Menschen aus dem Ausland oft unter Qualifikation beschäftigt
Wie gut sind ausländische Erwerbstätige in den Arbeitsmarkt integriert? Ein Indikator dafür ist, ob Menschen in Arbeitsverhältnissen tätig sind, die ihrem Qualifikationsniveau entsprechen. Um das zu messen, hat das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) Quoten der Überqualifikation von Menschen veröffentlicht, die über einen tertiären Bildungsabschluss verfügen. Für die Erhebung wurden Erwerbstätige im Alter von 20 bis 64 Jahren berücksichtigt. Demnach befinden sich ausländische Erwerbstätige mit hohen formalen Bildungsabschlüssen insgesamt oft in Arbeitsverhältnissen, die unterhalb ihres fachlichen Qualifikationsniveaus liegen. Dieses Missverhältnis hat sich in den letzten Jahren auch nur leicht verbessert.
EU-Durchschnitt: 40 Prozent der Erwerbstätigen aus Nicht-EU-Ländern sind überqualifiziert
Im EU-Durchschnitt sind rund 40 Prozent der ausländischen Erwerbstätigen mit tertiärem Bildungsabschluss aus Nicht-EU-Ländern in ihren derzeitigen Tätigkeiten überqualifiziert. Bei Ausländern aus anderen EU-Ländern liegt die Quote der Überqualifikation bei 30,3 Prozent. In der Gruppe der Einheimischen ist nur jeder Fünfte überqualifiziert. Die Quoten variieren dabei je nach Land mitunter deutlich.
Deutschland: Jeder dritte Erwerbstätige aus Nicht-EU-Ländern unter Qualifikation beschäftigt
Besonders hoch sind die Überqualifikationsquoten in Griechenland (76 Prozent) und Italien (60,7 Prozent). Ungarn weist mit 17,7 Prozent die geringste Quote auf. Deutschland liegt mit rund 33 Prozent zwar unter dem EU-Durchschnitt von rund 40 Prozent. Gleichwohl gibt es auch hier noch deutlichen Nachholbedarf bei der Integration von ausländischen Erwerbstätigen. Darauf weist auch eine jüngst veröffentlichte Erhebung der Universität Siegen hin. Diese zeigt, dass Bewerber mit ausländischem Namen in Bewerbungsverfahren seltener eine Antwort erhalten.
Ausländische Menschen werden im Bewerbungsprozess benachteiligt
Für die Untersuchung verschickten Forschende des Zentrums für Ökonomische Bildung mehr als 50.000 fiktive Anfragen von Realschülerinnen und Realschüler an Betriebe, die einen Ausbildungsplatz ausgeschrieben und dies der Bundesagentur für Arbeit gemeldet hatten. Dabei erwies sich die Antwortrate bei Anschreiben mit arabischen Namen als besonders schlecht. Aber auch russische, hebräische oder türkische Namen wirkten sich schon deutlich auf den Rücklauf aus. Dabei erhöhten auch die Aussicht auf einen sehr guten Realschulabschluss oder sehr gute Noten nicht die Chance, im Vergleich zu Bewerbern mit deutschen Namen gleich behandelt zu werden.
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