06.06.2012 | Nachhaltigkeit

Umsetzung nachhaltiger Unternehmensführung im Mittelstand

Nachhaltige Unternehmensführung ist ausbaufähig
Bild: Image Source/F1online

Viele Maßnahmen nachhaltiger Unternehmensführung werden im Mittelstand bereits genutzt. An einigen Stellen könnten die Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategie jedoch noch aufrüsten.

Drei zentrale Handlungsfelder nachhaltiger Unternehmensführung werden im Folgenden vorgestellt und Verbesserungspotenziale aufgezeigt. 

  1. Soziale Aktivitäten und Mitarbeiterpflege

    An erster Stelle für die langfristige Bindung von Mitarbeitern steht die Qualität der Unternehmensführung. Sie besitzt den höchsten Identifikationswert für die meisten Angestellten. Insbesondere familiengeführten Unternehmen setzen auf diesen Punkt. Bei den konkreten Maßnahmen der Mitarbeiterpflege stehen Arbeitsschutz, Gesundheit und Weiterbildung hoch in der Gunst.

    Interessant ist das Antwortverhalten beim Thema Fachkräftemangel. Die Wichtigkeit des Themas wird von den meisten Mittelständlern durchaus erkannt. 24% schätzen es als sehr wichtig, weitere 34% als wichtig ein. Allerdings halten sich konkrete Gegenmaßnahmen noch in Grenzen. Die ist ein Indiz dafür, dass bislang die meisten Stellen zufriedenstellend besetzt werden konnten. Die größten Probleme bei der Neubesetzung offener Positionen haben kleine Unternehmen. Familienunternehmen können sich über vergleichsweise geringe Fluktuationsraten freuen.

  2. Umwelt und Energie

    Die Umsetzung eines nachhaltigen Umweltmanagements konzentriert sich in den meisten mittelständischen Unternehmen auf Abfallwirtschaft und Recycling (siehe Abbildung 1). Auch energieeffizientes Gebäudemanagement wird vergleichsweise intensiv betrieben. Diese beiden Werte sind seit 2007 konstant geblieben. Zum ersten Mal vertreten ist der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser auf dem dritten Platz. Die hohe Relevanz des Themas erstaunt, weil der schonende Umgang mit Wasser in der Öffentlichkeit eine untergeordnete Rolle spielt. Viel häufiger wird hingegen die CO2-Reduktion in den Medien debattiert. Allerdings rangiert gerade dieses Thema in der Befragung auf nachgelagerten Rängen.

    Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Umsetzung einer nachhaltiger Umwelt- und Energiepolitik zählen vor allem klare Verantwortlichkeiten und die Schulung von Mitarbeitern. Außerdem helfen konkrete Energiesparziele und deren regelmäßige Überwachung.

  3. Beschaffungsmanagement

    Nachhaltiges Beschaffungsmanagement steht stark im Fokus. Dabei hat sich der Radius von einzelnen Zulieferern auf die gesamte Wertschöpfungskette erweitert. Neben dem großen medialen Interesse fordern auch Kunden, Investoren und Mitarbeiter mehr Transparenz im Supply Chain Management. Folgende Themen spielen für diese Interessenten eine Rolle

    Einhaltung von Sozialstandards und MenschenrechtenUmweltmanagementsystemeAnti-KorruptionsverpflichtungenExistenz eines Codes of ConductAngabe von Untersuchungen bei möglicher Verletzung von Vorschriften

    Die Ergebnisse sind je nach Branche unterschiedlich. Die Einhaltung von Sozialstandards und Menschenrechten ist vor allem im Handel und Dienstleistungsgewerbe entscheidend. Im Baugewerbe hingegen fragen die Interessenten alle fünf Kriterien weniger stark nach als in anderen Branchen.

    Vernachlässigt haben viele Mittelständler bislang die Einführung von Zertifikaten und Akkreditierungen. Diese könnten einheitliche und vergleichbare Standards sicherstellen. Hier liegt also noch Potenzial für die Zukunft.

Grundlagen

Die Publikation „Agenda Mittelstand: Nachhaltige Unternehmensführung – Lage und aktuelle Entwicklungen im Mittelstand“ wurde 2012 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, der Universität Wuppertal und der Berner Fachhochschule veröffentlicht. Insgesamt nahmen 500 mittelständische Unternehmen an der Befragung teil. Die Studie ist unter diesem Link einsehbar.

Schlagworte zum Thema:  Nachhaltigkeit, Leitbild, Mittelstand

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