Bundesverband der Personalmanager*innen

Matthias Kempf wird neuer BPM-Präsident


Matthias Kempf wird neuer BPM-Präsident

Matthias Kempf ist der neue Präsident des Bundesverbands der Personalmanager*innen. Er tritt die Nachfolge von Inga Dransfeld-Haase an. Mit Malte Hansen verlässt das letzte Gründungsmitglied das Präsidium, das sich grundlegend erneuert. Es gibt viele personelle Überraschungen, doch die Änderungen folgen einem Muster.

Als Ende Juni die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Personalmanager*innen (BPM) ein neues Präsidium wählte, gab es zahlreiche Überraschungen. Anders als die Wahl vor zwei Jahren, markiert diese Wahl einen tiefen Einschnitt. Inga Dransfeld-Haase, die sechs Jahre den Verband als Präsidentin führte und sich große Anerkennung für diese Arbeit erwarb, trat nicht mehr zur Wahl an. Für die allermeisten war das eine faustdicke Überraschung, hatte sie den Verband nicht nur länger als ihre Amtsvorgänger geführt, sondern ihm auch besondere Strahlkraft verliehen.

Zum neuen Präsidenten wurde Matthias Kempf gewählt, ein bislang unbeschriebenes Blatt in der HR-Community, der auch nicht dem Präsidium angehörte. Kempf ist CPO des Baustoffherstellers Knauf, der 40.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten beschäftig. Er bringt Erfahrungen aus mehreren Unternehmen mit, aber über seine Erfolge in der Personalarbeit ist wenig bekannt.

Erneuerung im BPM

Mit dieser Art von Berufungen hat der BPM bislang gute Erfahrungen gesammelt, eine Art Muster ist erkennbar. Als Joachim Sauer (Amtszeit von 2009 bis 2015) zum Gründungspräsidenten gewählt wurde, kannte ihn niemand in der Szene. Über seine Personalarbeit bei Airbus war er nicht aufgefallen, entwickelte aber schnell Ehrgeiz. Auf Sauer folge Elke Eller (Amtszeit von 2015 bis 2019), die von Volkswagen Financial Services kam, in der Szene unbekannt war und auf dem Höhepunkt ihres Ansehens abtrat.

Als Nachfolgerin präsentierte Eller im Jahr 2019 Inga Dransfeld-Haase, die damals bei Nordzucker Personalarbeit in der zweiten Reihe verantwortete. In ihrer Amtszeit prägte sie den Verband und erwarb sich in der gesamten HR-Community großes Ansehen, doch dazu später mehr. Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms macht sie nun Platz für Matthias Kempf, der die Chance bekommt, eine neue Phase der Verbandsarbeit einzuleiten.

Doch nicht nur im Präsidentenamt kommt es zu einer Erneuerung, sechs weitere Mitglieder aus dem Präsidium scheiden aus, von denen manche den Verband über viele Jahre mitgeprägt haben. Malte Hansen gehört zu den Gründungsmitgliedern und war als Schatzmeister über viele Jahre dafür verantwortlich, dass der Verband finanziell solide aufgestellt war. Mit seinem Amt stand er zwar nicht im Rampenlicht, sorgte aber für die solide Basis der Verbandsarbeit und stand für Kontinuität. Mehr im Rampenlicht standen Frank Kohl-Boas (Vizepräsident) und Felicitas von Kyaw (Beisitzerin), die nach Aufgabe ihrer CHRO-Jobs auch nicht mehr für das Präsidium kandidieren können. Als Beisitzer haben auch Bernd Blessin, Anke Brinkmann und Claudia Heser nicht mehr kandidiert. 

Neue Köpfe im BPM-Präsidium

Den bislang drei Präsidenten ist es jeweils gelungen, aus dem Präsidium ein schlagkräftiges Team zu formen. Für Matthias Kempf bietet sich nun die Chance. Dabei kann er auf erfahrene Präsidiumsmitglieder wie Katharina Herrmann (Burda), Thymian Bussemer (Volkswagen), Emmanuel Siregar (Claas), Katrin Krömer (Bundesagentur für Arbeit) oder Tobias Schröder (jetzt Schatzmeister) zurückgreifen, aber er kann ein neues Team formen, da acht von dreizehn Mitgliedern neu sind.

Die Neuen kommen aus einem breiten Spektrum an Unternehmen, Konzerne sind ebenso vertreten wie Mittelständler. Die neuen Köpfe sind Carolin Schmidt (Hermes Fulfilment), Tilmann Knoll (Axel Springer), Thomas Kreiter (ÖBB Infrastruktur), Audee Masseran (Deutscher Sparkassen- und Giroverband), Helen Reck (Huk-Coburg), Marcus Rieker (Edelmann Group) und Jenny Zeller-Grothe (BVG). 

Bilanz der Amtszeit von Dransfeld-Haase

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie stellte die Bewährungsprobe für Dransfeld-Haases Führung dar. Sie meisterte diese Krise bravourös, verstand es, einen Teamgeist innerhalb des Präsidiums zu schaffen und den Mitgliedern Hilfen für ein erfolgreiches Krisenmanagement anzubieten. Ihre sichtbare, entschlossene und empathische Führung in dieser Zeit und ihre öffentlichen Stellungnahmen verschafften ihr Anerkennung über den Verband hinaus.

Unter Dransfeld-Haase ist der BPM zu einer lauten und klaren Stimme von HR geworden. Das war das Ergebnis der Arbeit des gesamten Präsidiums, aber auch der offenen, direkten und sympathischen Kommunikation der Präsidentin zu verdanken. Dransfeld-Haase hat ihren Kanal in den sozialen Medien ausgebaut und genutzt, um sich an aktuellen Debatten zu beteiligen. Sie hat zahlreiche Interviews mit Fach- und Publikumsmedien geführt, sich auf Podien gesetzt und Statements veröffentlicht. Damit hat sie den Verband von einer klassischen HR-Interessenvertretung zu einem Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Arbeitswelt fortentwickelt, der das Gespräch mit Medien, der Politik und der Gesellschaft sucht und pflegt.

Der neue Präsident und das neue Präsidium sind jetzt gefordert, die nächsten Schritte für den BPM zu gehen.


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