Beliebte Studienländer: Deutschland auf Platz sechs

Die Studie "Business of Branding" des Beratungsunternehmens Carringtoncrisp untersucht, wie sich die Wahrnehmung eines Landes auf die Entscheidungsfindung von Wirtschaftsstudenten auswirkt, dort zu studieren. 

Im Ranking der beliebtesten Länder für internationale Wirtschaftsstudenten liegt Deutschland mit einem Anteil von etwas über 20 Prozent der Befragten, die in Deutschland studieren wollen, auf dem sechsten Rang. Das zeigt die neue Studie "Business of Branding" des Beratungsunternehmens Carringtoncrisp in Kooperation mit der European Foundation for Management Development (EFMD). Befragt wurden 1.006 Studenten und Mitarbeiter an Business Schools aus 64 Ländern. Knapp die Hälfte davon waren Bachelor-Studenten.

Deutschland wird selten weiterempfohlen

Die Teilnehmer sollten anhand von zehn Statements ihre Wahrnehmung zu 15 Ländern als Studienland beschreiben. Deutschland wird die stärkste Wirtschaft zugeschrieben (74 Prozent). 56 Prozent sehen hier eine gute Auswahl an Universitäten und Business Schools. 57 Prozent glauben, dass das Land einen attraktiven Lebensstil bietet. Aber nur 31 Prozent geben an, dass ihnen Deutschland als Studienland von einem Freund empfohlen wurde. Damit schneidet Deutschland allerdings besser ab als Spanien, Frankreich und die Schweiz.

Unwissen scheint es beim Thema Visum zu geben. Während 40 Prozent angeben, es sei leicht, ein Studentenvisum zu bekommen, wissen 38 Prozent dies nicht. Bei den Jobmöglichkeiten nach dem Studium schneidet Deutschland besser als Frankreich, Spanien und sogar besser als die USA ab.

Beliebtheit der USA im Sinkflug

Zwar bleiben die USA und Großbritannien die beiden beliebtesten Länder für internationale Wirtschaftsstudenten, doch vor allem die Beliebtheit der USA befindet sich im Sinkflug. An dritter Stelle steht Kanada mit 38 Prozent, gefolgt von Australien mit 37 Prozent. Neuseeland liegt knapp vor Deutschland mit etwas über 20 Prozent auf Platz fünf.

Der Abstieg der USA in der Beliebtheit als Studienland für internationale Bewerber setzt sich damit fort. Zwar bleiben die USA mit 50 Prozent noch immer das beliebteste Ziel. Doch 2017 wollten noch 67 Prozent in den USA studieren. Allein im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang von zwölf Prozentpunkten. Mit 50 Prozent liegen die USA nun gleichauf mit Großbritannien, das gegenüber dem Vorjahr zwei Prozentpunkte verlor.

Kosten als Hauptfaktor für ein Auslandsstudium

Die beiden wichtigsten Faktoren bei der Überlegung, im Ausland zu studieren, sind die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten, gefolgt vom Ruf eines Landes bezüglich der Studienmöglichkeiten allgemein und der Reputation einer einzelnen Business School. Das erklärt auch, warum Großbritannien trotz Brexit gegenüber den USA weniger an Attraktivität verloren hat. Zwar gebe es in beiden Ländern derzeit politische Turbulenzen, aber Großbritannien profitiere vom schwachen Pfund, dass das Studium günstiger macht, erklärt Studienautor Andrew Crisp.

Hinsichtlich der Wahrnehmung als Studienland liegt Großbritannien beim Statement "gute Auswahl an Universitäten und Business Schools" mit 86 Prozent auf Platz eins und 66 Prozent glauben, dass internationale Studenten in dem Land willkommen sind. Anders ist das in Spanien und Frankreich. Hier fühlen sich nur 38 beziehungsweise 33 Prozent willkommen. Australien steht dagegen vor allem für einen attraktiven Lebensstil (80 Prozent) und Abenteuer (76 Prozent).

Die Macht der Wahrnehmung

Die Studie zeige die Macht der Wahrnehmungen und wie sie die Wahl eines Studienlandes beeinflusst, auch wenn sie nicht der Realität entspreche, erklärt Crisp. Während die USA von den potentiellen Studenten noch immer als eine der Topdestinationen weltweit angesehen werden, sei ihre Popularität tatsächlich signifikant gesunken. Die Herausforderung für die Business Schools liege daher darin, die positiven Wahrnehmungen ihres Landes zu nutzen und die negativen Wahrnehmungen zu verändern.


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