Familienunternehmen gelten oftmals als traditionsbewusst und risikoscheu. Eine kürzlich veröffentlichte Publikation zeigt jedoch, dass Familienunternehmen bei Innovationen an der Spitze liegen. Drei Eigenschaften kommen ihnen dabei besonders zu gute.

Familienunternehmen haben ein kleineres Innovationsbudget, aber erzielen höheren Output

In einer groß angelegten Studie haben Forscher die Innovationskraft von familiengeführten Unternehmen untersucht. Ein großer Unterschied, der Familienunternehmen von nicht familiengeführten Unternehmen unterscheidet, ist das kleinere FuE-Budget. Dennoch sind Familienunternehmen insgesamt gesehen innovativer. Der Grund hierfür ist, dass Unternehmen Innovationsprojekte um einiges effizienter vorantreiben als nicht familiengeführte Unternehmen. Für jeden in FuE investierten Euro, ist der Innovationsoutput - gemessen in Anzahl der Patente, Anzahl neuer Produkte und Umsatzerlöse durch neue Produkte - größer.

Innovationsentscheidungen werden sorgsamer getroffen

Die Forscher erklären dies mit dem Umstand, dass Eigentümerfamilien meist in nur ein Unternehmen oder in sehr wenige Unternehmen investieren und Investitionsentscheidungen insgesamt sorgsamer treffen. Weiterhin haben Eigentümerfamilien oftmals den Vorteil, dass sie steuernd auf die Manager in ihrem Unternehmen einwirken können und somit garantieren, dass mit den Investitionen sorgsam umgegangen wird. Außerdem besitzen Eigentümerfamilien meist ein sehr tiefes Verständnis ihrer Branche oftmals schon über Generationen hinweg und teilen ihr Wissen mit Mitarbeitern.

Familienunternehmen haben vor allem drei Erfolgsfaktoren

Die Forscher heben vor allem drei Eigenschaften von familiengeführten Unternehmen hervor, die ihnen zu einer hohen Innovationskraft verhelfen:

  • engagierte und informierte Eigentümer im Innovationsprozess (z.B. Einbinden des persönlichen Netzwerks des Eigentümers und dessen Expertenwissen)
  • eine vertrauensvolle Unternehmenskultur (z.B. offenes Ideen-Management im Unternehmen)
  • ein wirksamer Einsatz des externen Netzwerks (z.B. Ideenwettbewerb der Zulieferer oder anderer Stakeholder des Unternehmens)

Da Familienunternehmen als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten, sollte Deutschland seine internationale Position als Innovationsführer auch weiterhin beibehalten können.

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