiert. Dafür danke ich Ihnen heute sehr herzlich. Seien Sie auch weiter aktiver Gestalter der Steuerpraxis und der Steuerpolitik.“ appellierte Fahrenschon an die Steuerberaterkammer Nürnberg."
-
Wohnrecht auf Lebenszeit trotz Umzugs ins Pflegeheim?
1.1022
-
Klagerücknahme oder Erledigungserklärung?
583
-
Überbau und Konsequenzen – wenn die Grenze zum Nachbargrundstück ignoriert wurde
526
-
Die Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB
433
-
Eigenbedarfskündigung bei Senioren – Ausschluss wegen unzumutbarer Härte?
406
-
Wann muss eine öffentliche Ausschreibung erfolgen?
394
-
Wann ist ein Anspruch verwirkt? Worauf beruht die Verwirkung?
391
-
Transparenzregister: Wirtschaftlich Berechtigter nach GWG
368
-
Minderung schlägt auf Betriebskostenabrechnung durch
363
-
Patronatserklärungen: Wirkung, Varianten und praktische Bedeutung
358
-
Stolperfalle Kopfsteinpflaster: Wie weit geht die Verkehrssicherungspflicht der Stadt?
13.03.2026
-
Sturz einer Schwangeren infolge Flucht vor Chihuahua
05.03.2026
-
Bestellbutton ohne Hinweis auf Zahlungspflicht: Kaufvertrag wirksam?
26.02.2026
-
Zahl der Datenschutzbeschwerden steigt deutlich an
02.02.2026
-
Abgelaufener Parkschein – darf der Parkplatzbetreiber abschleppen?
29.01.2026
-
Unbemerkt via Apple Pay 42.000 EUR abgebucht – haftet die Bank?
20.01.2026
-
BMJV veröffentlicht Gesetzesentwurf zur Stärkung von Verbraucherrechten und Nachhaltigkeit
16.01.2026
-
Verweis auf im Internet abrufbare AGB ohne Versionsangabe unwirksam
14.01.2026
-
Einführung von Werbung bei Amazon Prime stellt Verstoß gegen den lauteren Wettbewerb dar
09.01.2026
-
Werkvertrag: Keine Vorteilsausgleichung bei spät auftauchenden Mängeln
29.12.2025