Mehr Innovationen durch lernfreundliche Arbeitsplätze
Wenn die Autoren der Studie „Learning and Innovation in Enterprises“ vom Institut für Innovation und Technik (iit) und des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) von „Lernfreundlichkeit“ sprechen, geht es nicht in erster Linie um Technik. Vielmehr profitieren Arbeitnehmer davon, wenn ihnen die Führungskräfte vertrauen und Verantwortung übergeben.
Kooperativer Führungsstil wichtig für Lernkultur
Lernfreundlichkeit bedeute im Kern, dass komplexere Aufgaben an Beschäftigte gestellt werden sollten, zum Beispiel durch ein vielfältigeres Aufgabenfeld und Zusammenarbeit im Team, wie es etwa in Projektstrukturen der Fall sei. Mitarbeiter sollten außerdem so weit wie möglich autonom darüber entscheiden können, welche Methoden sie nutzen und wie sie Prozesse gestalten, um ihre Aufgaben zu erledigen. Für das Lernen am Arbeitsplatz förderlich sei außerdem, Mentorensysteme zu etablieren. Besonders heben die Autoren die Bedeutung des Lernklimas und der Lernkultur in einem Unternehmen hervor. Dafür brauche es eine Organisation, die von Prinzipien wie Transparenz, Offenheit und einem kooperativen Führungsstil gekennzeichnet sei, in dem Feedback gegeben und gewürdigt werde.
Mitarbeiter fordern und fördern
Die Studie zeige, „Unternehmen haben ihre Innovations- und Zukunftsfähigkeit selbst in der Hand“, so Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie in Berlin. Wer seine Mitarbeiter fordere, indem man sie am Arbeitsplatz mit umfassenden, vielfältigen Aufgaben betraue und informelles Lernen fördere, der profitiere auch davon. In diesem Zusammenhang weist Dohmen auch darauf hin, dass die Studienergebnisse zeigen, dass Weiterbildung eher noch relevanter als Hochschulbildung sei. „In Zukunft sollte daher die Weiterbildung ein höheres Gewicht in der Bildungspolitik bekommen und sollte auch in der Innovationsdiskussion mindestens auf eine Stufe mit der Hochschulbildung gestellt werden“, fordert Dohmen.
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