Geschenke als Sachbezug: Neue Freigrenze von 50 Euro

Jeweils monatlich kommt eine Gewährung kleinerer Geschenke im Rahmen der sogenannten Sachbezugsfreigrenze in Betracht. Zum 1. Januar 2022 stieg diese von 44 Euro auf 50 Euro im Monat.

Die Sachbezugsfreigrenze gilt nur für Sachbezüge und nicht für Geld. Hier sind neuerdings verschärfte Voraussetzungen zu beachten (§ 8 Abs. 1 EStG). Zu den Einnahmen in Geld gehören insbesondere auch zweckgebundene Geldleistungen und nachträgliche Kostenerstattungen.

Weiterhin im Grundsatz begünstigt sind Gutscheine und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen. Schädlich ist aber eine Verwendungsmöglichkeit im unbaren Zahlungsverkehr und/oder eine Auszahlungsmöglichkeit.

Als weitere Voraussetzung müssen Gutscheine seit 1. Januar 2022 die strengeren Voraussetzungen des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) erfüllen. Im Wesentlichen verbleiben für die notwendige Begrenzung der Einlösungsmöglichkeiten zwei Kategorien:

  • Gutscheine für limitierte Netze (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. a ZAG): Hierunter fallen Gutscheinkarten von Einkaufsläden, Einzelhandelsketten oder regionale City-Cards.
  • Gutscheine für eine limitierte Produktpalette (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b ZAG): Hierunter fallen z. B. Tankkarten ("Alles, was das Auto bewegt"), Gutscheinkarten für einen Buchladen, Beauty- oder Fitnesskarten sowie Kinokarten.

Gutscheine von Online-Händlern sind nur noch begünstigt, wenn sie ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen aus der eigenen Produktpalette berechtigen.

Nichtbeanstandungsregelung bis Ende 2021

Bis Ende 2021 gab es zu dieser Einschränkung eine Übergangsregelung. Danach wurden bis zum Jahresende auch Gutscheine mit unbegrenzten Einlösungsmöglichkeiten weiterhin als Sachbezug anerkannt ( BMF, Schreiben v. 13.4.2021, IV C 5 - S 2334/19/10007 :002; DOK 2021/0370565, Randziffer 30). 

Seit dem Jahr 2022 gilt nicht nur die Gutschein-Verschärfung, sondern es erfolgte als Verbesserung gleichzeitig die Anhebung der Sachbezugsfreigrenze auf 50 Euro (bisher 44 Euro).

Wichtig: zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn

Gutscheine und Geldkarten fallen im Übrigen neuerdings nur noch dann unter die Sachbezugsfreigrenze, wenn sie vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Eine Entgeltumwandlung ist insoweit ausgeschlossen.

Weitere Einzelheiten erfahren Sie in unserem Beitrag "Neuerungen ab 2022 bei Sachbezügen".


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