DGFP-Seminare: Interview mit Geschäftsführerin Norma Schöwe

Die DGFP bietet HR-Seminare künftig nicht mehr selbst an: Verbandsmitglieder können statt dessen das HR-Portfolio der Haufe Akademie nutzen. Was hinter der Kooperation steckt und was das für den Verband bedeutet, erklärt DGFP-Geschäftsführerin Norma Schöwe im Interview.

Haufe Online Redaktion: Die DGFP stellt das eigene Seminargeschäft ein, ihre Mitglieder können künftig Seminare bei der Haufe Akademie einkaufen. Warum dieser Schritt?

Norma Schöwe: Für die DGFP standen bezüglich des Seminargeschäfts mehrere Fragen im Raum, wobei die Frage nach dem Nutzen für unsere Mitglieder klar im Vordergrund stand. Trotz der guten Bewertungen und Inhalte unserer Seminare, Inhouse-Trainings und Ausbildungen konnten wir jedoch nur bedingt die Wirtschaftlichkeit gewährleisten und haben im Marktvergleich festgestellt, dass wir in einem Konkurrenzverhältnis mit vielen anderen Anbietern stehen.

Auf der anderen Seite erwarten unsere Mitglieder ein breites und umfassendes Weiterbildungsangebot für HR. Mit der Kooperation stellen wir sicher, dass unsere Mitglieder ein qualitativ hochwertiges, umfassendes Angebot an Weiterbildungen erhalten und dies zusätzlich mit einem zehnprozentigen Nachlass. Durch den Dialog mit der Haufe Akademie werden wir als DGFP Ideen, Inhalte und Formate einbringen können. Wir sind überzeugt, dass damit zwei starke Partner ein besseres Angebot für die DGFP-Mitglieder geschaffen haben.

DGFP und Haufe Akademie rufen gemeinsames Portal ins Leben

Haufe Online Redaktion: Warum haben Sie die Haufe Akademie als Partner ausgewählt? Welche Vorteile haben Sie für Ihre Mitglieder ausgehandelt?

Schöwe: Die Haufe Akademie ist einer der führenden deutschen Anbieter für Weiterbildung. Sie steht ebenso wie wir für Qualität und innovative Lernformate, daher hat uns ihr Angebot in jeder Hinsicht überzeugt. Thematisch breit gefächert, inhaltlich auf den Punkt und den Anforderungen der modernen Arbeitswelt entsprechend. Über ein gemeinsames Portal können wir den Mitgliedern der DGFP über 240 Produkte im HR-Portfolio anbieten. DGFP-Mitglieder erhalten Sonderkonditionen in Höhe von zehn Prozent Nachlass auf die regulären Preise der Haufe Akademie.

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Haufe Online Redaktion: Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit?

Schöwe: Die Kooperation erlaubt uns in erster Linie einen Mehrwert für unsere Mitglieder zu schaffen. In einer zunehmend volatilen Arbeitswelt ist die regelmäßige Fortbildung von Mitarbeitern essenziell, um die Employability zu erhalten. Wenn wir solche Kooperationen mit ausgewählten Partnern eingehen, dann sind sie wohl überlegt und dienen letztlich der Qualitätssicherung oder -steigerung unseres Angebots. Wir bleiben mit der Haufe Akademie im Dialog zu den Inhalten und Formaten und bringen unsere Expertise ein. Und die Zusammenarbeit erlaubt uns als Organisation die Konzentration auf das, was wir künftig als Kern unserer Arbeit ansehen: HR in Politik und Wirtschaft eine starke Stimme geben sowie professionelle Netzwerke des Austausches unter den Mitgliedern schaffen und fördern.

Formate der DGFP bleiben bestehen

Haufe Online Redaktion: Die DGFP hat zu ebendiesem Zweck sehr erfolgreich neue Reihen wie Jahrestagungen, Kompetenzforen und Summits aufgebaut. Diese Formate sind kein Seminargeschäft, sondern eher Marktplätze für die jeweiligen Fachexperten zum Wissensaustausch. Hat sich das bewährt und setzen Sie das fort?

Schöwe: Ja, Formate wie Jahrestagungen, Kompetenzforen und Summits haben sich bewährt, sind erfolgreich etabliert und werden weiter ausgebaut. Insbesondere erleben wir in den letzten beiden Jahren einen Zuwachs an Teilnehmern. Denn das Voneinander-Lernen wird in der Arbeitswelt von morgen entscheidender denn je, insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung von HR. In dieser Hinsicht sind wir mit unserer Expertise und unserem Netzwerk der zukunftsweisende Ansprechpartner.

Wir stellen fest, dass die spezifische Ansprache von Berufsgruppen in HR hervorragend funktioniert, mit den aktuellen Trends und Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen sowie mit praxiserfahrenen Referenten aus unseren Mitgliedsunternehmen. Dabei gilt der erprobte Ansatz: Aus der Praxis für die Praxis. Das passt auch in die Zeit, in der Menschen offensichtlich sehr professionell und strukturiert an Wissensaustausch oder -erwerb herangehen. Diese Formate haben zudem den Vorteil, dass sie auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Nachfragen unserer Mitglieder sehr unkompliziert und flexibel eingehen können.

Kooperation mit DGFP-Mitgliedsunternehmen wird fortgesetzt

Haufe Online Redaktion: Bei diesen Veranstaltungen arbeiten Sie regelmäßig mit Dienstleistern auf dem Markt oder ihren Mitgliedsunternehmen zusammen. Hat sich das für Sie bewährt und führen Sie das so fort?

Schöwe: Das Kooperieren mit unseren Mitgliedsunternehmen funktioniert tatsächlich hervorragend. Ich finde es bemerkenswert, wie groß die Bereitschaft unserer Mitglieder ist, Gastgeber zu sein und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. Die Global Mobility Conference findet Ende März zum Beispiel bei der GIZ in Eschborn statt, mit dem Recruiting Summit sind wir im April zu Gast bei Lufthansa in Frankfurt und mit dem Kompetenzforum Leadership bei BASF in Ludwigshafen, um nur einmal die nächsten drei Veranstaltungen zu nennen.

Dieses Engagement unserer Mitglieder ist ein wichtiger Baustein unserer lebendigen Community und unterstreicht zugleich die hohe wahrgenommene Relevanz des fachlichen Austausches über HR-Themen unter den teilnehmenden Unternehmen. Bei unseren Jahrestagungen kooperieren wir auch mit anderen Know-How-Trägern und Experten im Markt wie beispielsweise dem Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen oder der Beratung Human, auch hier verfolgen die Kooperationen den Zweck, Qualität zu schaffen.

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Haufe Online Redaktion: Verändert die Kooperation mit der Haufe Akademie und die Zusammenarbeit mit anderen Anbietern bei Jahrestagungen nicht auch das Selbstverständnis der DGFP? Wandeln Sie sich vom Anbieter von HR-Weiterbildung zu einem Gestalter des HR-Netzwerks?

Schöwe: Gewissermaßen kann man diese Frage mit "ja" beantworten. Als Gestalter des HR-Netzwerks haben wir uns schon immer begriffen. Für sehr viele unserer Mitglieder sind hier gerade die ERFA-Gruppen ("Erfahrungsaustausch" Anm. d. Red.) enorm wichtig, in denen man sich mit Kollegen und Kolleginnen zu wichtigen Themen austauschen kann. Natürlich haben wir hier auch ein Handlungsfeld: Wir müssen im Dialog mit den Mitgliedern sicherstellen, dass die Strukturen und Themen am Puls der Zeit sind.

DGFP: Stimme für HR in Richtung Politik und Gesellschaft

Haufe Online Redaktion: Was sind künftig ihre Hauptargumente, warum ein Unternehmen Mitglied bei der DGFP werden soll?

Schöwe: Wer ein Netzwerk und eine Stimme für HR sucht, ist als Mitglied bei der DGFP genau richtig. Genauso beschreibt dies auch unsere Satzung. Mit unseren Leistungen, rund 100 ERFA-Gruppen, zahlreichen Jahrestagungen und Kompetenzforen und regionalen Netzwerktreffen sowie Publikationen wie die Personalführung oder Studien wollen wir die Unternehmen überzeugen. Mit dem Umzug nach Berlin werden wir in Zukunft vermehrt die Stimme für HR Richtung Politik, Gesellschaft und anderen erheben.


Norma Schöwe ist seit 1. Februar 2019 in der Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Personalführung tätig. Zuvor war die Juristin bei einem Werk von Continental in Frankfurt (ehemals Siemens VDO) für die Personalarbeit zuständig. Nun ist sie die erste Geschäftsführerin der DGFP, die unter dem neuen Rotationsprinzip arbeitet. Ihr Vertrag ist deshalb auf zwei Jahre befristet.


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Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, HR-Management