Weniger Respekt im Osten, bessere Führung im Westen
Anhand von 63 Fragen ermittelte das Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work, wie die Beschäftigten ihren Arbeitsplatz erleben. Die Zahl derer, die finden, dass sie einen sehr guten Arbeitsplatz haben, hat sich zwar angeglichen – heute sind es 64 Prozent im Osten zu 65 Prozent im Westen. Die Unterschiede sind aber weiter erheblich.
Arbeitnehmer im Osten empfinden weniger Respekt und Wertschätzung
Am deutlichsten wird dies beim Thema Respekt. Der Aussage „Die Führungskräfte zeigen Anerkennung für gute Arbeit und besonderen Einsatz“, stimmen in Ostdeutschland nur 32 Prozent der Befragten zu, im Westen 46 Prozent. Im Osten meinen 39 Prozent der Befragten „Die Führungskräfte zeigen aufrichtiges Interesse an mir als Person und nicht nur als Arbeitskraft“, im Westen sind es 45 Prozent. Auch glauben nur 27 Prozent der Beschäftigten im Osten, dass ihre Führungskräfte sie in Entscheidungen, die ihr Arbeitsumfeld betreffen, mit einbeziehen, im Westen 39 Prozent. Dass ihre berufliche Entwicklung unterstützt wird, meinen 44 Prozent der Arbeitnehmer im Osten, im Westen 54 Prozent.
Führung wird im Westen deutlich besser bewertet
Auch die Glaubwürdigkeit des Managements wird zum Teil sehr unterschiedlich bewertet. „Die Führungskräfte halten mich über wichtige Themen und Veränderungen auf dem Laufenden“, bestätigen im Osten 41 Prozent, im Westen 49 Prozent der Befragten. „Die Führungskräfte leisten gute Arbeit bei der Zuweisung von Aufgaben und der Koordination der Mitarbeitenden“, glauben 42 Prozent der Beschäftigten im Osten und 49 Prozent im Westen. Dass die Führungskräfte gut erreichbar und unkompliziert anzusprechen seien, wird im Osten von 51 Prozent empfunden, im Westen von 64 Prozent der Befragten. Das ist immerhin ein Unterschied von 13 Prozentpunkten.
Unterschiedlich zufrieden beim Thema Gehalt
Auch beim Thema Gehalt gibt es unterschiedliche Ansichten in Ost und West. Repräsentativ glauben 44 Prozent im Osten und 50 Prozent im Westen, dass sie für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Tatsächlich liegen die Bruttolöhne immer noch weit auseinander, wie statistische Daten zeigen.
Aber ein guter Arbeitsplatz bedeutet weit mehr als ein gutes Gehalt. „Denn bei einer attraktiven Arbeitsplatzkultur geht es in erster Linie nicht um Vergünstigungen und Leistungen für die Beschäftigten“, betont Frank Hauser, Geschäftsführer von Great Place to Work Deutschland. „Grundlegend ist vielmehr, wie sich die Qualität der Beziehungen entwickelt und wie Werteversprechen formuliert und eingelöst werden“.
Leuchttürme für Arbeitsplatzkultur gibt es auch im Osten
Im Westen zeichnet Great Place to Work mehr Unternehmen für ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur aus als im Osten. Dort stellen sich auch 28 Jahre nach der deutschen Einheit weniger Unternehmen einem offenen Wettbewerb um die Talente. Aber auch im Osten gibt es Leuchttürme von ausgezeichneter Arbeitsplatzkultur: Baselabs aus Chemnitz, Communardo Software und T-Systems Multimedia Solutions aus Dresden oder die Reha Vita aus Cottbus sind Beispiele, die aus Sicht ihrer Beschäftigten über eine ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur verfügen.
Ein weiterer Punkt stimmt beim gesamtdeutschen Blick hoffnungsvoll: Deutschlandweit sind 72 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass ihr Unternehmen die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich bewältigen wird. Und hier sind die Unterschiede zwischen Ost und West gar nicht so groß: In Ostdeutschland zeigen sich 70 Prozent zuversichtlich, in Westdeutschland 73 Prozent.
Hier lesen Sie, wer laut dem Wettbewerb von Great Place to Work "Deutschlands Beste Arbeitgeber 2018" sind.
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