Tierisch feierlich
Tag des Bürohundes. Klar, kann man feiern. Und alle guten Argumente sammeln, die dafür sprechen, einen Hund mit ins Büro zu schleppen. Das vordergründigste und vielleicht auch einzig stichhaltige davon dürfte sein, dass das Tier dann nicht allein zuhause sitzt. Ansonsten fallen mir – man möge es mir verzeihen – viele bessere Orte ein, wo ein Hund sich wohlfühlt. Die Mahnung, dass ein Hund nicht nur ein Sofa-Kuscheltier ist und eine Vollzeitbeschäftigung vielleicht dagegensprechen könnte, sich ein Tier anzuschaffen, das viel Freilauf und vor allem viel Freizeit benötigt, scheint mir dringlicher als das Problem mit "man kann ihn sogar ins Büro mitnehmen" zu verharmlosen.
Denn genau das – so viel Ehrlichkeit muss erlaubt sein – ist in den meisten Büros unserer Republik aus guten Gründen nach wie vor nicht möglich. "Ich muss zuhause ein Haustier hüten" ist denn auch eine der häufigsten Begründungen, warum Arbeitnehmende nicht ins Büro kommen, sondern das Homeoffice als Tätigkeitstätte bevorzugen. Der Hund ist im realen Leben – Bürohundetag hin oder her – in Wahrheit ein Büroverhinderungshund für Herrchen und Frauchen.
Auch andere Tiere wollen gefeiert werden
Aber hey, es gibt doch – pfeif auf den Bürohund - viele andere Tierfeiertage, die es wert sind, gefeiert zu werden. Wie wäre es mit dem Chicken-Curry-Tag am 12. Januar? Nein? Vegetarier können auf den am gleichen Tag zu begehenden internationalen Schafkopftag ausweichen, auch wenn Kritiker hier natürlich zu Recht bemängeln werden, dass das Tier hier nur teilweise gefeiert wird.
Das ganze Tier feiern kann man nur einen Tag später, am 13. Januar am Tag des Quietscheentchens. Das dürfen Sie auch gerne ins Büro mitnehmen, sofern Sie um der Allergiker willen – da haben wir starke Parallelen zum Hund – sicherstellen, dass das Tier aus allergiefreiem Kunststoff gefertigt ist. Zu laut quietschen sollten der kleine Ohnbeiner natürlich nicht.
Modisch und intellektuell voll auf der Höhe
Wer mit seinem Hund im Homeoffice bleibt, muss sich wegen eines verpassten Bürohundetages auch nicht lange grämen, sondern kann sich zuhause beim "Zieh dein Haustier an"-Tag voll ausleben. Unser Beagle ist an diesem Tag meist besser angezogen als ich es bei meiner Hochzeit war.
Katzenbesitzer sind beim "Beantworte die Fragen deiner Katze"-Tag intellektuell gefordert. Unser Kater – das liegt womöglich in der Familie – stellt wenig intelligente Fragen, sondern fragt immer nur nach Fressen. Wir antworten stets prompt, er liegt schon deutlich über dem Idealgewicht. Wer das unter Tierschutzaspekten kritisch sieht, muss bedenken, dass das vielen Mäusen und vor allem Vögeln (es sieht in der Tat ein wenig erbärmlich aus, wie er an einem Baumstamm herunterrutscht, den er erklimmen wollte) das Leben rettet.
Auch Wissbegierige und Ehrenamtliche werden involviert
Für Naturliebhaber bietet sich der "Fütterung der Waldtiere"-Tag an. Verzichten Sie allerdings darauf, auszuprobieren, ob Ihnen die Wildschweine aus der Hand fressen. Die Individualisten unter uns meiden den "Tag der süßen Katzenbabies" und den "Tag der Hundewelpen". Zu viel Rummel. Zu kommerziell. Wer es besinnlicher und stiller mag, weicht aus auf den Ehrentag der Seekühe oder nutzt den Ehrentag der Fledermaus.
Wer sein Wissen erweitern möchte, kann am "Lerne mehr über Schmetterlinge"-Tag endlich mal den Unterschied zwischen einem Admiral und dem Kleinen Fuchs lernen und wer ehrenamtlich tätig werden möchte und dazu einen Tiergedenktag nutzen will, kann beim "Rettet die Frösche"-Tag aktiv werden. Wiederbelebungsversuche plattgefahrener Exemplare bleiben allerdings meist vergeblich. In diesem Sinne passt auch der "Tritt nicht auf eine Biene"-Tag gut in den Jahreslauf der Gedenktage, auch wenn man hier nicht ganz sicher ist, ob er dem Schutz der Bienen oder dem Schutz der Füße gewidmet ist.
Das Einhorn darf nicht fehlen
Für künstlerisch Begabte und Social Media-Influencer ist der Tag der Haustierfotos wie geschaffen. Der Tag des gelben Schweins am 17. Juli wirft Fragen auf. Hier handelt es sich um einen von Mathematikern ins Leben gerufenen Tiergedenktag und wer hier tiefer eintauchen möchte, wird lernen, dass nach langer Beschäftigung mit der Zahl 17 und bei korrekter Anwendung entsprechender mathematischer Assoziationsketten ein gelbes Schwein als unweigerliche Ergebnis am Ende des Rechenwegs herauskommt. Es scheint sich dann aber doch eher um ein theoretisches Konstrukt zu handeln, denn gesichtet wurde das gelbe Schwein bislang in etwa so oft wie das berühmte Einhorn. Das wiederum feiern wir natürlich mit einem eigenen Tiergedenktag am ersten November, dem internationalen Tag des Einhorns.
Die eigenen Präferenzen entdecken
Vielleicht zeigen Sie sich am internationalen Tag des Faultiers einfach mal solidarisch und faulenzen mal einen Tag lang. Wer es kuschelig mag, nutzt den "Umarme ein Schaf"-Tag. Wer mutig ist, lässt die Paarhufer links liegen und probiert direkt den "Umarme einen Bären"-Tag aus. Wer von Umarmungen nicht genug bekommen kann und den totalen Adrenalinkick braucht, kann auch den "Umarme einen Hai"-Tag am dritten Dezember nutzen. Auch wenn sich das kurz vor Weihnachten anbietet: Hai-Umarmungen an Freunde und Familienmitglieder zu verschenken, kommt häufig nicht so gut an und kann leicht missverstanden werden.
Wer sich gar nicht entscheiden kann, kann ganz am Ende des Jahres, am 27. Dezember, den "Mach einen Zoobesuch"-Tag nutzen und selbst mal überlegen, wo seine Präferenzen liegen. Den Bürohundetag braucht jedenfalls kein Mensch.
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