09.04.2014 | Lehre

Auszubildende werden immer älter

Auszubildende beginnen inzwischen immer häufiger erst ab Mitte 20 ihre Lehre.
Bild: Haufe Online Redaktion

Junge Menschen starten immer später in eine Ausbildung. Das zeigt eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach hat sich die Zahl der beruflichen Späteinsteiger zwischen 25 und 29 Jahren fast verdoppelt –neuer Diskussionsstoff für Kritiker der Altersgrenze beim Mindestlohn.

Die Zahl der Jugendlichen, die bereits im Alter zwischen 15 und 19 Jahren eine Berufsausbildung starten, ist in den vergangenen 13 Jahren stark gesunken, belegt die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA).  Absolvierten im Jahr 2000 noch mehr als 843.000 junge Männer und Frauen zwischen 15 und 19 Jahren eine Lehre, so waren es Mitte vergangenen Jahres nur noch knapp 525.000.

Dagegen absolvierten Mitte 2013 absolvierten nach Bundesagentur-Angaben knapp 113.000 Menschen zwischen 25 und 29 Jahren eine Lehre; im Jahr 2000 waren es nur knapp 54.000 gewesen.

Altersgrenze beim Mindestlohn hängt von der Statistik ab

Das steigende Alter von Lehrlingen hatte zuletzt in der Debatte über Ausnahmen bei der geplanten Mindestlohnregelung eine Rolle gespielt. So forderten Arbeitgeber mit Blick auf das angeblich bei

19,8 Jahren liegende Durchschnittsalter der Ausbildungsanfänger eine Altersgrenze von mindestens 21 Jahren für das Wirksamwerden des Mindestlohnes von 8,50 Euro je Stunde. Der Vorschlag der schwarz-roten Bundesregierung sieht dagegen eine Zahlung schon ab 18 Jahren vor.

Daneben beschäftigt auch die Zahl der Ausbildungsverträge weiterhin das Bundeskabinett. Wie aus einem Bericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn, der bereits im Dezember veröffentlicht wurde, hervorgeht, ist die Zahl der Lehrverträge im vergangenen Jahr gesunken. Gleichzeitig konnten 33.500 Stellen nicht besetzt werden. Und die Zahl der Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz fanden, stieg um 5.400 auf 21.000.

Mismatch zwischen Auszubildenden und Ausbildungsstellen beheben

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) nahm nun dazu Stellung. "Das betriebliche Angebot und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen, wird eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre sein", sagte sie. Die Unternehmen müssten angesichts der alternden Gesellschaft ihren Einsatz für Fachkräfte verstärken und auch denjenigen jungen Menschen eine Chance geben, denen der Einstieg schwer falle.

Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Mindestlohn

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