13.09.2012 | Arbeitsmarkt

Einstellungsbereitschaft in Deutschland überraschend stabil    

Die Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers seit 2003.
Bild: Haufe Online Redaktion

Jobsuchende in Deutschland hatten in den vergangenen drei Monaten gute Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis des jüngsten Manpower Arbeitsmarktbarometers. Danach ist auch bis Jahresende mit einer stabilen Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber zu rechnen.

Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick für das vierte Quartal 2012 erreicht einen Wert von +5 und hat sich seit dem letzten Arbeitsmarktbarometer um einen Punkt verbessert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal (Quartal 4/2011) ist der Netto-Beschäftigungsausblick jedoch um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Von den 1.000 befragten Unternehmern geben zehn Prozent an, bis zum Jahresende Personal einstellen zu wollen. Der Anteil der Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, bleibt seit dem letzten Arbeitsmarktbarometer somit  unverändert. Gleichzeitig ist der Anteil der Arbeitgeber, die im nächsten Quartal einen Personalabbau vorsehen, von sieben Prozent auf vier Prozent gesunken. Mehr als acht von zehn Unternehmen wollen den Personalstand so belassen, wie er ist.

"Vor dem Hintergrund der Euro-Krise sind die Arbeitgeber in Deutschland überraschend optimistisch", sagt Vera Calasan, Vorsitzende der Geschäftsführung der Manpower Group  Deutschland. "Viele Unternehmen haben offenbar erkannt, dass sie in Zeiten des Fachkräftemangels nicht sofort an der Personalschraube drehen sollten - auch nicht angesichts einer abkühlenden Konjunktur in Europa",  deutet Vera Calasan, Vorsitzende der Geschäftsführung der Manpower Group, die Ergebnisse. "Entspannt sich die wirtschaftliche Entwicklung mittelfristig, sind die Unternehmen auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Sie können es sich nicht erlauben, auf ihr wertvollstes Kapital zu verzichten und dadurch an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen", betont die Manpower-Group-Chefin.

Finanzsektor befindet sich weiter im Aufwind - Industrie ist pessimistisch

Die höchste Einstellungsbereitschaft ist dem Arbeitsmarktbarometer zufolge weiterhin im Finanzsektor zu verzeichnen. Hier liegt der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick im vierten Quartal bei 13 Prozent und bleibt damit seit dem Vorjahresquartal (Q4/2011) durchweg stabil. "Die Stabilität im Finanzsektor verwundert, denkt man an die Entlassungsmeldungen der großen Finanzinstitute. Auf Sicht geht die Branche aber offensichtlich davon aus, gestärkt aus dem Umbruch in den Finanzmärkten hervorzugehen - und sei es durch die Verlagerung auf andere Geschäftsbereiche",  schlussfolgert Calasan.

Auf niedrigem Einstellungsniveau eingependelt hat sich das produzierende Gewerbe, das im vierten Quartal 2012 auf einen Netto-Beschäftigungswert von - ein Prozentpunkt kommt und somit um ein Prozent gesunken ist. Über den Zeitraum von einem Jahr zeigt sich sogar ein Rückgang von -14 Prozentpunkten.

Verbessert hat sich der Netto-Beschäftigungsausblick im öffentlichen/sozialen Bereich. Hier ist der Wert von -5 im dritten Quartal auf +6 Prozent angestiegen. Über ein Jahr betrachtet ist der Netto-Beschäftigungsausblick in diesem Sektor jedoch um -10 Prozentpunkte zurückgegangen.

Sinkende Einstellungsbereitschaft in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA)

Der Anteil der 24 untersuchten Länder in Europa, dem Mittleren Osten sowie Afrika (EMEA), deren Netto-Beschäftigungsausblick konstant geblieben ist oder sich erhöht hat, ist innerhalb eines Quartals von 20 auf 15 gesunken. Die besten Aussichten bei der Jobsuche werden in der Türkei (+21) erwartet. In den krisengebeutelten südeuropäischen Ländern fällt der Netto-Beschäftigungsausblick erwartungsgemäß negativ aus: Griechenland erreicht einen Wert von -15, Italien -9 und Spanien -7. Nachbarland Frankreich erreicht einen Netto-Beschäftigungsausblick von +3 und Großbritannien, Europas drittgrößte Wirtschaftsnation, einen Wert von +2. 

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmarkt, Recruiting, Talent Management

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