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Ausländische Fachkräfte immer mehr gefragt

Gerade im EU-Ausland verläuft der Recruiting-Prozess recht schnell.
Bild: Silke Thole

Mehr als jedes zweite Unternehmen will in den kommenden zwölf Monaten Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland rekrutieren, so eine repräsentative Studie der Bitkom Research GmbH. Dabei läuft die Rekrutierung im europäischen Ausland bisher überraschend schnell.

Nach den Ergebnissen der Umfrage unter 1.406 Personalverantwortliche sind in der deutschen Wirtschaft vor allem Fachkräfte aus Südeuropa begehrt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 Prozent), die sich aktuell mit der Rekrutierung ausländischer Experten beschäftigen, richten ihren Blick Richtung Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland. In jedem fünften dieser Unternehmen (20 Prozent) arbeiten bereits Spezialisten aus diesen Ländern. 46 Prozent hingegen rekrutieren aus westeuropäischen EU-Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder Belgien. Bei den Rekrutierten handelt es sich in erster Linie um Berufseinsteiger (62 Prozent) und Young Professionals (59 Prozent). Bereits 39 Prozent der Unternehmen hat bereits Stellen auf der ersten Führungsebene mit ausländischen Kandidaten besetzt oder plant dies zu tun. Für Fach- und Führungskräfte sind der Erwerb neuer Fähigkeiten (53 Prozent) oder Erfahrungen (47 Prozent) und die Karriereaussichten im Herkunftsland (40 Prozent) die Hauptmotivationen für den Schritt, in Deutschland zu arbeiten.

Größere Unternehmen werben mehr ausländische Fachkräfte an

Weiterhin zeigt die Umfrage, die vom Business-Netzwerks Linkedin beauftragt wurde, dass die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte in der deutschen Wirtschaft stark von der Unternehmensgröße abhängt. Insgesamt beschäftigen derzeit 13 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ausländische Fach- und Führungskräfte. Unter den Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es dagegen 58 Prozent.

Dabei geht die Suche nach geeigneten Bewerbern im EU-Ausland überraschend schnell: 56 Prozent der Unternehmen, die ausländische Fach- und Führungskräfte beschäftigen wollen, konnten in der EU innerhalb von sechs Monaten neue Mitarbeiter rekrutieren. Im Nicht-EU-Ausland gelingt das nur 17 Prozent der Unternehmen, 45 Prozent benötigen dort ein Jahr oder länger.

Recruiting meist über Bundesagentur für Arbeit und Personalvermittler

Für die Suche nach ausländischen Experten nutzen die Unternehmen neben klassischen Rekrutierungswegen auch Online-Kanäle. 97 Prozent schalten die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit ein und 90 Prozent setzen auf spezialisierte Personalvermittlungen. Darauf folgt das Internet: 74 Prozent betreiben eine eigene Karriere-Webseite, 73 Prozent nutzen Online-Jobbörsen und 72 Prozent soziale Netzwerke. Gefragt nach dem Erfolg der verschiedenen Rekrutierungswege schneiden die Online-Kanäle am besten ab. 96 Prozent der Unternehmen, die im Ausland Fach- und Führungskräfte suchen, bewertet die eigene Karrierewebseite als "erfolgreich" oder "sehr erfolgreich". An zweiter Stelle stehen mit 82 Prozent die Online-Jobbörsen. Auf Platz drei folgen mit 74 Prozent die spezialisierten Personalvermittlungen.

Am meisten gesucht: IT-Fachkräfte und Controller

Laut Umfrage werden in erster Linie IT-Fachkräfte und Controller im Ausland gesucht. Jeweils 40 Prozent der Unternehmen, die im Ausland rekrutieren, wollen entsprechende Experten nach Deutschland holen oder haben das bereits getan. Allerdings zieht sich der Bedarf durch fast alle Abteilungen der Unternehmen. 26 Prozent suchen Marketing-Spezialisten, je 25 Prozent Qualitätsmanager und Vertriebsexperten sowie 24 Prozent Mitarbeiter für Forschung und Entwicklung. 60 Prozent der Unternehmen, die ausländische Fachkräfte beschäftigen, geben an, das die Mitarbeiter im Durchschnitt bis zu drei Jahre im Unternehmen bleiben.

Die komplette Studie zum Download finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Fachkräfte, Bewerbermanagement, Personalvermittlung

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