Sprachen lernen im Homeoffice: Tipps für die Weiterbildung

Viele Beschäftigte deutscher Unternehmen sitzen seit drei Monaten im Homeoffice und sind in dieser Zeit motiviert zu lernen. Arbeitgeber können den Effekt nutzen und gerade jetzt digitale Weiterbildung ermöglichen, beispielsweise mit Online-Sprachkursen. Fünf Tipps.

Aufgrund von Covid-19 arbeiten seit Mitte März zahlreiche Menschen von Zuhause aus. Nach und nach gibt es zwar Lockerungen, trotzdem ist klar: Homeoffice und flexibles Arbeiten wird auch in Zukunft ein Thema bleiben. Ein Thema, das die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg von Unternehmen wesentlich mitgestalten wird. Gerade in diesen schwierigen Zeiten lohnt es sich, Weiterbildungsangebote auszubauen oder neu zu starten. Denn Mitarbeitende haben eventuell mehr Zeit, eine erhöhte Aufnahmebereitschaft und ein größeres Interesse an neuen Lernimpulsen und -formaten. Diese Tipps können dabei unterstützen.

E-Learning – Unsere Themenreihe zum digitalen Lernen

In der Themenreihe E-Learning bietet die Haufe Online-Redaktion Orientierungshilfen und Einblicke ins Online-Lernen. Diesen Beitrag und alle weiteren finden Sie auf unserer Themenseite E-Learning.

Tipp 1: Weiterbildung auf das Homeoffice ausweiten

Menschen, die aufgrund der Pandemie zu Hause bleiben müssen, suchen aktiv nach einer sinnvollen Beschäftigung und greifen dabei vermehrt auf E-Learning-Angebote zurück. Bei der Sprachlern-App Babbel beobachteten wir im März 2020 - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - eine Steigerung der Anmeldezahlen für unsere Sprachkurse von bis zu 200 Prozent. Zudem haben die Lernenden seit Mitte März verstärkt neue Lektionen angefangen. Es besteht also ein starkes Interesse daran, Neues zu lernen. Diese Bereitschaft sollten Unternehmen jetzt nutzen.

Das Pharmazieunternehmen Servier Deutschland zum Beispiel hat sich nach einer Testphase kurz vor Covid-19 dazu entschieden, deutlich mehr Mitarbeitenden Sprachkurse anzubieten als anfänglich geplant: "Zunächst haben wir die Sprachkurse unseren Mitarbeitenden im Außendienst, im Rahmen einer kostenlosen Pilotphase, zur Verfügung gestellt", erklärt Ruth Wöhrle, Leitung der Personalentwicklung bei Servier Deutschland: "Deren positive Erfahrung hat sich sehr schnell im Unternehmen herumgesprochen. Mit dem Beginn des coronabedingten Homeoffice haben wir dann das Babbel-Angebot, viel schneller als ursprünglich geplant, auf den gesamten Außendienst ausgeweitet und es kurz danach auch allen Beschäftigten im Innendienst zur Verfügung gestellt."

Tipp 2: Nähe zu Mitarbeitenden schaffen

Servier zeigt den eigenen Angestellten mit dem neuen Sprachlern-Angebot: Wir kümmern uns um euch, auch wenn wir uns gerade nicht persönlich sehen können. Als die bisherigen Präsenzkurse aufgrund von Covid-19 entfallen mussten, konnte das Unternehmen mit der Online-Plattform schnell eine Lösung anbieten, die sich gut in den neuen Arbeitsalltag integrieren lässt. Das kommt gut bei den Beschäftigten an, berichtet Wöhrle: "Die Lektionen sind flexibel, kurz und sehr vielseitig. Diese effektive Art zu lernen schätzen unsere Mitarbeitenden sehr."

Bei Servier als internationales Unternehmen mit Hauptsitz in Paris spielt das Sprachenlernen eine besondere Rolle: "Grundlegende Fremdsprachenkenntnisse – insbesondere in der englischen und teilweise auch in der französischen Sprache – sind für alle unsere Mitarbeitenden wichtig und werden zukünftig immer bedeutsamer. Deshalb sind wir überzeugt, dass es sehr sinnvoll ist, den Ausbau vorhandener Sprachkenntnisse auf moderne Weise zu fördern", erzählt Wöhrle. Für Mitarbeitende mit intensivem Sprachlernbedarf besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Online-Gruppenklassen oder Einzelunterricht mit zertifizierten Lehrerinnen und Lehrern von Babbel zu buchen.

Tipp 3: Regelmäßigkeit etablieren 

Gerade jetzt, wo sich vieles zwangsweiswe neu ordnet, können auch neue Lerngewohnheiten etabliert werden. Das Online-Sprachenlernen bietet sich an, da es einer Regelmäßigkeit bedarf, die hilft, die Zeit zu Hause zu strukturieren und sinnvoll zu nutzen. Anders als etwa beim Präsenzunterricht in der Firma, sind die Mitarbeitenden mit E-Learning-Angeboten an keine festen Zeiten gebunden. Um sicherzustellen, dass ein solches, flexibles Weiterbildungsangebot effektiv genutzt wird, empfiehlt es sich, Lernroutinen aufzubauen. Bei Babbel zum Beispiel wird allen Mitarbeitenden mindestens ein Mal in der Woche ein 20-minütiger Slot im Kalender geblockt. Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier und feste Routinen sind gerade beim Sprachenlernen das "A und O".

Tipp 4: Mit Austausch die Motivation fördern

Unternehmen sollten ihren Mitarbeitenden darüber hinaus Zeiträume schaffen, in denen sie gemeinsam ihre Ziele definieren und sich über mögliche Schwierigkeiten austauschen können. Auch ein virtueller Ort, an dem Mitarbeitende ihre Erfahrungen und Tipps schriftlich teilen können, ist sehr hilfreich. Bei einem gemeinsamen Mittagessen oder einer 15-minütigen Tandem-Kaffeepause können Lernende unterschiedlicher Sprachniveaus darüber hinaus ihre Sprachkenntnisse testen und sich gegenseitig helfen. Solche "Language Lunches" und "Language Tandems" motivieren, die Lernsprache in der Praxis anzuwenden. Auch interne Wettbewerbe mit attraktiven Gewinnen können den Kampfgeist der Lernenden wecken.

Servier setzt dabei auf eine technische Lösung: "Unser Ziel ist es, die Mitarbeitenden dazu zu bringen, das eigene Lernen hoch zu priorisieren", erklärt Wöhrle. "Um die unterschiedlichen individuellen Lerntypen abzuholen, haben wir gemeinsam mit dem Spezialisten für digitale Lernlösungen Fast Lane über unsere IT-Lernplattform explorierendes Selbstlernen ermöglicht, eine Schnellstart-Anleitung zur Verfügung gestellt und in einem ausführlichen Webinar grundlegende Funktionen erläutert und anschaulich demonstriert."

Tipp 5: Erfolge richtig einschätzen und Lernfortschritte nachvollziehen

Bei jedem Weiterbildungsangebot ist es wichtig, sicherzustellen, inwiefern die tatsächliche Nutzung überprüft werden kann. Schließlich investiert das Unternehmen finanzielle Mittel und zeitliche Ressourcen. Weiterbildungsangebote sollten deshalb im besten Fall ein komplettes Nutzungsreporting anbieten. Auf Basis von Nutzungsstatistiken können im Gespräch mit den Mitarbeitenden Ziele definiert und Lernbarrieren analysiert werden. Denn um ein Weiterbildungsangebot erfolgreich im Unternehmen zu etablieren, sollte es immer aktiv begleitet werden.


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