| Infografik

Nachholbedarf bei Fehlerkultur

Trotz offener Kommunikation besteht Nachholbedarf bei der Fehlerkultur in Unternehmen.
Bild: v. Rundstedt & Partner GmbH

Deutsche Unternehmen haben offenbar Nachholbedarf in Sachen Fehlerkultur. Vor allem jüngere Mitarbeiter sehen hier Verbesserungspotenzial: 25 Prozent von ihnen haben einer Umfrage zufolge Angst, Fehler zuzugeben, weil sie die Reaktionen von Kollegen oder Vorgesetzten fürchten.

Die Umfrage der Talent- und Karriereberatung von Rundstedt unter 650 Berufstätigen in Deutschland liefert zunächst einmal positive Ergebnisse. So können knapp 60 Prozent aller Befragten im Team offen ansprechen, wenn sie einen Fehler gemacht haben. Nur 17 Prozent kennen es, dass Fehler „unter den Teppich gekehrt“ werden. Die Hälfte gibt an, dass Fehler gemeinsam analysiert werden mit dem Ziel, aus diesen zu lernen. Ebenfalls die Hälfte der Befragten bestätigt sogar, dass in ihrem Team alle füreinander einstehen, wenn durch einen Fehler Probleme entstehen.

25 Prozent: Sündenbock wird gesucht und Schuld abgewälzt

Die ersten positiven Eindrücke einer offenen Fehlerkommunikation werden auf den zweiten Blick jedoch relativiert. So hat mehr als ein Viertel der Befragten erlebt, dass ihr Vorgesetzter die Schuld für eigene Fehler auf andere Mitarbeiter schiebt.
Ebenfalls 25 Prozent sagen, dass bei Fehlern nicht nach der eigentlichen Ursache gesucht wird, sondern nach einem "Sündenbock". Zudem hat jeder Fünfte den Eindruck, dass ihnen ihr Vorgesetzter bestimmte Aufgaben nicht mehr zuteilt, wenn sie in der Vergangenheit Fehler gemacht haben.

Unterschiedliche Einschätzungen bei jungen und älteren Mitarbeitern

Bei den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede in der Wahrnehmung der Fehlerkultur und dem Umgang damit. So machen bei den 18-34-jährigen Arbeitnehmern 29 Prozent die Erfahrung, dass oft nach dem Schuldigen gefahndet wird, statt nach der Ursache oder einer Lösung zu suchen. Bei den 50-69-Jährigen sind es lediglich 19 Prozent.
Rund ein Viertel der jüngeren Befragten gibt zudem an, Angst zu haben, Fehler zuzugeben, weil sie Reaktionen von Kollegen oder Vorgesetzten fürchten. Bei den Älteren sind es nur 10 Prozent. Ein weiterer Unterschied: Während 37 Prozent der 50-69-Jährigen bestätigt, dass Fehler bei ihrem Arbeitgeber nicht als negativ angesehen werden, da sie zu innovativen, neuen Ideen führen können, gilt das bei den Jüngeren nur für 28 Prozent.

Konstruktive Fehlerkultur stärkt die Mitarbeiterbindung

"Fehler können wertvolle Hinweise liefern, da sie deutlich machen, was wir übersehen haben und was wir noch verbessern können. Das gilt sowohl im Arbeitsalltag als auch für die eigene Karriere", sagt Sophia von Rundstedt, CEO des gleichnamigen Beratungsunternehmens. Eine offene und konstruktive Fehlerkultur stärke die emotionale Bindung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber und fördere die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Haufe Online Redaktion

Fehler, Kommunikation, Unternehmenskultur