So sehen HR-Vorstände die digitale Transformation
Das erste Positionspapier, das der HR-Kreis 2016 veröffentlicht hat, stand unter dem Titel "Die digitale Transformation gestalten – Was Personalvorstände zur Zukunft der Arbeit sagen". Darin wurde keine klare Position formuliert, sondern vielmehr stehen darin Aussagen mit unterschiedlichen Akzentuierungen nebeneinander.
Digitale Transformation als Chance für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Das nun veröffentlichte Diskussionspapier vertieft drei Aspekte, die die Mitglieder des HR-Kreises für besonders erfolgskritisch halten: die Agilität der Organisation, lebenslanges Lernen und eine zukunftsorientierte betriebliche Mitbestimmung. Die Grundüberzeugung der Autoren ist, dass die digitale Transformation Chancen für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer birgt: „Unternehmen bietet die Digitalisierung der Arbeitswelt die Chance, ihre Produktivität, Innovationsfähigkeit und -geschwindigkeit nachhaltig zu steigern, während Beschäftigte ihre Arbeit flexibler und selbstbestimmter gestalten können“, so die Zusammenfassung im Papier.
Auf die drei Themenbereiche heruntergebrochen stellt sich danach eine Win-Win-Situation wie folgt ein:
Agilität: Anpassungsgeschwindigkeit von Unternehmen und Flexibilität für Beschäftigte steigern.
Uwe Tigges: „Wir brauchen Experimentierzonen, um neue Formen der Arbeit gemeinsam mit Arbeitnehmern zu erproben.“
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Lebenslanges Lernen: Produktivität und Innovationsfähigkeit von Unternehmen erhöhen und Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigern.
Christian Illek: „Wir brauchen eine passgenaue, auf individuelle Bedarfe ausgerichtete Förderung der Beschäftigten.“
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Innovationsorientierte Mitbestimmung: Transformationsfähigkeit von Unternehmen mit Beschäftigteninteressen in Einklang bringen.
Ulrich Weber: "Arbeitgeber & -nehmer müssen Mitbestimmung gemeinsam flexibler gestalten ohne den Kern zu verlieren."
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HR-Kreis im Bundeskanzleramt
Mit ihrem Papier möchte die Arbeitsgruppe – unabhängig von partei-, verbands- und gewerkschaftspolitischen Ansätzen – zu einem offenen politischen und gesellschaftlichen Diskurs zur Zukunft der Arbeit beitragen. Symbolträchtig wurde das Diskussionspapier am 29. Juni im Bundeskanzleramt übergeben.
Hintergrund: Der HR-Kreis von Acatech und Jacobs Foundation
Acatech und die Jacobs Foundation haben 2014 den Human-Resources-Kreis (HR-Kreis) gegründet. Er soll einen "geschützten Raum für den Austausch über die Herausforderungen der zukünftigen Gestaltung der Arbeit" bieten. Dort diskutieren Personalvorstände und Acatech-Mitglieder aus den Bereichen Arbeitswissenschaft, Bildungsforschung, Betriebswirtschaft und Unternehmensorganisation über die Zukunft der Arbeit. Daraus ist 2016 das Positionspapier "Die digitale Transformation gestalten – Was Personalvorstände zur Zukunft der Arbeit sagen" entstanden.
HR-Kreis mit renommierte HR-Vorständen
Der Teilnehmerkreis ist renommiert. Dazu gehören beispielsweise Immanuel Hermreck (Bertelsmann), Katharina Heuer (DGFP), Heiko Hutmacher (Metro), Christian Illek (Telekom), Janina Kugel (Siemens), Zhengrong Liu (Beiersdorf), Stefan Ries (SAP), Uwe Tigges (Innogy SE), Bettina Volkens (Lufthansa) oder Ulrich Weber (Deutsche Bahn).
Ziele vom HR-Kreis: Innovationskraft erhalten, Wachstum ermöglichen
Dem HR-Kreis liegen zwei übergeordnete Ziele besonders am Herzen:
"1. Wir müssen unsere Innovationskraft in Deutschland erhalten und schnellstmöglich die Transformation angehen. Die Notwendigkeit der Transformation betrifft Unternehmen, die Bereiche Bildung und Arbeit sowie die Gesellschaft als Ganzes. Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Transformation von neuen Geschäftsmodellen her zu denken.
2. Wir müssen auch weiterhin Wachstum in Deutschland ermöglichen, um unseren Wohlstand zu sichern. Aspekte, mit denen wir uns dabei auseinandersetzen müssen, sind unter anderem die Fachkräftesicherung in Zeiten des demografischen Wandels, die Themen Integration und Diversity, ein Bildungssystem, das fördert, statt zu selektieren und die Steigerung unserer Produktivität."
Positionspapiere vom HR-Kreis zum Download
Das erste Positionspapier können Sie hier kostenfrei downloaden. Das aktuelle Diskussionspapier steht hier zum Download bereit.
Tipp: Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Prof. Dr. Christian Scholz: "Denkfehler und Leerformeln"
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