11.04.2016 | Betriebliche Altersversorgung

Neuer Reformvorschlag zur Betriebsrente angekündigt

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gleicht nach wie vor einer Baustelle - jetzt soll erneut nachgebessert werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Gerade bei kleineren und mittelständischen Unternehmen will beim Thema betriebliche Altersversorgung (bAV) keine Begeisterung aufkommen: Noch immer lässt die Verbreitung der bAV hier sehr zu wünschen übrig. Daher will nun Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles mit Reformen nachhelfen.

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) hat scheinbar ein Imageproblem. Bereits 2014 hatte das Bundesministerium für Bildung und Soziales in einer Machbarkeitsstudie festgestellt, dass gerade die kleinen und mittelständischen Betriebe vor allzu hohem Verwaltungs- und Informationsaufwand sowie einer generell zu hohen Komplexität des Themas "bAV" abgeschreckt würden. Hier will Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles nun gegensteuern.

bAV in kleinen Betrieben wenig verbreitet

Denn während bei den großen Betrieben ab 500 Mitarbeitern die Verbreitung der bAV verschiedenen Studien zufolge bei etwa 70 bis 85 Prozent liegt, ist laut offiziellen Statistiken der Anteil bei den Betrieben mit 50 bis 500 Mitarbeitern inzwischen auf 50 Prozent oder weniger gesunken – bei Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern liegt die Quote sogar bei nur noch etwa 30 Prozent.

Sommer der Reformen bei der Betriebsrente?

Bis zum Sommer will nun Nahles eine Reform bei den Betriebsrenten auf den Weg bringen. Unterstützt werden sollen damit speziell kleine und mittlere Betriebe, die bislang Probleme bei der Einführung der betrieblichen Altersversorgung hatten. Dass insbesondere in diesen Firmen die bAV gestärkt werden muss, zeigte auch die Experten-Diskussionauf der Fachtagung "Die Zukunft der bAV".

Konkret plant Nahles, die Betriebsrenten stärker in den Tarifverträgen zu verankern. Zusätzlich dazu verspricht die Ministerin, eine Aufwertung kleiner Renten - der so genannten Lebensleistungsrenten - noch in dieser Legislaturperiode anzugehen.

Warten auf Besserung

Nachdem das Bundesarbeitsministerium schon im letzten Jahr den Vorschlag des sogenannten „Sozialpartnermodells Betriebsrente“ grundlegend überarbeiten musste, hat sich an der Ausgangssituation trotz aller Reformankündigungen bislang wenig verändert. Der Handlungsbedarf besteht also weiterhin: "Beim heutigen gesunkenen Zinsniveau muss nun einmal für die gleiche Altersvorsorge mehr angespart werden als früher", gibt Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung bei der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, im Interview mit der Personalmagazin-Redaktion zu bedenken.

Das gesamte Interview mit Alexander Gunkel sowie weitere Hintergrundinformation zum Thema „Reformprojekt Betriebsrente“ lesen Sie im kostenlosen Personalmagazin bAV Spezial. Das vollständige Heft steht zum freien Download bereit.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Altersversorgung, Reform, Betriebsrente

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