Mitarbeiterbindung  Fairness und Transparenz zahlen sich aus, denn sie schaffen Zugehörigkeit. Der Nutzen ist laut einer Studie enorm: Fast ein Fünftel der Befragten würde um kein Geld der Welt zu einem kulturell schlechter passenden Unternehmen wechseln. 60 Prozent wollen erheblich mehr Gehalt.

Eine gleiche und faire Behandlung aller Mitarbeiter ist der wichtigste Faktor, mit dem Unternehmen in ihren Belegschaften ein Gefühl von Zugehörigkeit schaffen können, ermittelte eine Umfrage des beruflichen Netzwerks Linkedin unter 2.040 Personen, darunter 1.010 Erwerbstätigen. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) sprachen sich für Gleichbehandlung und Fairness aus.

Auf den zweiten Platz kam „eine allzeit offene und ehrliche Kommunikation“ (16 Prozent) und auf Rang drei „eine hervorragende Mitarbeiterbeteiligung“ (elf Prozent). Vier Prozent der befragten sprachen sich für „Diversity“ aus und jeweils zwei Prozent wählten „eine Haltung des Unternehmens zu gesellschaftlichen Themen“ beziehungsweise „Investitionen in CSR-Programme“.

Mit Diversity bei Berufseinsteigern punkten

Das heißt jedoch nicht, dass Diversity aus Sicht der Arbeitnehmer ein unwichtiger Faktor ist. Auch wenn Diversity nur von zwei Prozent der Befragten an erster Stelle genannt wurde, wählten viele (24 Prozent) die Integration von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund auf einen der ersten drei Plätze. Insbesondere bei Berufseinsteigern (41 Prozent) und bei Arbeitnehmern mit Hochschulabschluss (28 Prozent) erzeugt Diversity eine hohe Bindung an den Arbeitgeber.

Frauen wollen Gehaltsgleichheit

Auch bei Frauen und Männern zeigen sich Unterschiede, wie eine genauere Betrachtung des Faktors „Fairness“ ergibt: Ein gleiches Gehalt für Frauen und Männer in vergleichbaren Positionen wählten – nicht sehr überraschend – sehr viel mehr weibliche (46 Prozent) als männliche Befragungsteilnehmer (28 Prozent) auf den ersten Platz.

Bei einem weiteren politischen Thema herrscht mehr Einigkeit über alle Befragten hinweg: Unternehmen, die faire Verträge bieten und auf sachgrundlose Befristungen verzichten, können 15 Prozent aller Befragten voll und ganz überzeugen. Insgesamt 44 Prozent der Befragten wählten diesen Punkt auf Platz eins bis drei.

Hoher Return of Investment von Programmen zur Mitarbeiterbindung

Allerdings erfordern Programme, die das Potenzial haben, Zugehörigkeit aufzubauen, ein gezieltes Vorgehen. Und sie kosten Geld. „Kein Unternehmen wird alle Maßnahmen umsetzen, die laut unserer Studie die Treue der Mitarbeiter sichern helfen, und die Überzeugungen des Managements spielen bei der Auswahl sicher eine große Rolle“, schränkt deshalb Barbara Wittmann, Direktorin für den Bereich Talent Solutions und Mitglied der Geschäftsleitung von Linkedin DACH, ein.

Doch der Return of Investment von Programmen zur Mitarbeiterbindung sei hoch, so Wittmann weiter: „Überrascht hat uns an den Ergebnissen vor allem, auf wie viel Mitarbeiter zu verzichten bereit sind, wenn sie mit ihrem Arbeitgeber auf einer Linie sind.“ 

Loyalität könnte noch höher sein

86 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass sich ihr Arbeitgeber bemüht, ein Gefühl der Zugehörigkeit herzustellen. Zahlreichen Unternehmen gelingt es bereits heute, Loyalität in ihren Belegschaften zu schaffen. Aber es gibt durchaus noch Luft nach oben: Laut Umfrage findet jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland (21 Prozent), dass er „kulturell“ perfekt zu seinem Arbeitgeber passt. Jeder vierte (26 Prozent) sieht sich und den Arbeitgeber als ein „tolles Team“ an.

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