17.10.2013 | Serie Stuttgarter Controller-Forum 2013

Wie Controller die Herausforderung durch komplexe Strukturen und Geschäftsmodelle meistern

Serienelemente
Dr. Uwe Michel moderierte das 27. Stuttgarter Controller-Forum.
Bild: SCF 2013 / Günter E. Bergmann, Waldenbuch

Unter dem Motto „Controlling integriert und global – Erfolgreiche Steuerung von komplexen Organisationen“ zeigten mehr 30 Referenten, wie Unternehmen und Verwaltungen diese Anforderungen erfolgreich bewältigten. Dabei gingen die Themen weit über das Komplexitätscontrolling hinaus.

Breites Themenspektrum für Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen
Rund 250 Teilnehmer verfolgten die Vorträge von Experten aus Unternehmens- und Verwaltungspraxis, Beratung und Wissenschaft. Neben dem Komplexitätscontrolling standen dabei Themen wie Planung & Forecasting, Effizienzsteigerung, Controlling Performance und IT-Trends im Fokus des von Horváth und Partners organisierten Fachkongresses.

Mega-Trends erhöhen die Komplexität
Zur Begrüßung erläuterte Dr. Uwe Michel, Vorstandsmitglied von Horváth & Partners, das Kongressmotto „Controlling integriert und global – Erfolgreiche Steuerung von komplexen Organisationen“.

  • Integriert bedeutet, alle dezentralen Elemente eines Unternehmens – und ggf. auch Partner – zu erfassen.
  • Global versteht sich von selbst, da fast jeder größere Mittelständler international aktiv ist.

Das Controlling hat dabei die Aufgabe, für die Gesamtorganisation das Gesamtoptimum zu erreichen. Lokale Ergebnisoptimierung kann dabei diesem Ziel entgegenstehen. Deshalb gilt es,

  • Standards zu setzen,
  • Weltweit Ergebnistransparenz zu schaffen und
  • Die Kosten- und Leistungsrechnung aus Konzernsicht zu integrieren.

Neben den bekannten Phänomenen wie der Volatilität sieht sich der Controller folgenden Megatrends ausgesetzt:

  • Social Media: Hier müssen die Controller Kostentreiber sowie Erfolgsfaktoren kennen.
  • Crowd Sourcing: Diverse Leistungsanforderungen werden im Internet ausgeschrieben. Dies kann u. a. für Finanzierung, Entwicklung oder Produktion gelten.
  • Industry 4.0: Die Informatisierung, d. h. die Vernetzung von Maschine zu Maschine oder von Produkt zu Maschine, wird zunehmen.
  • Big Data: Dies umfasst die Möglichkeiten, aus unstrukturierten unterschiedlichen Daten Zusammenhänge und Muster zu erkennen, Voraussagen zu treffe und Entscheidungen zu unterstützen.

Porsche: 18 % Umsatzrendite, 30% Kostenflexibilität
Porsche ist mit 18 % Umsatzrendite die profitabelste Autofirma der Welt. Damit das so bleibt, hat der Sportwagenbauer die „Strategie 2018“ entwickelt, die CFO Lutz Meschke (Foto siehe Bilderserie) vorstellte. Kernziele sind

  • die Kunden zu begeistern,
  • als exzellenter Arbeitgeber zu agieren,
  • eine Umsatzrendite von > 15 % und eine Kapitalrendite von > 21 % sowie
  • ein Absatz von mehr als 200.000 Fahrzeugen im Jahr.

Wichtiges Unterziel ist der Erhalt einer hohen Flexibilität, um Schwankungen im Absatzbereich von bis zu 30 % wie in 2009 auffangen zu können. Strategisch bedeutet dies, Flexibilität zu schaffen, operativ heißt es, diese Flexibilität zu nutzen.

In der strategischen Planung werden dazu Megatrends und Markttrends zu Szenarien verarbeitet, die die 3 Varianten Best Case, Worst Case den wahrscheinlichsten Fall umfassen. Um die Risiken von Trends und Markt zu senken, setzen die Zuffenhausener diverse Maßnahmenpakete um:

  • lokale Markterweiterungen durch neue Ländergesellschaften
  • Produktinnovationen zur Erweiterung der Modellpalette,
  • Ökologische Motorvarianten mit Plug-in-Hybrid-Technologie,
  • CRM-Einsatz zur Kundenwertsteigerung

Flexibilität in den Strukturen sucht Porsche auch

  • In der Produktion durch die Vergabe von Auftragsfertigung (früher an Valmet, jetzt an Karmann aus dem VW-Verbund)
  • In der Entwicklung durch Fremdvergabe in guten Zeiten bzw. die Arbeit als Fremddienstleister für andere Unternehmen in schlechten Zeiten.

Ziel ist es, ein Sparpotenzial von 30 % der Kosten zu schaffen.

Weitere Berichte folgen
Die Vorträge auf dem Stuttgarter Controller-Forum gaben den Teilnehmern (Plenum siehe Bilderserie) zahlreiche Anregungen für Diskussionen und Optimierungen in den eigenen Unternehmen und Einrichtungen. Über einige Highlights unter den Präsentationen berichten wir in einer neuen Serie.

Hier geht's zur Bilderserie "Wie Controller die Herausforderung durch komplexe Strukturen und Geschäftsmodelle meistern "

Schlagworte zum Thema:  Horváth & Partners

Aktuell

Meistgelesen