Berufsperspektiven für Beschäftigte trotz Transformation

Ob Digitalisierung, Klimawandel oder Fachkräftemangel: Die Arbeitswelt steht vor Umbrüchen, die Unternehmensprozesse verändern, vor allem aber Beschäftigte und ihre Arbeitsplätze betreffen. Den Mitarbeitenden trotz der Transformationen eine zukunftsträchtige Berufsperspektive zu bieten, ist das Ziel einer Unternehmens-Allianz, die jetzt gegründet wurde.

Die "Allianz der Chancen" (AdC) ist eine Initiative von 26 Unternehmen, die sich als Impulsgeber für die kooperative Gestaltung des Strukturwandels versteht. Ihre Grundlage bildet die gemeinsame "Charta für Transformation mit Perspektiven". Insgesamt beschäftigen die an der Allianz beteiligten Unternehmen über eine Million Mitarbeitende.

Unternehmen sollen die Transformation gemeinsam gestalten

"Gemeinsame Herausforderungen verlangen gemeinsame Lösungen" - so der Auftakt der Charta-Präambel. Was die Unternehmen herausfordert, sind die Umwälzungen durch Megatrends, digitale Technologien und Maßnahmen gegen den Klimawandel, die zu Neuausrichtungen zwingen. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, die Auswirkungen auf den Fachkräftemangel und die Sozialsysteme hat. Für viele Beschäftigte ist der Strukturwandel mit individuellen Zukunftsängsten verbunden. Die Allianz will den Umbrüchen daher mit Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen begegnen, um Beschäftigten neue Beschäftigungsperspektiven aufzuzeigen und dem Fachkräftemangel entgegenzutreten.

Die Lösung soll eine gemeinsame sein: Denn die Intention der Allianz-Unternehmen ist es, ganzheitliche Strategien in Kooperation mit allen Akteuren des Arbeitsmarkts anzuregen, mit Politik, Verwaltung und Sozialpartnern. Bereits bestehende Instrumente wie tarifvertragliche Lösungen, Weiterbildungsverbünde und Drehscheibenmodelle oder Job-zu-Job-Angebote sollen den neuen Bedingungen angepasst werden.

"Von Arbeit in Arbeit": Leitlinien der Allianz

Für das selbsternannte Ziel "Von Arbeit in Arbeit" haben sich die Allianz-Mitglieder in der Charta auf sechs Leitlinien verpflichtet: 

  1. Transparenz über zukunftsrelevante Kompetenzen: Was es laut Charta braucht, ist Klarheit zu quantitativen und qualitativen Beschäftigungseffekten, um einen Überblick über zukunftsrelevante Kompetenzen zu gewinnen.
  2. Perspektiven der Beschäftigten: Unternehmen sollen in Innovationen investieren, neue Perspektiven für Mitarbeitende schaffen und interne Qualifizierung ermöglichen.
  3. Brücken in neue Beschäftigung: Als zentrales Element wird die bedarfsgerechte Entwicklung genannt, die Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Frieden verbindet.
  4. Lebenslanges Lernen und Veränderungsbereitschaft: "Veränderung ist die einzige Konstante" – so die Worte der Charta. Beschäftigte sollen Veränderungsbereitschaft zeigen, vom Unternehmen aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten und Unterstützung dabei erfahren.
  5. Kooperation und Allianzen: Die Intention der Allianz ist es, dass Unternehmen einen Verbund der Verantwortung bilden; eine Kooperation, die Beschäftigungsfähigkeit garantiert und gegenseitig Restrukturierungen mit neuen Arbeitsplätzen auffängt.
  6. Neue Ansätze und Methodiken: Es braucht neue pragmatische und bedarfsorientierte Lösungen, etwa einen angepassten Förderrahmen für adäquate Weiterbildung oder digitale Plattformen zur Diagnose.  

"Der Transformationsdruck ist enorm und nimmt weiter zu", sagt die Vorsitzende des Sprecherkreises der Allianz der Chancen, Dr. Ariane Reinhart, Vorständin für Personal und Nachhaltigkeit bei Continental. "Es gilt, den Wandel als Chance zu nutzen und ihn nachhaltig und vor allem auch sozialverträglich zu gestalten. Schließlich geht es nicht nur um die Zukunft des Industriestandortes Deutschland, sondern auch um den sozialen Frieden."

Die Mitglieder der "Allianz der Chancen"

Folgende Unternehmen gehören der Allianz bereits an: Bayer AG, BASF SE, Beiersdorf AG, Commerzbank AG, Continental AG, Deutsche Bahn AG, Deutsche Post DHL Group, Deutsche Telekom AG, ElringKlinger AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Eurofit Group, EWE AG, Fraunhofer-IAO, Henkel AG & Co. KGaA, Infineon Technologies AG, Kirchhoff Gruppe, METRO AG, Robert Bosch GmbH, Roche in Deutschland, Schmitz Cargobull AG, Siemens AG, Software AG, thyssenkrupp AG, TRUMPF Gruppe, Vitesco Technologies Group AG und Vonovia SE.

Weiterführende Informationen zur "Allianz der Chancen", ihrer Charta und Beispielprojekten finden Sie hier.


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