Dekra: Burnout ist der neue "Arbeitsunfall"
Statt der typischen Unfälle am Arbeitsplatz wie Stürze oder Quetschungen bedrohten zunehmend Burnout und innere Kündigung Arbeitnehmer, wie die Dekra berichtet. "Bei der Arbeitssicherheit steht Deutschland im Vergleich gut da und wird immer besser", sagt Dekra-Arbeitsschutzexperte Sebastian Bartels. Dennoch schenkten die Firmen dem Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten noch zu wenig Beachtung. Durch Ausfallzeiten entstehe der deutschen Wirtschaft somit jährlich ein Schaden von 43 Milliarden Euro.
Gesetzliche Vorschriften als Hauptgrund für betrieblichen Gesundheitsschutz
Für die Studie hat Dekra bundesweit Betriebe befragt, 621 antworteten. Die Antworten zeigten, dass viele Firmen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz nur deshalb umsetzten, weil sie gesetzlich dazu verpflichtet seien, teilte Bartels mit. So nannten 84 Prozent der befragten Betriebe die geltenden Vorschriften als Motivation. Nur 31 Prozent sehen darin den wirtschaftlichen Nutzen. Immerhin 38 Prozent nannten "ethische Gründe". Hinzu kommt, dass die Unternehmen die größte Gefahrenquelle im "Verhalten der Mitarbeiter" selbst verorten. So nennt jeder Zweite (50 Prozent) seine Belegschaft als Hauptquelle für Unfallrisiken, gefolgt von "zunehmenden Druck auf die Mitarbeiter" (20 Prozent) und "Unkenntnis der Mitarbeiter" (17 Prozent).
Schulungen zum Gesundheitsschutz hält Mehrheit für wirkungslos
Ein weiterer ernüchternder Befund: Viele Maßnahmen werden offenbar als wirkungslos empfunden. So veranstalten neun von zehn Unternehmen Schulungen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz (89 Prozent), aber nur zwei Drittel (70 Prozent) glaubt an die Wirksamkeit der Maßnahme. An die Wirkung von ausgehängten Betriebsanweisungen glaubt nicht einmal jeder zweite Befragte (45 Prozent), obwohl vier von fünf Firmen (79 Prozent) Anweisungen aushängen. Des Weiteren unterschätzen die Führungskräfte die Unfallrisiken in ihren Unternehmen insgesamt. Vier von fünf (82 Prozent) der Unternehmen gehen davon aus, dass in ihrem Umfeld das Unfallrisiko "insgesamt geringer" ist als anderswo.
Meldepflichtige Arbeitsunfälle leicht gestiegen
In Wirklichkeit zeigt sich aber, dass die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Deutschland im ersten Halbjahr geringfügig gestiegen ist, wie die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen kürzlich mitteilte. Mit mehr als 460.773 lag sie um 0,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der tödlichen Unfälle sank dagegen deutlich - um 19 auf 201. "Wir wissen, dass gerade bei neuen Mitarbeitern die Unfallzahlen über dem Durchschnitt liegen", sagte Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Es brauche seine Zeit, bis sie mit dem Betrieb und ihrer Tätigkeit vertraut seien.
Betriebliches Gesundheitsmanagement ein Muss
Um dennoch Ausfallzeiten systematisch zu reduzieren, fordert Bartels die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Das A und O für die Wirksamkeit von Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sei letztlich, dass diese die Mitarbeiter auch erreichen. "Es gilt, die Führungskräfte einzubinden, zu schulen und sie in die Lage zu versetzen, ihrer Verantwortung auch im Gesundheitsschutz nachzukommen und eine Vorbildfunktion einnehmen zu können. Das Ziel muss es sein, eine Gesundheits- und Sicherheitskultur zu etablieren, die sich letztlich positiv auf die Produktivität auswirkt."
-
Ein Experiment zeigt, wie sich Krankheitstage senken lassen
952
-
Die wichtigsten Termine 2026 für Personalprofis
1616
-
Deutschlands beste Arbeitgeber 2026 stehen fest
66
-
Wie man einen Ruf schädigt: der Fall Cawa Younosi
612
-
Grieger-Langer und die gefakte Kundenliste
31
-
Esther Breuch verantwortet Personal bei Leaseplan
21
-
HR-Personalwechsel im März
16
-
KI-Lösung für HR Business Partner
14
-
Manuel Tellke übernimmt Personalleitung bei Koyo
13
-
Wo liegen die Herausforderungen für Ausbildungsbetriebe?
13
-
"Natürlich beschäftigt KI gerade alle im Recruiting"
27.04.2026
-
Bilanz der Amtszeit von Ralf Steuer bei der DGFP
23.04.2026
-
Die dunklen Seiten der Empathie
16.04.2026
-
Unternehmerisch denken, menschlich handeln: HR in bewegten Zeiten
16.04.2026
-
Wie viel Bürokratie herrscht in Organisationen?
13.04.2026
-
Blick in die Zukunft der Arbeit
09.04.2026
-
Müssen Führungskräfte auch böse sein können?
02.04.2026
-
HR-Personalwechsel im März
31.03.2026
-
KI, Leistung und Lernen – wie HR die Zukunft gestaltet
30.03.2026
-
Deutschlands beste Arbeitgeber 2026 stehen fest
20.03.2026