Die schlechtesten Personalmarketing-Maßnahmen des Jahres
Das Gaffel Brauhaus in Berlin diente als entspannter Rahmen für ein Thema, das viele Lacher und Häme erzeugt, aber einen ernstzunehmend Hintergrund hat: Zum zweiten Mal haben der HR-Leiter Jannis Tsalikis und der Berater Henner Knabenreich die Goldene Runkelrübe in den vier Kategorien Stellenanzeige, Recruiting-Video, Karrierewebseite und den Social-Media-Auftritt eines Arbeitgebers verliehen. Das ganze Jahr über konnten Interessierte Vorschläge an die Award-Initiatoren schicken, die diese auf der Webseite www.goldenerunkelruebe.de veröffentlichten. Eine Jury aus Dienstleistern, Bewerbern und HR-Experten stimmte dann online über die Gewinner ab. Alle Nominierungen dieses und des vergangenen Jahres lassen sich auf der Award-Webseite abrufen.
Preisträger reagieren auf die unrühmliche Award-Vergabe
Der Preis, der erst zum zweiten Mal verliehen wird, hat nicht nur ein großes Medienecho, sondern auch Reaktionen einiger Award-Preisträger hervorgerufen: Die Allianz hatte im vergangenen Jahr den unrühmlichen Preis für ihren Pinterest-Auftritt bekommen. Kurz danach war die Seite laut Henner Knabenreich gleich wesentlich lebendiger.
Auch die Kreissparkasse Birkenfeld reagierte auf ihren Award für die schlechteste Stellenanzeige im vergangenen Jahr – allerdings eher mit vorgeschobenen Ausreden, so die Award-Initiatoren.
In diesem Jahr verschickte ein Unternehmen sogar eine Pressemitteilung zu seiner Nominierung: Die in der Initiative "FM - Die Möglichmacher" zusammengeschlossenen Gebäudedienstleister freuen sich darin über ihre Nominierung in der Kategorie Stellenanzeige, weil sie ihr Ziel, Aufsehen zu erregen, erreicht hätten. "Im Vorentscheid eines Wettbewerbs für Human-Resources-Kommunikation", heißt es weiter in der Pressemitteilung, "konnten die ‚Möglichmacher‘ renommierte Unternehmen und Arbeitgeberadressen wie Rewe und Randstad, Boston Consulting und Hermes oder Norma und Arag hinter sich lassen."
Die schlechteste Stellenanzeige kommt vom Europäischen Patentamt
Gewonnen hat in der Kategorie Stellenanzeige jedoch ein anderes Unternehmen: Es ist in diesem Jahr das Europäische Patentamt. Die eingereichte Stellenanzeige enthält lediglich das Logo des Patentamts als Bild. Der darunter stehende, lange Text erschlägt geradezu den Leser. "Hier ist der Name Programm", erklärten die Initiatoren das Juryurteil. "Das Europäische Patentamt will wirklich en détail alles beschreiben."
Volksbank Franken mit dem schlechtesten Recruiting-Video
Die Volksbank Franken wird den unrühmlichen Award in der Kategorie Recruiting-Video in den nächsten Tagen in ihrer Post finden. Der Film erhielt beim Einspielen während der Verleihung schon peinlich berührte Lacher. "Ist das wirklich ein Arbeitgebervideo?", raunte es im Publikum. Der Film werde von schlechten Schauspielern bestritten, deren Dialog unglaubwürdig wirke, fasste Knabenreich kurz zusammen. Hier zeige sich, dass Unternehmen für Produktmarketing ein Vielfaches von dem ausgeben würden, was sie in das Personalmarketing steckten, resümierte Tsalikis nach der Verleihung.
Award für schlechteste Karrierewebseite geht an Lase
Auf der Karrierewebseite des Lasertechnik-Unternehmens Lase werden Stellen, die bereits vergeben wurden, mit dem Stempel "Besetzt" gekennzeichnet. Das allein sei schon Grund genug, um Bewerber abzuschrecken. Es signalisiere eher "bleib mir bloß weg, du Bewerber, du!", kommentierte Knabenreich dazu schon in der Nominierungsphase auf seiner Webseite. Für die Jury war das Grund genug, dafür die Goldene Runkelrübe 2014 zu vergeben.
"Call a Pizza Karriere" ist schlechtester Social-Media-Auftritt des Jahres
Auf Facebook eine Karriereseite einzurichten, ist zunächst keine schlechte Idee. Jedoch unterschätzen Arbeitgeber oft den Aufwand, der mit der Pflege einhergeht. Der Lieferservice Call a Pizza hat dies laut Runkelrübe-Jury bei Weitem unterschätzt: Auf seiner Facebook-Karriereseite werden lediglich Stellenanzeigen gepostet – und das mit derart ähnlichem Wortlaut und Bild, dass auch den Award-Initiatoren nicht gleich klar war, dass es sich immer mal wieder um unterschiedliche Anzeigen handelte.
Goldene Runkelrübe geht in die nächste Runde
Auch im kommenden Jahr soll der Anti-Award für schlechte Personalmarketing- und Recruiting-Maßnahmen wieder vergeben werden. Vorschläge können ab kommendem Jahr an pfuipfuipfui@goldene-runkelruebe.de gesendet werden.
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