Kindergeld und Job: 20-Stunden Grenze gilt nicht immer
Ob Eltern für ihre Kinder nach Vollendung des 18. Geburtstags noch Kindergeld erhalten, hängt von unterschiedlichen Voraussetzungen ab. So haben volljährige Kinder, die bereits über eine Ausbildung verfügen oder sich in einer weiteren Ausbildung oder in der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungen befinden, nur dann einen Anspruch, wenn der Nebenjob folgende Bedingungen erfüllt:
- Es handelt sich um Einkommen aus einem Ausbildungsverhältnis.
- Es handelt sich um Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob).
- Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit überschreitet 20 Stunden nicht.
Genau um den dritten Punkt ging es im Streitfall. Der Sohn des Klägers hatte nach seinem Abitur mit einer Berufsausbildung zum Industriekaufmann begonnen. Entsprechend der Stellenausschreibung nahm er parallel dazu ein Bachelor-Studium im Studiengang „Business Administration“ an einer dualen Hochschule auf, das er nach bestandener Prüfung zum Industriekaufmann fortsetzte. Daneben arbeitete er 24 Stunden wöchentlich in seinem Ausbildungsbetrieb.
Den Antrag auf Weiterzahlung des Kindergelds nach Abschluss der Prüfung zum Industriekaufmann lehnte die Familienkasse indes ab. Begründung: Das Studium sei nicht begünstigt, weil der Sohn des Klägers eine Beschäftigung mit einer Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden pro Woche ausübe.
Klage vor dem Finanzgericht erfolgreich
Dieser Begründung folgte das Finanzgericht Münster aber nicht (Urteil v. 11.4.2014, 4 K 635/14 Kg). Der Student habe zwar seine erstmalige Berufsausbildung abgeschlossen. Das Studium sei jedoch trotz des Umfangs der Beschäftigung von mehr als 20 Stunden pro Woche begünstigt, weil es sich hierbei um ein Ausbildungsverhältnis handle. Dies ergebe sich aus den Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber und aus der Verzahnung der Tätigkeit mit dem Studium. Entsprechend der Stellenausschreibung könne der Sohn mit dem Abschluss „Industriekaufmann“ noch nicht als endgültig ausgebildet betrachtet werden.
Praxistipp
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wird sich nun der Bundesfinanzhof in der Revision mit dem Fall beschäftigten. Eltern, die in ähnlich gelagerten Fällen einen ablehnenden Bescheid der Familienkasse erhalten, sollten mit Verweis auf das Verfahren Einspruch einlegen.
-
Welche Geschenke an Geschäftsfreunde abzugsfähig sind
1.281
-
Steuerfreie Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand
1.1128
-
Zuzahlungen des Arbeitnehmers bei privater Nutzung des Firmenwagens
9597
-
Aufwendungen für eine neue Einbauküche müssen abgeschrieben werden
953
-
Pauschalversteuerung von Geschenken
821
-
Einspruch gegen Steuerbescheid: Fristen beachten
807
-
Verjährung von Forderungen 2025: 3-Jahresfrist im Blick behalten
771
-
Bauleistungen nach § 13b UStG: Beispiele
751
-
Diese Leistungen bewirken den Wechsel der Steuerschuldnerschaft
712
-
Wie das Jobticket steuerfrei bleibt oder pauschal versteuert wird
7042
-
Zur Gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Hotelzimmermieten
10.06.2026
-
Warum Unternehmen sonst Steuerungsfähigkeit verlieren
02.06.2026
-
Mehrzweckgutscheine: Vergütung von Mittelpersonen bei fehlender Vereinbarung
27.05.2026
-
Sonderabschreibung zusätzlich zum Investitionsabzugsbetrag
21.05.2026
-
Vorsteuerabzug aus Anzahlungen
20.05.2026
-
Next Level Expertise: KI als fachlicher Partner im modernen Accouting
19.05.2026
-
Umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft von Bruchteilsgemeinschaften
13.05.2026
-
3 Unternehmensausgaben, die das Finanzamt genau prüft
12.05.2026
-
So ordnet die Finanzverwaltung Betriebe in Größenklassen ein
11.05.2026
-
Grunderwerbsteuer: Wenn ein Käufer aus dem Vertrag ausscheidet
06.05.2026