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| Personalauswahl

Erstmals Spitzenstelle in städtischem Betrieb über anonyme Bewerbung besetzt

Bei der anonymen Bewerbung sieht der Personaler den Kandidaten erst im Interview.
Bild: Image Source Limited

Trotz zahlreicher Kritiker, setzt die Antidiskriminierungsstelle weiter auf das anonymisierte Bewerbungsverfahren. Nun hat sie einen neuen Erfolg vorzuweisen: Als bundesweit erste Kommune hat die Stadt Celle den Spitzenposten eines Stadtbetriebes auf diese Weise besetzt.

"Das ist ein klares Zeichen für eine unabhängige und diskriminierungsfreie Personalauswahl", sagte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) bei der Vorstellung des neuen Geschäftsführers der Stadtwerke, Thomas Edathy. "Celle ist ein Vorbild für alle Kommunen in Deutschland", ergänzte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders.

Acht Bundesländer testen derzeit Anonymisierte Bewerbungsverfahren oder haben die Einführung entsprechender Pilotprojekte angekündigt. Auch mehr und mehr Kommunen und Unternehmen setzen auf das Modell. Bereits jetzt setzen neben Celle auch Hannover, Mainz, Mannheim, Offenbach, Göttingen und Nürnberg bei der Personalgewinnung auf das Verfahren. Erstmals wurde es nun jedoch auch bei einer städtischen GmbH angewendet.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hatte im vergangenen Jahr das bundesweit erste Pilotprojekt zur anonymisierten Bewerbung abgeschlossen. Bei Anonymisierten Bewerbungsverfahren soll die Qualifikation des Bewerbers im Vordergrund stehen. Auf persönliche Informationen wie Foto, Alter, Anschrift oder Herkunft wird im ersten Schritt verzichtet, stattdessen werden gezielt Qualifikationen und Motivationen des Bewerbenden abgefragt. Erst im zweiten Schritt, bei der Einladung zum Bewerbungsgespräch, erhält der Personalchef alle weiteren Details.

 

Haufe Online Redaktion

Personalauswahl, Diskriminierung, Anonyme Bewerbung

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