Auf der diesjährigen DGFP-Mitgliederversammlung zog Geschäftsführerin Katharina Heuer Bilanz zur Neuausrichtung der HR-Fachorganisation. Bild: Raum11 / Jan Zappner

Die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) haben turnusgemäß den neuen Vorstand gewählt. An den Vorstand sind hohe Erwartungen geknüpft: Er soll das Karrierenetzwerk inhaltlich weiterentwickeln und wieder in die schwarzen Zahlen führen.

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) vor zwei Jahren war turbulent verlaufen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard Rübling und seine Geschäftsführerin Katharina Heuer mussten zur Überraschung aller einen Millionenverlust verkünden und stellten einen Restrukturierungsplan vor, dessen Kern die Neuausrichtung der ältesten Fachorganisation des Personalwesen war und der die Schließung von Niederlassungen und die Verlegung der Zentrale von Düsseldorf nach Frankfurt vorsah. 

Auf der Mitgliederversammlung am 23. Mai 2017 legten Vorstand und Geschäftsführung nun den offiziellen Tätigkeitsbericht über die beiden Restrukturierungsjahre 2015 und 2016 vor, der Einblick in die Aktivitäten und den Geschäftsverlauf erlaubt.

DGFP 2020: Neue Strategie mit großem Zuspruch

Die Neuausrichtung spiegelt sich in dem Projekt "DGFP 2020" wider, das die neuen strategischen Stoßrichtungen festgelegt, die derzeit in der Umsetzung sind: Die Stärkung der Erfahrungsaustauschgruppen, die Positionierung als HR-Thinktank und als Sprachrohr von HR sowie als Professionalisierungspartner von HR. Der Erneuerungskurs fand, wie berichtet, auch schon im Vorfeld die Unterstützung von zahlreichen Mitgliedsunternehmen, was in der Mitgliederversammlung jetzt bestätigt wurde. 

DGFP weiter in der Verlustzone

Die vorgelegten Geschäftszahlen sind von der Restrukturierung geprägt. Der Verein DGFP konnte die Verluste zwar reduzieren, kommt aber trotz Senkung der Kosten um 14 Prozent nicht aus der Verlustzone. Die Substanz des Vereins ist allerdings nicht gefährdet, da der noch ausstehende Verkauf der Immobilien frisches Geld in der Vereinskasse erwarten lässt. Die Gründe für den Verlust liegen in Restrukturierungskosten, aber auch in der weiter negativen Entwicklung der beiden Ertragssäulen: den ordentlichen Firmenmitgliedschaften sowie im Akademiegeschäft. In beiden Feldern steht eine Trendwende noch aus.  

Rückgang bei Mitgliedern und Akademie-Teilnehmern 

Die Zahl der ordentlichen Firmenmitglieder ist von Anfang 2015 bis Ende 2016 von 1614 auf 1484 zurückgegangen. Mit acht Prozent ist der Mitgliederschwund deutlich höher als in den Jahren zuvor, was in der Restrukturierungsphase nicht wirklich überrascht. Die nächsten beiden Jahre werden zeigen, ob die DGFP den Rückgang stoppen und verstärkt neue Mitglieder gewinnen kann.

Bei der Akademie gingen Umsatz und Teilnehmerzahlen im Berichtszeitraum weiter zurück, wobei konkrete Zahlen im Tätigkeitsbericht nicht genannt werden. Nach Schließung der Niederlassungen musste hier eine vollständig neue Organisation aufgebaut werden, deren Leistungsfähigkeit erst noch unter Beweis gestellt werden muss. 

Der Tätigkeitsbericht gibt Auskunft über die zahlreichen Initiativen und Veränderungen, die die DGFP in den beiden Restrukturierungsjahren zu bewältigen hatte. Diese Bilanz ist eindrucksvoll und zeigt, dass es der Organisation nicht an Tatkraft und Innovationsgeist mangelt.

Dank an den scheidenden Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung wurde dem gesamten Vorstand sowie insbesondere Gerhard Rübling für sein "großes persönliches Engagement in den vergangenen vier Jahren" gedankt. Rübling, der altershalber ausscheidet, war seit 2005 im Vorstand und seit 2013 Vorstandsvorsitzender. Er hat den Restrukturierungskurs vorangetrieben und die Geschäftsführung unterstützt. 

Geschäftsführerin Katharina Heuer bedankte sich bei allen Vorständen für die Unterstützung: "Als Geschäftsführung und DGFP-Team haben wir vom Vorstand die Unterstützung erfahren, die wir auf dem nicht immer einfachen Weg gebraucht haben." Aus dem Vorstand wurden neben Rübling auch Wilfried Porth (Daimler) und Frank Weise (Agentur für Arbeit) verabschiedet.

Neuer Vorstand in neuer Zusammensetzung

Auf der Mitgliederversammlung wurde ein neuer, deutlich größerer Vorstand mit zehn Mitgliedern gewählt. Die versammelten Namen sind eindrucksvoll, der Frauenanteil liegt bei 30 Prozent.

Zum neuen Vorstand gehören: 

  • Prof. Dr. Wilhelm Bauer (Fraunhofer IAO)
  • Dr. Johannes Beermann (Deutsche Bundesbank)
  • Raimund Becker (Agentur für Arbeit)
  • Prof. Dr. Heike Bruch (Universität St. Gallen, Wiederwahl)
  • Oliver Burkhard (Thyssenkrupp)
  • Stefan Dräger (Drägerwerk)
  • Norbert Janzen (IBM)
  • Markus Kopp (Mitteldeutscher Flughafen, Wiederwahl)
  • Dr. Ariane Reinhart (Continental)
  • Dr. Bettina Volkens (Lufthansa)

Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft finden

Aufgabe dieser Persönlichkeiten wird es nun sein, die DGFP nach der Restrukturierungsphase in sicheres Fahrwasser zu bringen oder wie es Katharina Heuer ausdrückt: "In der digitalen Transformation können die Vorzeichen für ein starkes HR nicht besser sein. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern entwickeln wir Lösungen, um die anstehenden HR-Herausforderungen zu meistern. Und im öffentlichen Raum werden wir uns für eine starke HR-Profession und Funktion einsetzen. Und natürlich muss sich die positive Resonanz auf den Erneuerungskurs der DGFP auch nachhaltig in unseren Zahlen wiederfinden." 

Auf der Mitgliederversammlung wurde angekündigt, dass die DGFP ab 2018 ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Auf den neuen Vorstandsvorsitzenden, der in den nächsten Wochen auf der konstituierenden Vorstandssitzung gewählt wird, kommt damit eine große, aber auch reizvolle Aufgabe zu, die für die Weiterentwicklung von HR in Deutschland von großer Bedeutung ist.

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