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Tipps: Wie Teambildung garantiert misslingt

Ziehen Personalverantwortliche beim Teambuilding nicht am gleichen Strang wie das Team, scheitert das Training.
Bild: Stockbyte

Führungskräfte und Personaler haben einen großen Einfluss darauf, ob ein Teambuilding Erfolg hat oder nicht. Coach Marietheres Mimberg zeigt anhand von zehn - nicht ganz ernst gemeinten - Tipps, wie Personalverantwortliche ein Teamtraining garantiert zum Scheitern verurteilen.

Tipp 1: Warten Sie auf einen akuten Anlass.

Warten Sie unbedingt mit der Teambildungsmaßnahme bis zu einer akuten Krise - besonders geeignet sind Finanzkrisen mit drohender personeller Veränderung. Dann verordnen Sie die Maßnahme - aber zackig!

Tipp 2: Führen Sie das Vorgespräch allein.

Sprechen Sie unbedingt allein und nur ausschließlich Sie - mit dem Teambildner. Informieren Sie ihn ausführlich über die Charaktere der einzelnen Teammitglieder; immerhin kennen Sie sie genau. Der externe Berater wird froh sein, wenn Sie Ihre Bewertung der Dinge, Ihre Sicht auf die Schuldigen und Ihre fundierten Lösungsmöglichkeiten sofort mitteilen; wahrscheinlich kann man die ganze Maßnahme dann auch immens kürzen.

Tipp 3: Platzen Sie immer mal wieder ins Teambuilding rein.

Um nach außen Ihre Verbundenheit mit dem Team, um das es geht, zu zeigen (nach innen aber auch zu verdeutlichen, wer der Chef im Hause ist), seien Sie unbedingt während der Maßnahme anwesend! Am besten nicht die ganze Zeit, es reicht, mehrmals hineinzukommen und sich kurz auf den neuesten Stand zu bringen. Stoppen Sie Irrwege, die der Teambildner droht zu gehen, sofort und vehement! Sie sind der Chef, Sie bezahlen…

Tipp 4: Sorgen Sie dafür, dass die Teammitglieder ständig zu erreichen sind.

Selbstverständlich haben Sie die angebotene Maßnahme bereits auf einen halben Tag reduziert. (Was denkt sich der Externe eigentlich? Hier geht's immerhin um Ihr Geld!) Sorgen Sie aber unbedingt dafür, dass die Teammitglieder telefonisch erreichbar bleiben die Kunden und Sie wollen befriedigt werden immer.

Tipp 5: Stellen Sie sicher, dass keine nachhaltige Methodik eingesetzt wird.

Sorgen Sie dafür, dass der Teambildner auf keinen Fall einen abwechslungs- und methodenreichen Tag konzipiert! Sie wissen, dass so ein Mix nur verwirrt. Entscheiden Sie, ob Ihre Mitarbeiter zuhören sollen dann fordern Sie ausreichend Vorträge und theoretische Inputs ein oder ob sie sich nun denn vergnügen sollen. Sie haben ja mal gehört, dass diese Outdoor-Events-Dings was bringen sollen… Dann eben einen halben Tag Rafting - aber auch nur Rafting und gut ist's. Transfer und Nachhaltigkeit? Das ist doch Quatsch.

Tipp 6: Geben Sie deutlich die Marschrichtung vor.

Halten Sie die Begrüßungsworte am Teamtag Ihrer Mitarbeiter selbst mit klaren, deutlichen Worten, die zeigen, was Sie erwarten: "Zusammenreißen hat noch keinem geschadet und jetzt arbeiten alle gut als Team zusammen." Verdeutlichen Sie sofort Ihre Erwartungen für die Zeit nach dieser Sache mit dem Teamwork.

Tipp 7: Definieren Sie vorab, wer sich verändern soll und wer nicht.

Lassen Sie Ihre besten Mitarbeiter in diesem Team wissen, dass diese sich natürlich auf gar keinen Fall in irgendeiner Weise verändern sollen! Nicht Ihre Ansprechpartner in diesem Team, die wissen, wie Sie denken, was Sie wollen ... Es gibt genügend andere, die sich ändern können solange sonst alles so bleibt, wie es war.

Tipp 8: Lenken Sie vom Thema "Unternehmenskultur" ab.

Hören Sie genau hin, ob irgendwann mal (im Vorfeld oder bei Ihren Kurzbesuchen während des Teamtags) die Worte "Unternehmenskultur" oder "Werte" fallen. Dann ist Ihr Einschreiten sofort gefragt, um zu verhindern, dass der Fokus auf einmal auch auf Ihre Art der Unternehmensführung fällt. Verhaltensweisen Ihrer Mitarbeiter haben überhaupt keinen Zusammenhang zu den Unternehmensstrukturen oder -denkweisen.

Tipp 9: Kontrollieren Sie das Feedback ihrer Mitarbeiter.

Lassen Sie sich auf jeden Fall die Feedback-Bögen zeigen beziehungsweise (noch besser) geben. Sprechen Sie mit dem Teambildner ausführlich über seinen verschuldeten Anteil an negativen Äußerungen und nutzen Sie diese und das Gespräch, um den vereinbarten Nachfolgeworkshop sofort zu canceln. Nochmal drei Stunden weg und das, um "Hausarbeiten" auf ihre Umsetzung und nachhaltige Wirkung zu überprüfen… das können Sie auch selbst!

Tipp 10: Verbuchen Sie das Teambuilding als Urlaub.

Lassen Sie Ihre Lohnbuchhaltung wissen, dass für die Teilnahme an der Teammaßnahme selbstverständlich ein Urlaubstag oder Überstunden verrechnet werden. Immerhin geht es um eine Finanzkrise! Sie zahlen ja den Teambildner schon…

Haufe Online Redaktion

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