Treibermodelle als Leitplanke für Guided Navigation im Reporting
Anspruch eines treiberbasierten Management Reportings ist es, die Informationsdichte des Reportings zu reduzieren und die Berichtsinhalte in einer logischen Struktur entlang der definierten Zusammenhänge darzustellen und zu analysieren. Ein auf Treibermodellen basierendes Berichtswesen hat damit nicht nur eine höhere Aussagekraft (durch Zusammenhänge, Konsistenz, Vollständigkeit), sondern führt auch zu weniger Aufwand sowohl für das Erstellen von Berichten und bei deren Nutzung. Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Datenverfügbarkeit im "digitalen Reporting" bilden Treibermodelle eine elementare Voraussetzung für die Umsetzung einer "Guided Navigation", die dem Nutzer von interaktiven Berichten sinnvolle Leitplanken für eigenständige aber stets sinnvolle Analyse im Daten- bzw. Berichtspool ermöglicht (= vordefinierte Absprünge und "drill-downs" im Standard- bzw. Analyse-Reporting).
Der Einsatz von Treibermodellen im Management Reporting kann anhand dreier unterschiedlicher Evolutionsstufen beschrieben werden.
Stufe 1: Treiberberichte und -strukturen für Berichtsmappen
In der ersten Stufe dienen Treibermodelle als Struktur für das Berichtswesen. Eine Einstiegsseite kann dabei ein Bericht bilden, in dem das Treibermodell für eine entsprechende Organisationseinheit in Form eines "Treiberbaums" visualisiert ist. Die visuelle Darstellung fördert das Denken in Zusammenhängen. Farblich hervorgehobene Abweichungen (im Sinne der Ampellogik) zeigen intuitiv auf, welche Pfade zur Erklärung von Abweichungen weiter analysiert und verfolgt werden müssen. Sofern in einem interaktiven Online-Berichtswesen umgesetzt, können von den einzelnen Knoten des Treibermodells Absprünge in ergänzende Detailberichte zu einzelnen KPIs oder aber zu anderen Treibermodellen nachgelagerter Organisationseinheiten angeboten werden.
Stufe 2: Treibermodelle mit Simulations- und Analysemöglichkeiten
Interaktive Simulations- und Analysemöglichkeiten stellen den Mehrwert der zweiten Stufe dar. Hierbei dient das Treibermodell nicht nur als rein-visueller Bericht, sondern erlaubt neben Analysemöglichkeiten entlang des Treiberbaums auch die vorausschauende Simulation auf Basis der verfügbaren Istdaten. Durch Veränderung der relevanten "Stellschrauben" im Modell können alternative Entwicklungen in Form von "Was-wäre-wenn"-Simulationen durchgeführt und als mögliches Szenario definiert werden. Sofern dieses mit vereinbarten Maßnahmen hinterlegt wird, bilden diese Maßnahmen auch die Basis für eine Maßnahmensteuerung und Tracking. In der Folge wachsen Ist-Reporting und Forecasting folglich näher prozessual und systemisch zusammen.
Stufe 3: Selbstlernende Systeme und adaptive Berichte
Auf der letzten Stufe vollzieht sich ein Wandel von fest definierten Treibermodellen hin zu agilen Treibermodellen bzw. Kennzahlensystemen. Agil meint hierbei, dass datengetrieben nahezu in Echtzeit die jeweils für bestimmte Abweichungen relevanten Treiber erkannt und berichtet werden. Das treiberbasierte Management Reporting entspricht dabei einer Form des "Exception Reporting", bei dem sich situationsspezifisch entsprechende Treiberberichte generieren. Diese dritte Stufe beschreibt aufgrund der besonderen technischen Anforderungen folglich eher ein Zukunftsbild als die heutige Realität; auch wenn einzelne Softwarelösungen diesen Weg in Ansätzen bereits einschlagen und technisch unterstützen.
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