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| Personalentwicklung

Ist der Hype um Social Media vorbei?

Viele Firmen nutzen Social Media in der Personalentwicklung – doch selten als Top-Instrumente.
Bild: Haufe Online Redaktion

Social Media etablieren sich in der Personalentwicklung – aber nur langsam. Das ist das Ergebnis einer Studie, die den Status Quo von sozialen Medien – auch im Vergleich zu 2012 – zeigt. Zu den Top-Personalentwicklungsmaßnahmen zählen Social Media aber dennoch nur in den wenigsten Unternehmen.

Bereits zum zweiten Mal hat der Lehrstuhl für Organisation & Personalmanagement an der Wiesbaden Business School der Hochschule Rhein-Main nach 2012 die Studie "Personalentwicklung 2.0" durchgeführt. Ziel war es auch diesmal, den Status Quo zum Einsatz von sozialen Medien in der Personalentwicklung zu ermitteln. Diesmal nahmen 156 Personen an der Studie teil, die vornehmlich aus dem HR-Bereich großer und mittelständischer Unternehmen kommen.

Frontalunterricht beliebter als Lernen per Social Media

Thorsten Petry, Professor für Organisation & Personalmanagement an der Wiesbaden Business School, der die Studie auch vor zwei Jahren bereits durchgeführt hat, berichtet in der aktuellen Ausgabe der Wirtschaft + Weiterbildung über die zentralen Ergebnisse. Dabei stellt er fest: Zwar haben sich soziale Medien im Vergleich zu 2012 weiter etabliert – doch der Wert ist nur langsam angestiegen: 2014 nutzen 72 Prozent der untersuchten Unternehmen Social Media in irgendeiner Form in ihrer Personalentwicklung. Vor zwei Jahren waren es 60 Prozent.

Eine dominante Rolle spielen die sozialen Medien aber trotz des Anstiegs nur in wenigen Unternehmen: Wie Petry zeigt, gehören sie nur in 15 Prozent der Unternehmen zu den Top 5 der Personalentwicklungsansätze. Als wichtiger bewerten die Befragten Ansätze wie Learning by Doing am Arbeitsplatz, den klassischen Frontalunterricht und Coaching/ Mentoring.

Wie vor zwei Jahren fragten die Wissenschaftler auch wieder danach, welche Ziele die Unternehmen mit dem Social-Media-Einsatz in der Personalentwicklung verfolgen. Nach wie vor steht hier das klassische Wissensmanagement im Vordergrund: Als wichtigstes Ziel nennen die Studienteilnehmer die Ausweitung von Fachwissen, gefolgt von der Speicherung von Wissen und dessen Verfügbarmachung.

80 Prozent informelles Lernen – doch  nur 20 Prozent Budget

Auch die Erwartungen, die die Personalverantwortlichen mit dem Einsatz von Social Media in der Personalentwicklung verknüpfen, analysierten die Studienautoren. Hier stehen bei den Befragten im Vergleich zu 2012 vermehrt die Förderung von Eigenverantwortung, die Unterstützung von bedürfnisorientiertem Lernen, der Ausbau von informellem Lernen und die Vernetzung von Wissensträgern im Vordergrund.

Der Zuwachs bei der Förderung von Eigenverantwortung und dem Ausbau informellen Lernens passt laut Petry zu der Erwartung, durch die Nutzung von Social Media die 80/20-Regel zu kippen, derzufolge 80 Prozent des Lernens zwar informell erfolgt, aber die Budgets zu 80 Prozent für formelles Lernen und nur zu 20 Prozent für informelles Lernen verwendet werden.

Weniger populär dagegen ist es den Erkenntnissen der Studienautoren zufolge, Social Media zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität einzusetzen: Nur relativ wenige Unternehmen setzen demnach die sozialen Medien in der Personalentwicklung zum Selbstzweck ein – also etwa, weil sie denken, dies "einfach tun zu müssen", wie Petry schreibt. Bei der absoluten Mehrheit stehen dagegen inhaltliche Ziele im Vordergrund.

Den kompletten Beitrag "Ist der Hype um Social Media schon vorbei?" mit weiteren Studienergebnissen lesen Sie in Ausgabe 11-12/2014 der Wirtschaft + Weiterbildung.

Haufe Online Redaktion

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