Steine und Beine
Herr Stobbe, wie haben Sie diesen ungewöhnlichen Weg vom Immobilienexperten zum Fußballvereinspräsidenten eingeschlagen, und wie schaffen Sie es, beide Welten miteinander zu verbinden?
Jörn Stobbe: Mein Weg zum 1. FC Köln begann über meine Mitgliedschaft im Verein. Irgendwann habe ich Oliver Leki – damals Finanzchef beim FC – meine Visitenkarte gegeben und gesagt, er könne sich melden, wenn ich als Anwalt helfen kann. Anderthalb Jahre später rief er tatsächlich an und bat mich, eine Fananleihe juristisch zu begleiten. Daraus wurde ein pro bono Mandat, und so kam ich in engeren Kontakt mit dem Verein.
Ich hatte das Gefühl, einen Beitrag leisten zu können, und bewarb mich später als Geschäftsführer. Ich kam in die Endauswahl, aber letztlich wurde Alex Wehrle gewählt. Stattdessen wurde ich in den Aufsichtsrat berufen. Dieser Weg hat sich über viele Jahre entwickelt, aber ich habe meinen Traum nie aufgegeben.
Parallel dazu bin ich weiterhin in der Immobilienbranche aktiv. Besonders am Herzen liegt mir das Thema Wohnen, denn es ist ein gesellschaftspolitisches Problem, dass aktuell kaum gebaut wird. Serielles, modulares Bauen sehe ich als eine wichtige Lösung, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dabei geht es mir darum, Grundstückseigentümer, Investoren und Hersteller direkt miteinander zu vernetzen, um Bauprozesse effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Die Kombination aus Vereinsarbeit und persönlichem Engagement ermöglicht es mir, in beiden Bereichen nachhaltig zu wirken.
Die komplette L'Immo-Folge mit Jörn Stobbe |
Modulares Bauen als Schlüssel für bezahlbaren Wohnraum
Warum gerade Wohnen?
Weil ist es ein gesellschaftspolitisches Problem ist, dass aktuell kaum gebaut wird. Serielles, modulares Bauen ist für mich eine Lösung, um Abhilfe zu schaffen. Anbieter wie Gropius, Kehrer oder Goldbeck standardisieren den Bauprozess, und diese Standardisierung ist gerade für Wohnraum enorm hilfreich.
Es ist doch egal, ob ein hochwertiges, nachhaltiges Haus in Ulm oder Kiel gleich aussieht. Wichtig ist, dass die Qualität stimmt und wir schneller und effizienter bauen können. Die Automobilbranche zeigt, wie es geht: In Fabriken wird mit Robotern produziert, unabhängig von äußeren Einflüssen. Diese Ansätze gibt es auch im Bauwesen, und sie sind längst erprobt.
Grundstückseigentümer könnten direkt mit Produzenten zusammenarbeiten, ohne teure Planungsleistungen, die die Grundstückskosten unnötig in die Höhe treiben. Die Grundrisse dieser Häuser sind flexibel und optimieren die Nutzung von Flächen. Ein Problem bleibt die Akzeptanz. Viele halten an traditionellen Bauweisen fest, obwohl serielle Modelle bewiesen haben, dass sie effizient, nachhaltig und wirtschaftlich sind. Durch die richtige Vernetzung von Städten, Grundstückseigentümern und Investoren können wir Neubauprojekte realisieren, die auch moderate Mieten zwischen zwölf und 16 Euro ermöglichen.
Fußball, Immobilien und gesellschaftliche Verantwortung
Bei ihrem persönlichen Anliegen hilft Ihnen sicherlich, dass sie noch gute Kontakte in die Immobilienbranche haben ...
Das ist etwas, was mir geglückt ist, aber es war auch sehr zeitintensiv. Ich habe darauf geachtet, den Kontakt zu alten Freunden nicht abreißen zu lassen. Ich freue mich, wenn wir uns austauschen, und rufe auch einfach mal während eines Spaziergangs an. Natürlich kommen neue Bekannte und Freunde dazu, aber alte Freundschaften sind mir genauso wichtig. Freundschaften sind keine Einbahnstraße – ich halte den Kontakt nicht nur, sondern lasse mich auch gern inspirieren.
Lernen hört nie auf, und gerade jetzt ist eine Phase, in der enge Netzwerke, Freundschaften und Vertrauen entscheidend sind. Dieses Vertrauen ist der Schlüssel, um Menschen zusammenzubringen, die an einer gemeinsamen Sache arbeiten. Für mich ist es wichtig, nicht nur sportlich erfolgreich zu sein, sondern auch gesellschaftlich etwas zu bewegen.
Ein Beispiel dafür ist unser Projekt mit Erinnerungskoffern: Wir besuchen Altenheime, bringen einen rot-weißen Schal, Bilder von Wolfgang Overath oder den Geißbock mit und singen zusammen. Die Stimmung verändert sich, Menschen rücken zusammen, und wir schaffen Momente der Freude. Solche Initiativen und das Ehrenamt will ich fördern, um gesellschaftspolitisch noch mehr für die Stadt zu tun. Und natürlich wäre es mein Traum, auch sportlich nachhaltig erfolgreich zu sein – vielleicht sogar mit einem Pokalsieg in Berlin.
Das ist ein Auszug aus dem L'Immo-Podcast mit Host Dirk Labusch und Jörn Stobbe.
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